UPDATE: Corona-Verdachtsfall in Ahaus bestätigt - Krisenstab tagt

|   Kreis Borken

UPDATE, Freitag, 6. März, 9.42 Uhr: Im Kreis Borken ist jetzt auch in einer Ahauser Familie das Coronavirus nachgewiesen worden. Vier der fünf Familienmitglieder sind betroffen. Das teilt die Borkener Kreisverwaltung mit. Die Familie (Eltern und drei Kinder) hatte sich gemeldet, weil sie in den vergangenen Tagen Kontakt mit einer – wie sich erst später herausstellte – Coronavirus-infizierten Person in den Niederlanden hatte und nun zum Teil selbst Krankheitssymptome aufwies. Der Krisenstab des Kreises Borken wird jetzt das weitere Vorgehen festlegen und anschließend sofort darüber informieren. So schnell wie möglich werden dann insbesondere die Schüler- und Lehrerschaft der Ahauser Irena-Sendler-Gesamtschule über die weiteren Maßnahmen unterrichtet. Vor allem geht es darum, wie eine schnelle Testung möglicher Kontaktpersonen erfolgen soll, um weitere Infektionsketten zu unterbinden. Die Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrerkollegium der Irena-Sendler-Gesamtschule sollten solange zuhause bleiben und Außenkontakte vermeiden.

Der Kreis Borken bittet darum, die Entscheidungen des Krisenstabes abzuwarten. Weitere Bitte: Wer keine gesundheitlichen Beschwerden hat, sollte von Anrufen bei medizinischen Einrichtungen und Arztpraxen absehen.

 

Donnerstag, 5. März, 20.35 Uhr: Aufgrund eines Coronavirus-Verdachtsfalles wird am Freitag, 6. März, die Irena-Sendler-Gesamtschule in Ahaus vorsorglich geschlossen bleiben. Das haben das Kreisgesundheitsamt Borken und die Stadt Ahaus in Absprache mit der Schulleitung festgelegt. Anlass dafür ist, dass sich am Donnerstag, 5. März, beim Kreisgesundheitsamt eine Familie (Eltern und drei Kinder) gemeldet hat, die in den vergangenen Tagen Kontakt mit einer Coronavirus-infizierten Person in den Niederlanden hatte und nun zum Teil selbst Krankheitssymptome aufwies. Eine Testung der gesamten Familie sowie deren sofortige häusliche Quarantäne wurden angeordnet. Das endgültige Ergebnis steht noch aus. Zwei der drei Kinder besuchen die Irena-Sendler-Gesamtschule in Ahaus. Um Zeit für die weitere Aufklärung des Sachverhaltes und für die Risikoabschätzung zu gewinnen und mögliche Infektionsketten möglichst schnell zu unterbinden, wurde daher zunächst für morgen vorsorglich die Schließung dieser Schule veranlasst. Sobald es weitere Erkenntnisse gibt und auch die Befundergebnisse vorliegen, wird der Kreis Borken weiter informieren.

Ursprüngliche Meldung von Donnerstag, 5. März, 12.57 Uhr: Im Kreis Borken ist jetzt erstmals ein Coronavirus-Infektionsfall nachgewiesen worden. Das teilt die Borkener Kreisverwaltung mit. Bei der infizierten Person handelt es sich um eine junge Frau aus Bocholt. Sie gehörte einer Gruppe von insgesamt sechs Frauen an, die einen Urlaub in Italien – aber nicht in den dortigen Risikogebieten – verbracht hatten. Bereits auf der Heimfahrt im gemeinsamen Kleinbus meldeten sie sich telefonisch, da sich bei mehreren Personen Erkältungssymptome zeigten. Sofort nach ihrer Rückkehr begaben sie sich überdies in Absprache mit dem kontaktierten Kreisgesundheitsamt Borken vorsorglich in häusliche Quarantäne.

Zudem wurde durch die Hausärzte der Frauen jeweils ein entsprechender Test auf das Coronavirus vorgenommen. Diese Proben wurden dann in unterschiedlichen Laboreinrichtungen ausgewertet, so dass sie erst sukzessive dem Kreisgesundheitsamt vorlagen. Bei fünf der Personen war dieser Test negativ. Der sechste, heute Morgen eintreffende Befund ergab dann, dass sich die Bocholterin mit dem Coronavirus infiziert hat. Ihr Allgemeinzustand ist stabil. Sie weist lediglich leichte Erkältungssymptome ohne Fieber auf und ist weiterhin in häuslicher Quarantäne. Vorsorglich befinden sich auch die übrigen fünf Mitglieder der Reisegruppe entsprechend den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes in Quarantäne. Zwei von ihnen hatten sich nach Bekanntwerden ihres negativen Befundes am Dienstag (04.03.2020) zunächst aus der Quarantäne begeben. Der Gesundheitszustand aller sechs Frauen wird laufend beobachtet. Die Mitglieder der Reisegruppe zeigen sich dabei sehr kooperativ. Das Risiko einer Weiterverbreitung des Coronavirus in Bocholt im Zusammenhang mit diesem Fall wird vor dem geschilderten Hintergrund derzeit als äußerst gering eingeschätzt.

Borkens Landrat Dr. Kai Zwicker appelliert an die Bevölkerung, besonnen zu sein. Es werde alles darangesetzt, eine Weiterverbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Daher hat er sofort den Krisenstab des Kreises einberufen, deren Einsatz seit Tagen ohnehin schon vorsorglich vorbereitet war. Dem Krisenstab gehören neben Landrat Dr. Kai Zwicker u. a. auch Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, Kreisordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow, Kreisamtsärztin Annette Scherwinski als Leiterin des Kreisgesundheitsamtes und Heribert Volmering, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung der Kreisverwaltung an. Auch die Polizei und die Stadt Bocholt sind im Krisenstab vertreten. So nahmen für die Stadt Bocholt 1. Beigeordneter Thomas Waschki, Ordnungsamtsleiterin Monika Tenbrock und Feuerwehrchef Thomas Deckers teil.

In der Sitzung gab es folgende Festlegungen:

1. Die Telefon-Hotline des Kreisgesundheitsamtes Borken unter der Telefonnummer 02861/82-1091 ist montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr freigeschaltet. Dort sind Auskünfte zum Thema Coronavirus erhältlich.

2. Aufgrund der derzeitigen Lagesituation besteht keine Notwendigkeit, öffentliche Einrichtungen zu schließen.

3. Nach derzeitiger Lageeinschätzung besteht behördlicherseits keine Veranlassung dafür, öffentliche Veranstaltungen abzusagen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer solcher Veranstaltungen sollten in eigener Einschätzung für sich klären, ob sie diese aufsuchen.

Ausdrücklich wird die Bevölkerung noch einmal gebeten, die hygienischen Verhaltensregeln zu beachten:

· niemanden anhusten oder anniesen

· wenn kein Taschentuch vorhanden, in die Ellenbeuge niesen oder husten (nicht in die Hände!)

· auf das Händeschütteln verzichten

· Berührung von Augen, Nase oder Mund vermeiden

· die Nutzung und sichere Entsorgung von Einmal-Taschentüchern

· intensive Raumlüftung

· exakte Händehygiene im Alltag, insbesondere gründliches Händewaschen nach Personenkontakten, nach der Benutzung von Sanitäreinrichtungen und vor der Nahrungsaufnahme sowohl nach Kontakt mit Gegenständen oder Materialien in der Öffentlichkeit als auch nach Kontakt mit Erkrankten

· die Empfehlung für Erkrankte, im eigenen Interesse zu Hause zu bleiben, um weitere Ansteckungen zu verhindern

· direkten Kontakt zu möglicherweise erkrankten Personen vermeiden

· ggf. Großveranstaltungen meiden

Der Kreis Borken informiert fortlaufend über das Internet unter www.kreis-borken.de/coronavirus sowie über Facebook, Twitter und Instagram.

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