„Veränderungen als Chance begreifen“

|   Kreis Borken

Erstmals tagte die Kreissynode des Ev. Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken am 17. November im Steinfurter Kreishaus. Nach einer Andacht, von Vikar Moritz Gräper (Burg-steinfurt) und der Jugendband der Kirchengemeinde Burgsteinfurt gestaltet, begrüßte Land-rat Dr. Klaus Effing die rund 100 Vertreter des Kirchenparlaments und betonte das gemein-same Engagement von Landkreis und Kirchen in den Bereichen Jugend, Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Zudem dankte er Superintendent Joachim Anicker für die gute Zusammen-arbeit in den vergangenen Jahren.

Landeskirchenrätin Barbara Roth hob in ihrem Grußwort für die Evangelische Kirche von Westfalen ein Thema hervor, mit dem sich die Landeskirche in Zukunft verstärkt beschäftigen werde: die Entwicklung von Schutzkonzepten bei Verdachtsfällen auf die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung. Durch die Vorfälle der vergangenen Jahre (Heimkinderthematik, Odenwaldschule, #metoo) stehe dieses Thema auch in der Landeskirche verstärkt im Fokus. Ziel sei neben der Erarbeitung präventiver Maßnahmen eine Aufarbeitung der innerkirchlichen Fälle.

Bericht des Superintendenten:
Superintendent Joachim Anicker fasste bei der Vorstellung seines Superintendentenberichts die wesentlichen Themen und Eckpunkte der vergangenen 12 Monate zusammen. Angesichtes der Herausforderungen, wie der Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzsystems (NKF), der Fusion der Verwaltungen der drei Münsterland-Kirchenkreise wie auch der Herausforderungen in den Kirchengemeinden angesichts langsam abnehmender Ressourcen machte er Mut zum Umdenken. „Wir können nicht alles mitnehmen. Was ist uns wirklich wichtig? Welche Aufgaben wollen wir beenden? Was verspricht Zukunft?“ fragte er mit Blick auf die anstehenden Zukunftsentscheidungen. Veränderungen böten immer auch Chancen, ist sich der leitende Theologe des Ev. Kirchenkreises sicher: „Zusammenstehen und Zusammenhalt helfen viel, wenn man noch nicht weiß, wie und wo es weitergeht.“

Synode bestätigt Finanzbeschluss betr. Jubi:
Schwerpunktthema bildete die Frage nach der Weiterfinanzierung der Ev. Jugendbildungs-stätte Nordwalde. Bereits 2016 hatte die Synode beschlossen, dass ab 2020 keine weiteren Finanzmittel aus dem kreiskirchlichen Haushalt mehr für diese Arbeit fließen sollten. Zu dieser Zeit bestand noch die Erwartung, dass das Bildungshaus sich bis dahin weitgehend aus eigener Kraft tragen könnte. Da dieses Ziel in der gesetzten Zeit nicht erreichbar ist, stellte der Verein für Ev. Jugendpflege, in dessen Trägerschaft sich die Jubi befindet, den Antrag, diesen Beschluss zu korrigieren. Eine sich jährlich verringernde Deckungszusage sei nötig, um die Jubi weiterzuführen, so Pfarrer Thomas Ring, derzeitig kommissarischer Leiter der Einrichtung. Er warb mit einem Kreis von aktiven Unterstützern und Förderern da-rum, der Jubi eine Chance zu geben, zumal neue Initiativen eine positive Wende erwarten ließen. Der kreiskirchliche Finanzausschuss und der Kreissynodalvorstand warnten hingegen mit Blick auf die mittelfristige Finanzplanung des Kirchenkreises vor unkalkulierbaren und langfristigen Risiken und sprachen sich für eine Beibehaltung des Beschlusses von 2016 aus.

Nach einer intensiven, aber sachlichen und von Respekt geprägten Diskussion stimmten die stimmberechtigten Synodalen in einer geheimen Abstimmung gegen den Antrag des Vereins (46 Nein-Stimmen, 28 Ja-Stimmen, 5 Enthaltungen). Superintendent Joachim Anicker, der qua Amt zugleich Vorsitzender des Vereins für Ev. Jugendpflege ist, kündigte an, dass sich der Verein am 29. November bei einer Vorstandssitzung über das weitere Vor-gehen beraten werde.

Kreiskirchlicher Haushalt für 2019 beschlossen:
Traditionell hat die Synode im Herbst die Haushaltspläne für das kommende Jahr zu beschließen, die aufgrund der insgesamt positiven Kirchensteuerentwicklung planmäßig auf-gestellt werden konnten. Größere Veränderungen gibt es nur im Blick auf das Projekt der Zusammenführung der drei kreiskirchlichen Verwaltungen in Münster, das in diesem Jahr Fahrt aufgenommen hat. Die Fusion der Ämter ist für den 1.1.2020 geplant.

Dem Evangelischen Kirchenkreis stehen für seine gemeinsamen Dienste 2019 Kirchensteuermittel in Höhe von 3.405.562 Euro (2018: 3.198.032 Euro) zur Verfügung. Neben der zentralen Verwaltung und Superintendentur finanziert der Kirchenkreis auf diese Weise beispielsweise das Diakonische Werk, das Schulreferat oder die kreiskirchliche Jugendarbeit. Die 20 Kirchengemeinden erhalten im kommenden Jahr eine Kirchensteuerzuweisung in Höhe von 6.662.640 Euro (2018: 6.596.277 Euro). Die Gemeinden können damit in 2019 für jedes Gemeindeglied mit einer Pauschale in Höhe von 80 Euro planen: über die Regel-zuweisung von 70 Euro hinaus sind weitere 10 Euro pro Gemeindeglied zweckbestimmt insbesondere für die Bausubstanzerhaltung vorgesehen.

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