„SPD-Antrag verbessert Situation in der Tierhaltung“

|   Kreis Borken

Tierschutz in der Nutztierhaltung steht für die Sozialdemokraten im Kreis Borken ganz oben auf der politischen Tagesordnung. Mit ihrem Antrag zu Art und Umfang von Kontrollen im Kreis vom 9. Oktober 2016 hat die SPD-Kreistagsfraktion auf Missstände in den Ställen hingewiesen. „Mittlerweile“, so Ursula Schulte als Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft im Deutschen Bundestag, „hat der Kreis Borken reagiert.“

Bei ihrem Besuch des Kreisveterinäramtes konnten sich Ursula Schulte sowie die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Elisabeth Lindenhahn überzeugen, dass es bei ca. 90 Prozent der durchgeführten Kontrollen keine Beanstandungen gab. Nur bei ein bis zwei Prozent der Fälle käme es zu  Strafanzeigen, erläuterten Dr. Albert Groneveld und Dr. Manfred Ulrich vom Kreis Borken. „Das ist ein politischer Erfolg, ein erstes Ziel. Dennoch müssen wir uns weiterhin für eine kontinuierliche Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren einsetzen“, sagt Ursula Schulte.

Allerdings brennt den Veterinären das Thema „Kastrationsgesetz 2019“ auf den Nägeln. Der Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration ist 2019 definitiv. Veterinäre und Landwirte sehen hier Handlungsbedarf. Zu kompliziert, zu teuer, organisatorisch nicht machbar! Das Tierschutzgesetz schreibt vor, dass die Kastration von Ferkel nur von Veterinären durchgeführt werden darf. Hintergrund ist, dass nicht kastrierte Tiere den „typischen Ebergeruch“ besitzen, der das Fleisch nicht genießbar mache. Ursula Schulte: „Es gibt Alternativverfahren, wie die Immunokastration. Hierbei handelt es sich quasi um einen Impfstoff, der die Bildung von Geschlechtshormonen verhindert. Vielleicht ein gangbarer Weg. Ich nehme das Thema mit nach Berlin in den Fachausschuss. Für mich ist aber ganz wichtig, dass wir einen Ausgleich zwischen dem wohlbegründeten Tierschutz und den Interessen von Landwirten und Verbrauchern finden.“

 

 

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