SVS Versorgungsbetriebe planen Sprung beim Glasfaserausbau

|   Stadtlohn

Ein Drittel der Stadtwerke in Deutschland sieht Glasfaser bereits als Teil der Grundversorgung und forciert den Ausbau. Auch die SVS Versorgungsbetriebe engagieren sich seit 2011 – und damit deutlich länger als viele andere Stadtwerke. Nachdem in den letzten zwei Jahren viele Vorbereitungen hinter den Kulissen liefen, kann das Team jetzt wieder Tempo beim Ausbau machen: Derzeit können 62 Prozent der Haushalte echte Glasfaser beziehen. Bis Ende 2023 sollen durch ein aktuelles Projekt knapp 80 Prozent aller Haushalte im Versorgungsgebiet die nötige Infrastruktur haben. Damit das klappt, braucht der Versorger Rückendeckung aus der Bevölkerung und benötigt von 50 Prozent der Adressen an den geplante Ausbaustrecken ein „Ja“ zum Ausbau. Der erste Zwischenstand der aktuellen Nachfragebündelung zeichnet dabei ein positives Bild.

Insgesamt sollen in Vreden, Stadtlohn und Südlohn mehr als 2900 Adressen ans Netz. Was einfach klingt, ist ein intensiver Prozess mit vielen Vorplanungen und Förderanträgen gemeinsam mit den Kommunen, um dem Ziel des Vollausbaus deutlich näher zu kommen. Klar ist auch: Die SVS Versorgungsbetriebe tätigen dabei hohe Investitionen – personell wie finanziell. Denn neben dem geförderten Ausbau werden viele Adressen eigenwirtschaftlich angebunden. Die Kombination hat Vorteile: Sie ermöglicht den schnelleren, flächendeckenden Ausbau und sorgt zum Beispiel dafür, dass nicht immer wieder neue Straßenausbauten – etwa bei neuen Förderungen – notwendig sind. Das kostet gleichzeitig aber auch. Denn durch diese Mitverlegung muss der Versorger Teile der Fördermittel zurückzahlen an Bund, Land NRW und Kommunen.

„Glasfaser ist für uns Teil der Grundversorgung und wir als lokaler Versorger leisten einen Beitrag, um die Region schneller fit zu machen für die Zukunft. Das tun wir derzeit mit großem, personellem Einsatz und hohen Investitionen. Für uns ist das in erster Linie ein Bekenntnis zur Region als lokaler Versorger, auch wenn wir damit rechnen, dass sich die Projekte langfristig tragen werden“, so Thomas Spieß, Geschäftsführer der SVS Versorgungsbetriebe.

Spätestens Corona habe wie ein Brennglas die Schwächen in der Netzinfrastruktur vor Augen geführt, dabei ist schnelles Netz entscheidend für das Münsterland. Als besonderes Hemmnis im aktuellen Ausbau sieht Thomas Spieß Zwischenlösungen wie VDSL, die den Ausbau bremsen, da sie Haushalte in vermeintlicher Sicherheit wiegen. Das drohende Szenario zeige sich für viele noch nicht: „Tatsächlich bestehen hier aber die letzten Meter vom Verteilerkasten bis ins Haus aus alten Kupferkabeln oder Koaxial-Kabeln, die eben nicht für die Netzbelastungen der Zukunft gewappnet sind. Deshalb sollte man aus meiner Sicht Weitsicht zeigen und schon jetzt – wo möglich – den Ausbau mit Glasfaser unterstützen. Denn wenn die Bagger später noch mal für Einzelausbauten anrollen müssen, kann das teuer werden.“

Thomas Spieß, sein Team und die lokalen Provider telkodata und epcan setzen auch deshalb derzeit in vielen Veranstaltungen und in Kundengesprächen im Rahmen der Nachfragebündelungen auf Aufklärung. Sie benötigen aktuell je Kommune 50 Prozent Zusagen, um die Gebiete ausbauen zu können. Dass große Teile der Bevölkerung die Bedeutung von Glasfaser sehen und dabei sein wollen, zeigt die hohe Resonanz der Informationsveranstaltungen und das Feedback der aktuellen Nachfragebündelungen, die noch bis Anfang Juni laufen: Bereits mehrere hundert Zusagen liegen vor.

Für Haushalte, die noch Fragen zum Ausbau haben, haben die SVS Versorgungsbetriebe in Kooperation mit den lokalen Providern telkodata und epcan aktuell Informations-Hotlines eingerichtet: Die telkodata ist für Südlohn, Oeding und Stadtlohn verantwortlich und unter der 02563-93056780 erreichbar. Für Vreden beantwortet epcan alle Fragen unter 02564-883374.

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