SuS Stadtlohn wagt den Neustart in der Landesliga

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Der SuS Stadtlohn wird in der kommenden Saison 2018/19 mit seiner ersten Fußballmannschaft in der Landesliga spielen. Das ist das Ergebnis einer Bestandsaufnahme der aktuellen Situation. Sollte der sportliche Klassenerhalt gelingen, wird die Mannschaft mit Ablauf des letzten Spieltags der laufenden Saison zurückgezogen und damit nachträglich als Absteiger feststehen. Damit kommt es künftig zum Derby mit Eintracht Ahaus.

Über dieses Vorhaben informierte Geschäftsführer Michael Schley Staffelleiter Hans-Dieter Schnippe und Reinhold Spohn, den Vorsitzenden des Verbandsfußballausschuss. „Im Falle des sportlichen Klassenerhaltes greift bei uns §52 Abs. 5 der Spielordnung des WDFV. Der freiwillige Abstieg in die nächsttiefere Spielklasse wäre die Folge. Und wir werden für die Landesliga melden“, werde Schley das Schriftstück zeitnah auf den Weg bringen. Auch um für „klare Kante im Saisonendspurt“ zu sorgen, die Gerüchte sollten der Gewissheit weichen. Auch wenn dieser Schritt sicher schmerzhaft sei, so sei er ebenso alternativlos. „Eine Entscheidung der Vernunft. Die aktuellen Rahmenbedingungen lassen einen geordneten Spielbetrieb in der Westfalenliga mit spürbar höheren Kosten aktuell nicht zu“, teilt der Vorsitzende Wilfried Steinhage mit. Nach der notwendigen Etatkürzung um 50 Prozent im Winter wird der Etat zur neuen Saison noch einmal leicht angepasst. Schon im Winter hatten acht Spieler den Verein verlassen, im Sommer werden gut zehn weitere folgen. Nach einer grundlegenden Analyse der Lage mit Horizont Ende April haben Fußballverantwortliche gemeinsam mit Vorstand und Jugend diesen Schritt als den richtigen erarbeitet. „Der Konsens war geschlossen. Wenn wir einen Neustart ausgeben, dann muss er auch konsequent sein. Es bringt uns nicht weiter, uns an die Vergangenheit zu klammern. Der Neustart ist eine echte Chance“, berichtet Schley, „und wir positionieren uns sicher in einer attraktiven Nische.“ Natürlich müsse man nun auch Fehler korrigieren, die in jüngerer Vergangenheit gemacht wurden. Die Bedingungen im ambitionierten Amateurfußball  seien heute andere als vor 20 Jahren. „Da hat uns vielfach auch Weitblick gefehlt.“ Viele Entwicklungen hätten den Verein im Zuge des Erfolges auch überholt. „Das geht personell allein über das Ehrenamt kaum noch. Das zu wahren, war und bleibt eine Priorität.“

Nach einem Kaderabgleich wird die Seniorenabteilung weiter drei Mannschaften stellen können. Allerdings müsse man in Sachen Qualität ein wenig kleiner denken. „Der Kader der Ersten wird sich aus wenig verbliebenen und neu dazu kommenden Spielern aus unteren Klassen, Akteuren der aktuellen Reserve und vielen Nachwuchsspielern zusammensetzen“, erklärt der Sportliche Leiter Markus Plate. Allen Spielern sei der zweigleisige Weg aufgezeigt worden – und alle trügen diesen mit. „Vielen merkt man auch an, dass die Landesliga ein wenig Druck nehmen wird, das wird die Entwicklung fördern“, so Plate. Mit der Landesliga werde man nun wieder attraktiver für die Talente aus Stadtlohn und der näheren Umgebung. Deshalb habe man großen Wert darauf gelegt, dass es im Zuge der Neustrukturierung keine nachhaltigen Auswirkungen auf den Nachwuchsbereich geben werde. „Die starke Aufstellung hilft uns gerade in der jetzigen Lage enorm“, sollten sich die Mannschaften im Leistungsbereich der Jugend weiter in den oberen Spielklassen der Jugend etablieren. Der Übergang zu den Senioren werde so einfacher, weitere Erfolge würde bereits der künftige Kader der Ersten präsentieren.

Dass das Konzept von vielen Seiten mitgetragen werde, habe man in den vergangenen Monaten gespürt. Es wurde viel moderiert, Transparenz war wichtig. Und: „In der Landesliga wird auch richtig guter Fußball gespielt. Das wird schwer genug“, brauche man auch in Zukunft die Geduld und Unterstützung des Umfeldes, so Plate „Jetzt müssen wir auch die Courage besitzen, diesen Schritt gemeinsam nach innen und nach außen zu tragen. Auch wenn es für die junge Mannschaft mal Rückschläge geben wird“, ergänzt Plate. Auf Dauer sei es das Ziel, sich auf diesem Niveau zu stabilisieren.

„Wir merken auch, wie diese Entscheidung vielen den Druck nimmt. Alle wollen Spaß haben an unseren Fußballern und gerne zum Sportplatz kommen“, dankt Steinhage auch den vielen Freunden des Vereins, die in dieser schwierigen Zeit mitgewirkt und unterstützt haben. Ein großer Dank gehe auch in Richtung der Jugend und der Reserve: „Ohne diese Rückendeckung hätten wir die Erste abmelden müssen – mit erheblichem Imageschaden. Das wäre auch unseren Konkurrenten in der Westfalenliga gegenüber unsportlich gewesen.“ Eines habe man auch gemerkt: „Natürlich haben wir alle ein Leistungsstreben – und werden dieses auch behalten. Aber nicht mehr um jeden Preis. Wichtiger als die reine Spielklasse ist, dass ambitionierter Fußball gespielt wird und sich die Leute mit der Sache identifizieren können“, so Schley.

Die vorerst letzte Westfalenliga-Spielzeit wolle man mit Würde zu Ende spielen. Für die Fußballer sei diese Nachricht keine überraschende. „Die Mannschaft wird bis zum Schluss sportlich-fair alles geben. So wie sie es bisher auch getan hat. Und ehrlich: Keiner wird freiwillig zweimal in Folge sportlich absteigen wollen“, bleibe es das Ziel, „nach dem 30. Spieltag über dem Strich zu stehen“, blickt Plate voraus. Ein Zeichen wurde zuletzt gegen Delbrück gesetzt.

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