Vielfalt am Mühlenbach

|   Legden

Die traditionelle Sommertour der heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Ingrid Arndt-Brauer führt in diesem Jahr in die unterschiedlichsten Kinder-Betreuungseinrichtungen in ihrem Wahlkreis. So legte die Abgeordnete jetzt einen Halt im Dahliendorf Legden ein. In Begleitung einer Legdener SPD-Delegation besuchte sie das DRK Haus Mühlenbach das zum einen die Kindertageseinrichtung "Mühlenbach", als auch eine Intensivwohngruppe für Jugendliche mit dem Asperger-Syndrom beherbergt.

Das Asperger-Syndrom ist eine Form von Autismus. Betroffene Kinder leiden an einer ausgeprägten Kommunikations- und Kontaktstörung. Auf der einen Seite mit normaler oder überdurchschnittlicher Intelligenz ausgestattet, haben diese Kinder auf der anderen Seite Probleme zu erkennen, was andere Menschen denken und fühlen. Gerade diese Kinder benötigen besondere Aufmerksamkeit, wie Ralf Brüchmann und Dirk Holz vom DRK Borken berichteten. Die Intensiv-Wohngruppe bietet Platz für sieben Jungen, die jeweils in Einzelzimmern untergebracht sind. Hier wird auf die speziellen Bedürfnisse der Jungen eingegangen, die nicht mehr in ihrem Elternhaus leben können und eine intensive Betreuung benötigen. Zurzeit leben drei Jugendliche hier, die tagsüber im Benediktushof Maria Veen die Schule besuchen. Nach Schulschluss werden gemeinsam die Mahlzeiten eingenommen und Aktivitäten sowohl in der Gesamtgruppe als auch in Teilgruppen oder im Einzelkontext angeboten. Spezielle ausgebildete Pädagogen widmen ihnen eine auf ihre Stärken ausgerichtete Aufmerksamkeit. "Ziel ist es, die Jugendlichen auf ein selbstständiges Leben vorzubereiten", erläuterte Brüchmann. Nach einem Rundgang durch die Räumlichkeiten, traf man sich im Erdgeschoss des Gebäudes mit Ann-Kristin Hahn, der Leiterin der Kindertageseinrichtung.

Rund 40 Kinder besuchen derzeit die Einrichtung. "Aber nach den Ferien werden es deutlich mehr", erklärte Hahn den Besuchern. Experimentieren und gestalten, Lernanreize und Impulse setzen gehören genauso zum pädagogischen Konzept der Einrichtung wie auch viel Bewegung und gesunde Ernährung. So hat man sich ist hier mit den Eltern geeinigt, ein gesundes Frühstück anzubieten. Für die gesunden Zutaten sorgen gegen einen kleinen finanziellen Elternbeitrag  die Erzieherinnen. Auch interkulturelle Begegnungen sind hier selbstverständlich. Überhaupt sind der gute Kontakt und die Einbindung der Eltern in die Erziehungsarbeit ausdrücklich gewünscht.

Bei einer abschließenden Gesprächsrunde, zu der auch vier Tagesmütter eingeladen waren, gab es die Möglichkeit sich gegenseitig über die Arbeit, aber auch Problematik und Kritik auszutauschen. So berichteten die Tagesmütter, die überwiegend Kinder unter drei Jahren betreuen, aus ihrem Alltag mit den Kleinen. Eine Tagesmutter ist eine ideale Alternative für Berufstätige, die eine flexible Betreuung benötigen und den familienähnlichen Charakter bevorzugen. Tagesmütter oder auch -väter sind selbstständig berufstätig, wenn sie in ihrem Haushalt Kinder betreuen. Das erzielte Einkommen, das in diesen Fällen durch den Kreis Borken gezahlt wird, ist abzüglich einer Betriebsausgabenpauschale steuer- und sozialversicherungspflichtig. Voraussetzung für die Tätigkeit ist eine Pflegeerlaubnis, die bei der Fachstelle Jugend und Familie des Kreises Borken beantragt werden kann. Auch eine Grundqualifizierung mit Nachweis ist erforderlich. Lohnenswert sei das Ganze dann aber nur, wenn man mehr als ein oder zwei Kinder betreut, machte eine Tagesmutter deutlich. Auch Kosten entstehen den Tagesmüttern durch die Kinderbetreuung. Zwar erhielten sie pro Pflegestelle einen Zuschuss für erste Anschaffungen, dieser sei aber auf Dauer nicht ausreichend, weil Materialien durch ständigen Gebrauch auch verschleißen. So sei z.B. ein großer Kinderwagen für mehrere Kinder, auch Kinderbus genannt, nach einigen Jahren kaputt, erläuterte eine Tagesmutter. Die Anschaffungskosten für einen neuen Kinderbus lägen schnell bei rund 1500 Euro. Da müsse man schnell in die eigene Tasche greifen. An dieser Stelle lobten die Tagesmütter ausdrücklich die gute Betreuung durch den Sozialdienst katholischer Frauen Ahaus-Vreden (SkF). Arndt-Brauer zeigte sich beeindruckt von dem Engagement der Tagesmütter, weiß sie als vierfache Mutter doch, wie viel Arbeit die Betreuung kleiner Kindern macht.

Abschließend herrschte die einhellige Meinung in der Runde, Erziehungsarbeit müsse besser bezahlt, mehr Personal zur Verfügung gestellt und die Gruppengröße verkleinert werden. Nur so sei eine qualitativ hochwertige Bildung zu erreichen.

« Zurück zur Übersicht
Ein Angebot aus dem Medienhaus Lensing