Wüllener stimmt im Jugend-Landtag ab

|   Ahaus

Wie läuft das eigentlich ab im Landtag? Verstehen sich die Parteimitglieder untereinander oder kann es im Plenarsaal auch mal lauter werden? Das durften Marie Kappelhoff aus Schöppingen und Max Ostendorf aus Wüllen jetzt selber erfahren. Sie waren zwei von 199 Jugendlichen, die drei Tage lang die „echten“ Abgeordneten beim 10. Jugend-Landtag NRW in Düsseldorf vertraten.

Jedes Jahr haben politikinteressierte Schülerinnen und Schüler zwischen 16 und 20 Jahren die Möglichkeit, in die Rollen der Abgeordneten des Düsseldorfer Landtags zu schlüpfen. Max Ostendorf aus Wüllen vertrat dabei für drei Tage die heimische Landtagsabgeordnete Heike Wermer (CDU). Marie Kappelhoff aus Schöppingen, die ein zweiwöchiges Praktikum im Landtagsbüro von Heike Wermer absolvierte, trat an die Stelle von Andrea Stullich (CDU). Ein paar sehr aufregende, aber auch anstrengende Tage liegen hinter den beiden Schülern.

Wie im echten Landtag stand einiges für die Jugendlichen auf dem Programm: Neben Fraktions- und Ausschusssitzungen mussten auch Anträge gestellt und Reden vorbereitet werden. Am dritten und letzten Tag ging es für alle Jung-Abgeordneten in den großen Plenarsaal. Hier wurde unter anderem ein Eilantrag der SPD bearbeitet. Die Jugendlichen der Partei forderten zwölf freie Schultage im Jahr, um an den „Friday´s for Future“-Demos teilzunehmen. Der Antrag wurde jedoch einstimmig von den anderen Parteien abgewiesen. Das erstaunte auch die Landtagsabgeordnete Heike Wermer, die sich in einem Gespräch mit Marie und Max über ihre Erfahrungen austauschte: „Ich finde die „Friday´s for Future“-Demos an sich eine gute Sache, allerdings organisatorisch nicht optimal“, erklärt Max Ostendorf, Schüler des Alexander-Hegius-Gymnasium in Ahaus. Daher habe er, genau wie Marie Kappelhoff, gegen die schulfreien Tage gestimmt. „Wenn man etwas bewegen möchte, kann man auch am Samstag auf die Straße gehen, dann versäumt man keinen Unterricht“, ergänzt Marie.

Die drei Tage im Landtag waren für beide Schüler sehr eindrucksvoll. Max, der selbst politisch engagiert und unter anderem der stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union Ahaus ist, wunderte sich dennoch über das Auftreten einiger Landtagskollegen: „Die Ausdrucksweise vieler Jugendlicher war sehr hoch gestochen, einige hätten glatt Jura-Studenten sein können“, lacht der 17-jährige. Viele Jugendliche hätten vergessen, dass es sich „nur“ um den Jugend-Landtag handle. „Im Plenarsaal haben sich sogar zwei Jungs angeschrien, die haben das wohl zu ernst genommen“, fügt Marie hinzu. Sie war zu Beginn des Jugend-Landtags verunsichert, da sie bisher kaum Berührungspunkte zur Politik hatte. Dennoch waren die drei Tage eine tolle Erfahrung für die Schülerin: „Ich kann jedem empfehlen, sich beim Jugend-Landtag zu bewerben. Es hat viel Spaß gemacht und war interessant mal zu sehen, wie alles abläuft.“

Marie und Max loben außerdem den Umgang untereinander. „Ich habe auf jedem Fall ein paar neue Freunde gefunden, zu denen ich den Kontakt halten werde“, erzählt Marie. Und auch Max hat viele JU-Mitglieder aus anderen Städten getroffen, die er noch nicht kannte. Parteiübergreifend habe es nur wenige Konflikte gegeben, alles in allem lief die gemeinsame Arbeit harmonisch ab. Allzu viel Freizeit gab es für die Jugendlichen jedoch nicht: „Es gab nur wenige Pausen zwischen den Diskussionen, manchmal war es schwer, sich zu konzentrieren“, erklärt Max.

„Die Abläufe im Jugend-Landtag sind schon sehr ähnlich zur wirklichen Welt“, erkennt auch Heike Wermer. Ihr war vor allem wichtig, dass die Jugendlichen die Arbeit der Abgeordneten und die Abläufe im Landtag kennen lernen. Max möchte auf jeden Fall weiterhin in der Politik aktiv bleiben und Marie möchte auf Dauer auch der Jungen Union beitreten, um sich politisch zu engagieren.

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