«Charaktertest bestanden»: Werder müht sich zu Sieg

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Bremen (dpa) - Die Erleichterung war riesengroß. Das war nicht nur, aber vor allem Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt nach dem ersten Bundesliga-Sieg seit dem 20. Oktober anzumerken.

«Das war echt wichtig heute. Der Sieg tut uns sehr, sehr gut als Mannschaft», frohlockte der 36 Jahre alte Werder-Coach nach dem erst zum Ende souveränen 3:1 (1:1) am Freitagabend gegen den Tabellenletzten Fortuna Düsseldorf. «Vielleicht war ein Tick zu viel Anspannung dabei», meinte Kohfeldt weiter zum «Druckspiel», das er zuvor ausgerufen hatte. Werder musste unbedingt wieder gewinnen, und Werder gewann. Nicht überzeugend, nicht souverän, aber eben doch.

Fünf Spiele lang war der selbst ernannte Europapokal-Aspirant sieglos. Das nagte an der Stimmung und am Selbstvertrauen. Und das war dem Bremer Spiel auch deutlich anzumerken. Zwar klar feldüberlegen, aber eben bis auf das schöne Führungstor von Startelf-Debütant Kevin Möhwald (20. Minute) auch recht ungefährlich gegen den defensiven Aufsteiger spielte Werder. Nach dem Ausgleich per Handelfmeter von Fortuna-Torjäger Dodi Lukebakio (43.) hatte der limitierte Tabellenletzte im zweiten Durchgang sogar die besseren Chancen, ehe Kohfeldts Joker trafen.

Die eingewechselten Martin Harnik (71.) und Joshua Sargent (78.) mit einem Traum-Debüt brachten die Entscheidung. «Charaktertest bestanden», sagte Abwehrspieler Sebastian Langkamp. «Wir haben uns auch nach einem weiteren Nackenschlag nicht unterkriegen lassen.» Mit nun 21 Punkten hat Werder wieder Anschluss an die internationalen Plätze und kann entspannter in die schweren Spiele in Dortmund, gegen Hoffenheim und in Leipzig gehen. «Eine schlechte Hinrunde kann es nun schon nicht mehr werden», meinte Kohfeldt zur Punkte-Ausbeute.

Vor allem das erst 18 Jahre alte US-Talent Sargent erlebte einen tollen Bundesliga-Einstand. Zwei Minuten nach seiner Einwechslung sorgte Sargent mit seinem ersten Ballkontakt als Bundesligastürmer für die Entscheidung. «So kann es weitergehen für ihn», sagte Langkamp über den Debütanten, der selbst öffentlich noch nicht sprechen durfte. «In so einem jungen Spieler ist jetzt einfach so viel drin», begründete Kohfeldt seinen «Maulkorb» für das Talent.

Mit derlei Dingen würde sich Fortunas Trainer Friedhelm Funkel gerne beschäftigen. Stattdessen plagen den 64-Jährigen weiter akute Abstiegssorgen. «Wir können nicht jedes Mal sagen: Es wäre mehr drin gewesen», schimpfte Angreifer Rouwen Hennings. Anders als beim unglücklichen 0:1 in der Vorwoche gegen Mainz 05 war die Niederlage diesmal indes verdient. Mit neun Punkten nach 14 Spielen bleibt Düsseldorf Letzter. Die Rettung wird schwierig.

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Joker Martin Harnik wird von Theodor Gebre Selassie (l) gefeiert. Foto: Carmen Jaspersen
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