„Wenn die innere Haltung die Strategie leitet“

|   Vreden

Was passiert, wenn die innere Haltung die Strategie leitet und wie CSR (Corporate Social Responsibility) strukturiert umgesetzt wird, interessierte 40 Teilnehmer des CSR-Themendialogs bei der Firma Tenwinkel GmbH & Co. KG in Vreden. Das CSR-Kompetenzzentrum Münsterland hatte gemeinsam mit dem Gastgeber und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Borken (WFG) sowie dem Unternehmerverband AIW zur Veranstaltung eingeladen. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie Unternehmenswerte sowie unternehmerisches Handeln zusammengebracht werden können und wie CSR als Erfolgsfaktor wirkt.

Warum macht ein Betonbauer sich die Mühe und setzt seine knappen Ressourcen ein, um ein scheinbar theoretisches Leitbild zu entwickeln? ging die Frage an die Geschäftsführer Markus und Stefan Tenwinkel. Dies wurde eindrücklich von Markus Tenwinkel erläutert: „Am Anfang stand die Frage: wie bekommen wir die Philosophie des Gründervaters in das wachsende Unternehmen? Heute dient uns das Leitbild als Entscheidungshilfe, gerade wenn man unter Druck ist.“ Stefan Tenwinkel stellte die Bedeutung der Beteiligung der Mitarbeiter heraus. „Wir haben unser Leitbild gemeinsam mit allen Mitarbeitern in einem intensiven Prozess erarbeitet, und wir überprüfen es regelmäßig. Noch im September steht das Leitbild-Wochenende an, an dem mit allen 65 Beschäftigten geklärt wird, ob das Leitbild für uns und unsere Mitarbeiter noch passend ist."

Andreas Brill vom AIW Unternehmensverband bestätigte „Ein Leitbild muss mit Mitarbeitern gemeinsam entwickelt werden." Und er zeigte auf, wie aus Diskussionen und dem Austausch des Arbeitskreises Leitbild konkrete Folgeaktivitäten entstanden sind. Dabei ging es auch um Mitarbeiterbezüge, aber so Brill: "Die Entwicklung einer Unternehmensvision kann man nicht auf einen Bereich beschränken".

Ingo Trawinski von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) berichtete von den Erfahrungen mit den Ökoprofit-Unternehmen im Kreis Borken. Trawinski: "Die meisten Ökoprofit-Unternehmen agieren aus dem Gefühl der Verantwortung für eine schonende Nutzung der Ressourcen heraus und setzen Konzepte im betrieblichen Umweltschutz um. Und viele zeigen sich offen für weitere CSR-Themen."

Die einführenden Beispiele zeigten, dass CSR kein zusätzliches einzelnes Projekt, sondern ein systematischer Prozess ist, an dessen Anfang die Frage steht: wie kann ein Betrieb aus der Vielfalt der CSR-Themen und Handlungsoptionen eine fundierte Auswahl treffen? Wie können die Ansätze und Maßnahmen identifiziert werden, bei denen das Engagement die größte Wirkung erzielt? Um diese Fragen ging es bei der anschließenden Vorstellung der Methode der CSR-Selbstbewertung, die vom CSR-Kompetenzzentrum entwickelt wurde. Anhand des Handlungsfeldes Arbeitsplatz und Mitarbeiterverantwortung diskutierten die Teilnehmer ihre Erfahrungen sowie die Relevanz der Themen.

Unternehmen können sich bei der Einführung dauerhafter CSR-Strategien durch das CSR Kompetenzzentrum Münsterland begleiten lassen. Informationen zu den kostenfreien CSR-Gruppenworkshops und weiteren Angeboten finden interessierte Unternehmen auf der Website www.csr-muensterland.de.

Die anschließende Führung durch den Betrieb lies Raum für weitere Diskussionen und Fragen an die Brüder Tenwinkel.

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