Ursula Schulte besucht Haus Kreszentia

|   Vreden

Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte die SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte das Haus Kreszentia in Vreden. Dabei informierte sie sich aus erster Hand über die Arbeit mit dementiell erkrankten Menschen, die in einer Wohngemeinschaft zusammenleben.

„Fakt ist, dass in unserer wissensbasierten, intellektuellen Welt der Verlust geistiger Fähigkeiten wohl zu den schwersten Beeinträchtigungen zählt, die wir Menschen uns vorstellen können. Deshalb bin ich froh, dass es Betreuungsformen wie das Haus Kreszentia für Menschen mit Demenz gibt, in dem auch die Angehörigen eingebunden sind. Ich habe gesehen, dass die Betreuung ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Akzeptanz und Wissen über diese Krankheit erfordert. Und das in so kleinen Einrichtungen sehr individuell auf die Bewohner eingegangen werden kann.

Das Haus Kreszentia in Vreden ist eines von vier Wohngemeinschaften, die durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ambulant unterstützt werden. Ziel des DRK sei es aber, so Susanne Biallas, Bereichsleitung Pflege des DRK, die betroffenen Menschen solange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu lassen. Deshalb arbeitet das DRK derzeit auch ein Quartierskonzept für die ambulante Pflege in Vreden aus.

Neben den vielen persönlichen Eindrücken, nahm Ursula Schulte einen großen Forderungskatalog mit nach Berlin. So passen die Anforderungen der Mitarbeitervergütungen nicht immer zu den Vergütungssätzen der Kostenträger. Zum Beispiel gewähren die Pflegekassen, trotz Pflegenotstand, den Risikozuschlag bei Vergütungsverhandlungen nicht, so die Vertreterinnen des DRK. Auch die generalistische Ausbildung bereitet den Pflegeeinrichtungen Kopfzerbrechen. Wegen der unterschiedlichen Abschlüsse sei es auch schwierig, Fachkräfte aus dem Ausland zu bekommen. Ein besonderes Problem sei aber die Akutversorgung bei Gewalt. „Es gibt einfach zu wenige Plätze im Kreis für derart gelagerte Fälle“, erklärt Susanne Biallas.

Ursula Schulte: „Die Menschen werden immer älter, das ist gut und darüber freue ich mich. Aber mit zunehmendem Alter steigt leider auch  das Risiko an Demenz zu erkranken. Je mehr es gelingt, die Wahrnehmung von dementiell erkrankten Menschen zu begreifen, desto leichter ist auch der tägliche Umgang. Klar ist für mich: Der Mensch ist besonders hilfebedürftig, wenn er klein oder wenn er pflegebedürftig oder krank ist. Hier muss die Gesellschaft solidarisch sein und die Mittel für Hilfen und Pflege bereitstellen.“

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