St. Marien-Gemeinde empfing Besuch aus Brasilien

|   Ahaus

Keine Sozialarbeit trägt sich selbst. Sie ist immer auf Unterstützung angewiesen, auch in Deutschland. Einen  Teil können die Betroffenen – im guten Fall – selbst erwirtschaften, aber nie alles. So beantwortete Professor Dr. Johannes Niggemeier die Frage nach der Zukunft der Projekte von AVICRES in Brasilien. Diese Aussage gilt umso mehr für soziale Arbeit in Brennpunkten wie dem Stadtteil Caonze (K11) in Nova Iguacu, wo die Hilfsorganisation AVICRES unter anderem eine von Ahaus unterstützte Kindertagesstätte betreibt.

Zusammen mit Dr. Niggemeier waren Fátima und Alberto aus Brasilien am vergangenen Mittwoch nach Ahaus gekommen. Begleitet wurden sie von  Karl- Heinz Herting, dem Vorsitzenden der deutschen Brasilieninitiative Avicres e.V. Alle vier waren einer Einladung des Arbeitskreises Nova Iguaçu von der Pfarrgemeinde St.-Mariä-Himmelfahrt gefolgt. Die Gäste wurden zunächst im Eine-Welt-Laden empfangen und danach in der Pfarrkirche St, Mariä-Himmelfahrt, wo Pfr. Plaßmann eine kurze Einführung gab. Es schloss sich eine Andacht an, bevor die Veranstaltung im Karl-Leisner-Haus fortgesetzt wurde.

Dort stärkten sich die Besucher zunächst mit Kaffee, Tee, Kuchen und Schnittchen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Frau Mathilde Fischer würdigte die Ehrenamtlichen und die Spender aus Ahaus, die durch ihr Engagement und ihre finanziellen Zuwendungen das Gelingen der Arbeit von Avicres in Brasilien unterstützen.

Anschließend schilderte Karl-Heinz Herting seine Eindrücke von Nova Iguaçu, die er vor kurzem während eines mehrwöchigen Aufenthalts in der Tiefebene um Rio gewonnen hatte,  untermauert von Fotos und Videosequenzen. So wurde anschaulich, wie problematisch das Umfeld für die Arbeit vor Ort ist. Die an die Ränder der Ballungsräume und der Gesellschaft gedrängten Familien sind auf Hilfe zur Selbsthilfe angewiesen. Die Crêche in K11 nimmt Kinder aus diesem Stadtteil auf, in dem Gewalt und Kriminalität zum Alltag gehören. In vielfältiger Weise werden dort die Fähigkeiten der aufgenommenen Kinder gefördert. Aber auch die Eltern werden durch die Familienpastoral in dem neu hergerichteten Obergeschoss des Gebäudes betreut und geschult.

Alle Mitarbeiter der Avicres-Projekte sind Brasilianer, nicht nur die in der Crêche tätigen.  Für die Professionalität dieser Arbeit setzen sich auch Fátima, als Anwältin, und Alberto als Finanzberater ein. Ihre Aufgabe ist es, die unterschiedlichen Arbeitsbereiche und Anforderungen abzugrenzen, zu koordinieren und zu optimieren.

Die Zuhörer im Karl-Leisner-Haus waren tief beeindruckt von dem Gehörten und Gesehenen, nicht zuletzt von Dr. Niggemeier und seinem Bekenntnis zur Befreiungstheologie. Monika Schmiemann drückte als Sprecherin des Arbeitskreises Nova Iguaçu  ihre Freude und Dankbarkeit aus für die freundschaftliche und herzliche Begegnung, die eine Vertiefung und gegenseitige Bereicherung ermöglicht habe. Als Zeichen der Verbundenheit überreichten Vertreter des Arbeitskreises einen Scheck, dessen Summe der Führung, dem Ausbau und der Pflege der Kindertagesstätte dient.  

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