Sprachsensibel unterrichten: Fachtag für alle Schulleitungen

|   Kreis Borken

"Sprachbildung wird vom Fach ausgehend betrachtet und geplant. Dafür ist jede Lehrkraft in ihrem Fach zuständig." Das stellte Dr. Erkan Gürsoy von der Universität Duisburg Essen in dem ganztägigen Fachtag zum Thema "Sprachsensibler Fachunterricht" heraus, der vom Schulamt für den Kreis Borken in Kooperation mit dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Borken organisiert wurde. 240 Schulleitungen und Lehrkräfte aus der Deutschförderung aller Schulformen sowie Vertretungen der oberen und unteren Schulaufsicht waren in den Borkener Vennehof eingeladen.

Elisabeth Büning, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Schule, Kultur und Sport, sowie Schulrat Michael Ballmann, zuständig für das Thema Integration,  stellten zu Beginn der Veranstaltung die Bedeutsamkeit der Thematik heraus: Diese sei zwar nicht neu, aber bedingt durch vermehrte Zuwanderung zunehmend in den Focus gerückt. In der Regel entwickelten Schülerinnen und Schüler zwar schnell die Fähigkeit im Alltag miteinander zu kommunizieren, ihre bildungssprachlichen Fähigkeiten seien jedoch oft nicht sehr ausgeprägt und würden den jeweiligen schulischen Ansprüchen nicht gerecht. Das gelte auch für viele deutsche Kinder und Jugendliche. Dem entgegenzuwirken sei eine Herausforderung,  die von Kreis und Schulaufsicht sehr ernst genommen werde.

Dr. Gürsoy, welcher als Projektleiter von ProDaZ mehr Sprachbewusstsein in die Klassenzimmer bringen möchte, und seine Kollegin Ingrid Weis verstanden es mit ihren Vorträgen die Zuhörer zu fesseln. Sie betonten, dass Fachlehrer natürlich nicht für den Deutschunterricht verantwortlich seien, sehr wohl aber für das Verstehen in ihren eigenen Fächern. Sprachsensibler Fachunterricht unterstütze aber nicht nur Schüler und Schülerinnen,  die Deutsch als Zweitsprache lernen: Die Förderung der Fach- und Bildungssprache komme allen Lernern zugute. Sprachliche Vielfalt fände sich dazu in jeder Schulform von der Grundschule bis zum Gymnasium, betonte Dr. Gürsoy. Zur Bedeutung der Förderung von Sprache im Fachunterricht hatte er neben anschaulichen Beispielen auch Erfahrungen aus der eigenen Biografie einfließen lassen.

Im Anschluss an die Vorträge berieten die Schulaufsichtsbeamten mit ihren Schulleitungen darüber, wie sich die Erkenntnisse des Tages im Schulalltag umsetzen lassen. Dabei nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zur Diskussion mit Dr. Gürsoy und stellten konkrete Fragen zur sprachsensiblen Unterrichtsgestaltung. Die Pausen wurden von den Schulleitungen rege genutzt, um sich über weitere Unterstützungsangebote des Kommunalen Integrationszentrums, beispielsweise den Sprachmittlerpool, zu informieren.

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