Sportverbände appellieren: Öffnungsprozess nicht gefährden

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Bei der Interpretation der aktuellen Coronaschutzverordnung seit den Lockerungen ab dem 22. Februar in NRW den Amateur- und Freizeitsport betreffend kommt es immer wieder zu unterschiedlichen Interpretationen – auch legen die Kommunen die Regelungen unterschiedlich aus. Deshalb hat sich der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) mit einem Appell noch einmal an seine Mitgliedsvereine gewandt. Er bittet darum, auf eine kreative Auslegung in Richtung Sport in Gruppen zu verzichten, um weitere Öffnungsschritte nicht zu gefährden.

Der FLVW beruft sich dabei auf Gespräche zwischen der Staatskanzlei und dem Landessportbund NRW (LSB NRW) bezüglich der aktuellen Coronaschutzverordnung (22. Februar 2021). §9 der Verordnung untersagt in Absatz 1 unverändert den Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen und die Nutzung der Nebenräume wie Duschen etc.. „Ausgenommen von dem Verbot ist (…) der Sport allein, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes auf Sportanlagen unter freiem Himmel einschließlich der sportlichen Ausbildung im Einzelunterricht. Zwischen verschiedenen Personen oder Personengruppen, die (…) gleichzeitig Sport auf Sportanlagen unter freiem Himmel treiben, ist dauerhaft ein Mindestabstand von 5 Metern einzuhalten.“

Der Landessportbund NRW (LSB NRW) definiert dabei wie folgt: Wenn ein Fußballverein daraus ableitet, dass Spieler und Spielerinnen in größerer Zahl in nicht untereinander wechselnden Paaren Passtraining o.ä. absolvieren, ohne dabei eine Anleitung durch einen Trainer zu erhalten und wenn dabei zwischen den Paaren jeweils ein Abstand von fünf Metern eingehalten wird, dann entspricht das zwar noch dem Wortlaut der Verordnung, nicht aber ihrem Geist. Ein Sportbetrieb im Sinne eines angeleiteten Trainings ist nach Kenntnisstand des LSB NRW in der Staatskanzlei und im Gesundheitsministerium ausdrücklich nicht gewollt. Dies ist aus dem oben zitierten Absatz 1 von §9 abzulesen.

Deshalb hat auch der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen seine Vereine in der Veröffentlichung vom 22. Februar explizit darauf hingewiesen, dass die Öffnung für den Freizeitsport nicht zu einer kreativen Auslegung für den Vereins- und Mannschaftssport führen darf. Eine falsche Ausnutzung und Umsetzung könnte sich schädlich auf den weiteren Öffnungsprozess für den Sport auswirken. Diszipliniertes und verantwortungsbewusstes Handeln ist weiterhin oberstes Gebot. Zudem entscheiden die Kommunen vor Ort, ob sie die Platzanlagen freigeben.

Zur Thematik der unterschiedlichen Regelung – insbesondere im Kinder- und Jugendfußball – zwischen Amateurvereinen und Leistungszentren, letztere die aufgrund der Bestimmungen der neuen Coronaschutzverordnung den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen konnten, strebt der FLVW Gespräche mit dem LSB NRW, der Vertreter des Sports in Richtung Politik ist, an.

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