Vredens Bürgermeister präsentiert positiven Ausblick

|   Vreden

Ein Rückblick ins vergangene Jahr, ein Ausblick ins gerade begonnene Jahr, Ehrungen und 50 Jahre kommunale Neugliederung standen im Mittelpunkt des diesjährigen Neujahrsempfangs der Stadt Vreden. Bereits zum 20. Mal hatte die Stadt Vreden zu einem Neujahresempfang eingeladen. Zahlreiche Vertreter aus Vereinen, Verbänden und Institutionen waren der Einladung von Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch gefolgt und am Sonntag in die Ellewicker Schützenhalle gekommen. Der Empfang begann mit einer musikalischen Darbietung des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Vreden.

20. Neujahrsempfang, vor dreißig Jahren fiel die Mauer, vor 40 Jahren fand die erste Wahl der Abgeordneten des Europäischen Parlaments statt und vor fünfzig Jahren die kommunale Neugliederung, bei der die Gemeinde Ammeloe und die Stadt Vreden zusammengelegt wurden: Dies sei so bedeutend, dass Dr. Volker Tschuschke als fundierter Gastredner eingeladen worden sei. „Die Stadt Vreden besteht aus der Stadt, den Dörfern und Bauerschaften. Sie ist eine Einheit, aber durch Vielfalt gekennzeichnet." Um ein Zeichen der Zusammengehörigkeit zu setzen, würden Ratssitzungen in 2019 auch in den Kirchdörfern stattfinden.

„Wo stehen wir?", begann Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch mit einer Lagebeschreibung zu der finanziellen Situation der Stadt Vreden. „Die Finanzen haben sich sehr positiv entwickelt, Vreden steht finanziell gut da." Dies sei auch das Ergebnis einer starken Wirtschaft und einer konsequenten Haushaltskonsolidierung. Mit Abschluss des Jahres 2017 habe das Eigenkapital einen historischen Höchststand von fast 70 Mio. Euro erreicht. Stelle man Verschuldung und Liquidität gegenüber, habe Vreden rechnerisch eine Schuldenfreiheit erreicht. Obwohl massive Investitionen durchgeführt worden seien, habe die Finanzkraft nicht gelitten. Sehr erfolgreich seien Förderanträge gestellt worden. Steuererhöhungen gebe es nur aufgrund der in diesem Jahr leicht erhöhten fiktiven Hebesätze und dies nur, um im Finanzausgleichssystem keine Nachteile zu erleiden.

Auch in 2019 werde es eine weiterhin starke Investitionstätigkeit geben. Schwerpunkte seien der Erwerb von Grundstücken sowie die Umsetzung von Baumaßnahmen. Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept bilde dabei einen wesentlichen Schwerpunkt. Abgerundet würde die Investitionstätigkeit durch die Erschließung von Gewerbe- und Baugebieten, den Straßenausbau sowie einzelne Hochbaumaßnahmen. „Stillstand ist Rückschritt – Vreden soll eine attraktive Stadt bleiben, in der es sich gut leben und arbeiten lässt", so Bürgermeister Dr. Holtwisch.

Passend zu diesem Motto wurden die ganzen Großbaustellen erwähnt, die im letzten Jahr und auch in diesem Jahr in und rund um Vreden den Verkehrsfluss manches Mal behinderten. „Ausstrahlungswirkung weit über Vreden und den Kreis Borken hinaus" bescheinigte der Bürgermeister dem  neuen Jugendcampus an der Schabbecke und bedankte sich ausdrücklich beim Team des Jugendwerkes für die vorbildliche Beteiligung der Kinder und Jugendlichen. Die Planungen für eine Sanierung des Freibades, die Rathauserweiterung und die Entwicklungen bei den Kindertageseinrichtungen und den Schulen waren weitere der vorgestellten Themen.

Auch die Ratsbeschlüsse für den Schulcampus und das Sportzentrum und die daraufhin gestartete Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren thematisierte der Bürgermeister. Aufgrund des Alters der drei Sporthallen im Schulzentrum seien hohe Investitionen nötig. Der nach jahrelangen Diskussionen im November gefasste Ratsbeschluss folge den bisherigen politischen Beschlüssen, den Empfehlungen der Sportentwicklungsplanung, den Wünschen der Sportvereine und ganz überwiegend auch den Stellungnahmen der Schulen. Gegen diesen Beschluss habe sich eine Bürgerinitiative gegründet, die zum Beispiel eine 300 Meter lange Laufbahn im Schulzentrum favorisiere. Er selbst sehe den Ratsbeschluss als eine zukunftsfähige Lösung für die kommenden Jahrzehnte, die Verwaltung werde aber jedes Ergebnis eines voraussichtlich stattfindenden Bürgerentscheides akzeptieren und umsetzen.

In Hinblick auf Vereine, Verbände, Ehrenamt und Einsatz für das Wohl der Mitmenschen sagte Dr. Hotwisch: „Danken möchte ich Allen, die sich für unser Vreden engagieren, egal an welcher Stelle. Wir leben davon, dass das Miteinander gut funktioniert und Sie sich mit der Stadt Vreden identifizieren." Kommunale Neugliederung im Jahr 1969 Dr. Volker Tschuschke referierte anschaulich und amüsant über den Zusammenschluss von Vreden und Ammeloe, über die Zeit davor, die Marktwirtschaft und das Wirtschaftswunder. Anhand von Bildern, Plänen und Statistiken erläuterte er den Prozess der Zusammenlegung. Zur Jahreswende 1966/1967 erreichten die Planungen für die kommunale Neugliederung aus Düsseldorf Vreden und Ammeloe. Mit Zitaten aus den Protokollen der Räte und einem Bericht vom damaligen Stadtdirektor Erich Lenfers stellte er die ablehnende Haltung des Ammeloer Rates dar. Nachdem die Möglichkeit eines freiwilligen Zusammenschlusses durch das Innenministerium zeitlich begrenzt wurde, sei alles sehr schnell gegangen. „Wieso also nahm Ammeloe von Anfang an über zwei Jahre hinweg eine kompromisslose Blockadehaltung ein?", fragte Dr. Volker Tschuschke. Den Mythos der hohen finanziellen Rücklagen der Gemeinde Ammeloe wiederlegte er mit  einer Statistik über die Vermögensgegenstände. Die Ammeloer Gemeinderäte hätten darauf gesetzt, dass Ammeloe aufgrund seines stärkeren Bevölkerungswachstums ein immer größeres Gewicht erhalten werde. Dies sei aber sehr "kurzsichtig" gewesen und sie hätten übersehen, dass auch Ammeloe einem Veränderungsdruck unterlegen sei. Am 6. Februar 1969 sei man sich einig geworden und beschloss in beiden Räten den Gebietsänderungsvertrag, in Vreden einstimmig, in Ammeloe mit 14 gegen fünf Stimmen. „Letztendlich aber wurde die Kommunalreform Vreden-Ammeloe für beide zu einer Erfolgsgeschichte. Es liegt an uns, sie fortzuschreiben!", beendete Dr. Volker Tschuschke seinen Vortrag, für den er viel Applaus erhielt.

Ehrungen für hervorragende Leistungen im sportlichen Bereich Auch beim diesjährigen Neujahrsempfang konnte Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch wieder Medaillen und Urkunden an verschiedene junge Menschen für ihre hervorragenden Leistungen von überregionaler Bedeutung überreichen. Moritz Huning erhielt die Ehrung für seine verschiedenen Erfolge, für hervorragende Platzierungen bei der Westfälischen Hallenmeisterschaft, der Westfälischen Meisterschaft, der NRW-Meisterschaft und der Deutschen Meisterschaft. Er erhielt Preise in den Disziplinen über 60 Meter und 80 Meter Hürden, im Kugelstoßen und im Diskuswerfen. Trainer Lukas Reimann begleitete seinen Schützling zur Ehrung. Für den ersten Platz bei der Landesmeisterschaft im Tischtennisrundlauf der fünften Klassen erhielt das Team mit Johanna Möllering, Viktoria Niehues, Lena Temminghoff, Lara Pennekamp und Hanna Josefine Wißing ihre Ehrung. „Tischtennisrundlauf kenne ich auch noch aus meiner Schulzeit", so Bürgermeister Dr. Holtwisch, „aber so gut zu sein, um die Landesmeisterschaft zu gewinnen, ist eine Ehrung wert."

Bernhard Tenhumberg war Ende Juni nach über 33-jähriger Ratsmitgliedschaft aus dem Rat der Stadt Vreden ausgeschieden. Allein aus diesem Grund könne ihm schon die Ehrenbezeichnung "Ehrenratsherr" verliehen werden, so Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch. Aber Herr Tenhumberg war nicht nur seit dem 16.10.1984 Ratsmitglied und somit mehr als 6½ Wahlperioden Mitglied des Rates der Stadt Vreden. Er hatte zudem von November 1994 bis Mitte Juni 2007 für 2,5 Wahlperioden den Fraktionsvorsitz der CDU-Fraktion inne. „Mister Kommunalpolitik", nannte ihn Bürgermeister Dr. Christoph Holtwisch, und fasst damit alle Gremien, in denen Bernhard Tenhumberg mit seinem Sachverstand für die Stadt Vreden aktiv gewesen war, zusammen. "Du hast Vreden im Positiven geprägt, mit viel Engagement, Leidenschaft und Überzeugung und bist sicherlich für viele andere ein großes Vorbild."

Ehrenamtspreis der Sparkasse Westmünsterland Der Ehrenamtspreis, der den freiwilligen Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern würdigt und verdientermaßen ins Rampenlicht rückt, wurde an die Freiwillige Feuerwehr Vreden vergeben. Den mit tausendfünfhundert Euro dotierten Preis überreichte Markus Thesing, Regionaldirektor der Sparkasse Westmünsterland an Andreas Becking, Leiter der Feuerwehr und die beiden Löschzugführer Manfred Rotering und Christian Nienhaus. "Wir sind froh und dankbar, eine solche Mannschaft vor Ort zu haben." Kurz ging Markus Thesing auf die Geschichte, die Mitgliederzahlen, Einsatzzahlen, besonderen  Ereignisse und die Vielfältigkeit der Aufgaben ein. Das Jahr 2018 sei in der Anzahl und auch Art der Einsätze ein extremes Jahr für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr gewesen. Der Sturm „Friederike", der trockene Sommer, die Brandserie, im letzten Jahr waren es nicht nur die sonst auch schon zahlreichen Einsätze, die die Feuerwehrmitglieder beider Züge in Atem hielt. Mit dem Preis wolle man Dank und Anerkennung aussprechen und gleichzeitig auch die Motivation für die zukünftigen Aufgaben erhalten. Andreas Becking bestätigte, dass 2018 sehr anstrengend gewesen sei und die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr an ihre Belastungsgrenze gestoßen seien. Zum Beispiel habe es an einem Wochenende im Juli 14 Einsätze mit zwei Großbränden gegeben. Sie könnten bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auf eine gute Mannschaft bauen, gleichzeitig bedankte er sich auch bei den Familien, ohne deren Unterstützung diese Arbeit nicht möglich sei. „Sollten Sie einmal unsere Hilfe benötigen, wählen Sie die 112, wir sind gleich dabei", beendete Andreas Becking den Dank für „die schöne Anerkennung des ehrenamtlichen Dienstes."

Die Mitglieder des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr hatten den musikalischen Part des Neujahrsempfangs übernommen und begeisterten mit den Musikstücken aus verschiedenen Bereichen. Sie sind an zahlreichen kulturellen Veranstaltungen verschiedenster Gruppen beteiligt. Sei es die Begleitung kirchlicher Ereignisse, wie Prozessionen, Gedenkfeiern oder Gottesdienste oder die Unterstützung verschiedener Feste, wie z.B. Schützenfeste. Dabei reicht das Repertoire von der Marschmusik über kirchliche Musik bis hin zu Rock und Pop. Mit dem Stück „The Way Old Friends Do" wurde der offizielle Teil des Neujahrsempfangs beendet und es bestand Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen und bestehende zu stärken.

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