Zertifikate erhalten

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„Es ging ganz flott“, fand Martina Gemünd-Gericks. Die Kursleitung der Qualifizierungsschulung für Präsenz- und Betreuungskräfte beim Pflegenetz Westmünsterland hatte wenig Aufwand mit den Abschlussarbeiten ihrer Kursteilnehmerinnen. „Weil sie so gut waren“, wie sie erklärte. Alle bestanden im ersten Anlauf, vier Mal mit Note „sehr gut“, sechs Mal mit Note „gut“ – beileibe keine Selbstverständlichkeit. Bei der Übergabe der Zertifikate an die zwölf Teilnehmerinnen aus verschiedenen Einrichtungen im Pflegenetz Westmünsterland durch Tanja Böhm von der IHK Nord-Westfalen wurde denn auch mit Lob nicht gespart.

„Sie haben diese Leistung unter einer Vierfach-Belastung erbracht“, befand Bereichsleiter Michael Brinkmöller vom Pflegenetz Westmünsterland. Neben Arbeit, Familie und nebenberuflicher Weiterbildung hätten alle auch mit den Belastungen durch die Corona-Pandemie zu kämpfen gehabt. „Dafür zolle ich Ihnen vierfach Respekt“, so Brinkmöller.

Tanja Böhm, bei der IHK Nord-Westfalen zuständig für den Bereich Weiterbildung, verwies auf die hohe zeitliche Belastung. „Die meisten Zertifikats-Lehrgänge haben zwischen 50 und rund 100 Stunden“, erklärte sie. „Sie haben 172 Stunden hinter sich.“ Auch darauf könnten alle stolz verweisen, die sich qualifiziert haben.

Michael Brinkmöller betonte einmal mehr die besondere Rolle, die den Präsenz- und Betreuungskräften in einer zeitgemäßen Altenpflege zukommt. „Wir haben neulich erst wieder in einem Workshop über das Hausgemeinschaftskonzept gesprochen und waren uns einig, wie wichtig dieses Konzept für die Altenhilfe ist“, erklärte er. „Es ist schon erstaunlich, dass so wenige Träger nach diesem Konzept arbeiten. Sie aber sind nun besonders auf dieses besondere Konzept vorbereitet.“

Das sieht auch Martina Gemünd-Gericks so: „Was nützt die beste Pflege, wenn der Bewohner oder Gast nicht adäquat betreut wird?“

Die Präsenz- und Betreuungskräfte stehen vor allem in stationären Einrichtungen für die Organisation von Aktivitäten, Unterstützung bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten und als Gesprächspartner zur Verfügung. Im Hausgemeinschaftskonzept managen und strukturieren sie den Alltag. Aber auch in Tagespflege-Einrichtungen und im ambulanten Bereich gewinnt ihr Profil zunehmend an Bedeutung.

In Kooperation mit der Innerbetrieblichen Fortbildung des Klinikums Westmünsterland werden beim Pflegenetz Westmünsterland regelmäßig Mitarbeiter in diesem Bereich qualifiziert. Der entsprechende Lehrgang dauert ein Jahr.

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