Von A wie Aktivierung bis Z wie Zusatzqualifizierung

|   Kreis Borken

Viele Instrumente und Aktivitäten, die Fachkräfte in den Jobcentern als Unterstützung für die Leistungsberechtigten auf dem Weg ins Erwerbsleben nutzen können, wurden bereits in den vorangegangenen Berichten der Serie zur Aktionswoche vorgestellt. Neben der Arbeit durch die Fachkräfte im Jobcenter tragen zudem auch die Aktivitäten der Bildungsträger entscheidend dazu bei, dass der Integrationsprozess gelingt. Deren Maßnahmen reichen dabei von Beratungs- und Aktivierungsangeboten über Bewerbungshilfen, Schuldner- und Suchtberatung, psychosozialer Betreuung,berufsspezifischen Qualifikationen und Sprachförderung bis hin zur Unterstützung bei der Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung. Neben der besonderen Zielrichtung, die die einzelnen Angebotsformen verfolgen, richten sich die Aktivitäten auch an unterschiedliche Zielgruppen und ihre individuellen Lebenssituationen.

Die Integration in eine möglichst existenzsichernde Beschäftigung ist bei allen Maßnahmen die oberste Zielsetzung – allein der Weg dorthin wird sich unterschiedlich gestalten. Vor allem für Menschen, die bereits lange Zeit nicht mehr erwerbstätig gewesen sind, braucht es einen langfristigen Prozess, der oft mit intensiven Unterstützungsangeboten verbunden ist. "Anliegen des Jobcenters ist es daher, ein möglichst breites Angebot in Zusammenarbeit mit den Bildungsträgern zu organisieren, um den vielfältigen Lebens- und Bedarfslagen der Menschen gerecht zu werden", erläutert Susanne Lökes, stellvertretende Leiterin des Jobcenters der Kreisverwaltung.

So gibt es Angebote für bestimmte Altersgruppen, wie beispielsweise für junge Menschen unter 25 Jahren. Hierunter fallen vor allem ausbildungsvorbereitende Angebote, um die Jugendlichen möglichst gut auf diese Anforderungen vorzubereiten. Insbesondere Jugendliche, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, müssen neben der Verarbeitung der Fluchterlebnisse auch die deutsche Sprache erlernen, gegebenenfalls schulische Kenntnisse nachholen und sich im deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt orientieren. Im Bereich der Ausbildungsvorbereitung ist unter anderem die Kreishandwerkerschaft Borken ein starker Partner, der in allen Regionen des Kreises entsprechende Angebote vorhält. "Sowohl die Rückmeldungen der Betriebe als auch der Teilnehmenden vor allem zur Sprachförderung sind sehr positiv. Aus unserer Sicht ist es unerlässlich, diese Hilfestellungen anbieten zu können", sagt Gregor Hochrath, Geschäftsführer der Berufsintegrationsförderung der Kreishandwerkerschaft Borken.

Berufliche Qualifizierung und Weiterbildung spricht vor allem Menschen an, die bereits über berufliche Kenntnisse und Erfahrungen verfügen und diese ausbauen oder den Anforderungen des Arbeitsmarktes anpassen wollen. Insbesondere die Berufsbildungsstätte Westmünsterland (BBS) bietet ein umfassendes Angebot etwa im kaufmännischen oder gewerblich-technischen Bereich an. Bernhard Könning, Geschäftsführer der BBS: "Weiterbildung und Qualifizierung lohnen sich. Sie eröffnen nicht nur neue Chancen auf Teilhabe am Arbeitsleben, sondern tragen gleichzeitig auch dazu bei, dass Menschen wieder selbstbewusst, eigenverantwortlich und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Bildung wirkt also insoweit auch immer über den beruflichen Kontext hinaus. Dies ist gerade für Menschen mit Brüchen in der Erwerbsbiografie besonders wichtig."

Daneben gibt es spezielle Maßnahmen für weitere Zielgruppen – beispielsweise Beratungsangebote für Frauen, Unterstützung für Menschen mit gesundheitlichen Problemlagen, Aktivierung und Stabilisierung für Personen, die bereits langjährig arbeitslos sind. Für Letztere sind unter anderem die sogenannten "Ein-Euro-Jobs" eine gute Möglichkeit, Beschäftigung zu trainieren. Insbesondere die Bildungsträger EWIBO Bocholt, Chance Gronau und die DRK Soziale Arbeit und Bildung gGmbh Borken sind hier bedeutende Kooperationspartner für das Jobcenter – von den kreisweit rund 240 Einsatzplätzen werden etwa 60 Prozent durch diese Träger koordiniert und begleitet. "Die Arbeitsgelegenheiten bieten die Möglichkeit, Beschäftigungsfähigkeit zu fördern. Es steht eine breite Palette an gemeinnützigen Einsatzfeldern zur Verfügung, zum Beispiel im sozialen Bereich, beim Recycling oder auch bei der Unterstützung von kulturellen Veranstaltungen", führt Helgo Eiting von der EWIBO Bocholt aus. "Somit können individuelle fachliche Neigungen mit anleitender Unterstützung gezielt gefördert werden. Darüber hinaus bereitet ein strukturierter Tagesablauf auf den Eintritt in den regulären Arbeitsmarkt vor", zeigt er sich von den Arbeitsgelegenheiten überzeugt.

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