Vorbildunternehmerinnen sollen Frauen zur beruflichen Selbstständigkeit ermutigen

|   Kreis Borken

"Vorbildunternehmerinnen sollen als Orientierung im Kreis Borken für Frauen sichtbar sein", sagt Ulrike Wegner. Sie informierte jetzt bei einem Treffen des Arbeitskreises für die Gleichstellung von Frau und Mann im Borkener Kreishaus über die aktuelle Entwicklung in der Gründungskultur durch Frauen und insbesondere über die Fördermöglichkeiten. Die Referentin ist seit vielen Jahren als Gründungsberaterin bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) für den Kreis Borken tätig.

Bei ihrem Überblick über den derzeitigen Stand der Gründungen verbunden mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie hob Ulrike Wegener hervor, dass der Wunsch, Unternehmerin bzw. Unternehmer zu werden auch in der Pandemie-Zeit im Kreis Borken das Hauptmotiv für den Weg in die Selbstständigkeit war.

Nach dem Gründungsreport 2021 sei die Zahl der Erwerbsanmeldungen seit zehn Jahren jedoch rückläufig. "Dieser Rückwärtstrend ist 2021 mit rund 240.000 Gründungen bundesweit leicht gebrochen worden. Daraus ergibt sich ein Plus von 1,8 Prozent", sagte die Beraterin. Trotz der erschwerten Corona-Bedingungen gab es 2021 im Kreis Borken mehr Gründungen als Schließungen.

Genauer lag im vergangenen Jahr der Frauenanteil der Existenzgründungen in Nordrhein-Westfalen bei 30 Prozent und bei der Nebenerwerbsgründung bei 40 Prozent. Bei Gründungen in freien Berufen betrug der Frauenanteil sogar 51,6 Prozent.

"Als Hürden auf dem Weg in die Selbstständigkeit werden häufig bürokratische Hemmnisse, das komplizierte Steuerrecht und der schwierige Zugang zu Fördermitteln genannt", erklärte Ulrike Wegener. Um diese Hindernisse und falschen Vorstellungen zu beseitigen, gibt es im Kreis Borken insbesondere für mögliche Gründerinnen verschiedene Veranstaltungen. "Es ist wichtig, Frauen gerade in der Vorgründerphase direkt anzusprechen und zu ermutigen, ihnen mögliche Vorbilder zu präsentieren sowie ihnen bei der Vernetzung zu helfen", begründete die Expertin der WFG.

Daher kooperiert die Kreisverwaltung seit vielen Jahren mit den Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen im Rahmen der Seminarreihe "Frau und Beruf". Mit "Zu Gast bei Unternehmerinnen" bekommen Frauen Basisinformationen für die Schritte in die Selbstständigkeit aus erster Hand. Unter dem Titel "Starten im Kreis Borken" organisiert das STARTERCENTER NRW der WFG gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartnerinnen und-partnern jährlich zahlreiche Seminare und Themenworkshops für Gründerinnen und Gründer. Des Weiteren besteht eine Kooperation mit dem Verband der deutschen Unternehmerinnen (VDU) und den Unternehmerfrauen im Handwerk (UFH), die seitens der WFG seit vielen Jahren gefördert wird.

Finanzielle Unterstützung erhalten Interessierte durch das "Gründerstipendium NRW", das vom Ministerium für Wirtschaft, Inovation, Digitalisierung und Energie NRW vergeben wird. Die Förderung richtet sich an Gründerinnen und Gründer, die ihre Geschäfte in den Bereichen zukunftsorientierter Technologien sowie innovativer Dienstleistungen und Geschäftsmodelle in NRW realisieren möchten. "Der Antragsweg geht über eine Jury, deren Vorsitz die WFG innehat. Weitere Beteiligte sind die Aktiven Unternehmen im Westmünsterland e.V., die Handwerkskammer, die IHK und die Westfälische Hochschule. Bei positiver Entscheidung und Förderempfehlung erfolgt die weitere Abwicklung über den Projektträger in Jülich", erläuterte Ulrike Wegener. Um den Anteil der Frauen in der Gründerszene zu erhöhen, gibt es die Initiativen "FRAUEN unternehmen" und "Die Nächste bitte! – Unternehmensnachfolge als berufliche Chance für Frauen", die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert werden. Das Projekt "Chefinnen im Handwerk", das vom finanziell vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt wird, hat das Ziel, Frauen zu ermutigen, eine Führungsposition im Handwerk zu übernehmen.

Weitere Infos zum Arbeitskreis für die Gleichstellung von Frau und Mann gibt es unter www.kreis-borken.de/index.php/id/16970&L=34

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