Spannendes Hochschulprojekt

|   Ahaus

Zwei Semester lang haben vier Studenten der Westfälischen Hochschule in Bocholt am Software-Projekt „Linsenberater“ mit den Augenärzten Gerl, Kretz & Kollegen zusammengearbeitet. „Die Software unterstützt bei der Auswahl des richtigen Linsenimplantats beispielsweise für Patienten mit Grauem Star“, beschreibt dr. med. (Univ. Bud.) Matthias Gerl das Projekt. Hierbei ist es wichtig, sowohl den individuellen Sehgewohnheiten der Patienten gerecht zu werden, aber auch der Anatomie ihrer Augen.

Die Studenten schauten in den Klinik-Alltag hinein und präsentierten dem Verwaltungsleiter und Verantwortlichen für Medizintechnik in der Augenklinik, Matthias Müller, mehrere lauffähige Prototypen. Zum Projektabschluss stellten Davin Hertz, Matthias Bölting, Patrick Löcker und Marvin Hollmann nun in der Augenklinik Ahaus die vorerst letzte Version des „Linsenberaters“ vor. Ihre Leistung lobten Matthias Müller, Hans-Peter Huster, wissenschaftlicher Projektmitarbeiter der Hochschule Bocholt und auch Melanie Hartog, die an der Augenklinik Ahaus Patienten bei der Linsenauswahl unterstützt.
Ein freudiges Lächeln entlockt Melanie Hertog eine frisch eingebaute Funktion, die die Ergebnisse verschiedener technischer Augenvermessungen automatisch einliest. Die Daten braucht sie, wenn sie mit Patienten Linsen-Implantate aussucht. Bei den Augenärzten Gerl, Kretz & Kollegen werden Linsen-Implantate mit minimalen Eingriffen anstelle der natürlichen Linsen eingesetzt, wenn sich die Linsen durch die Erkrankung Grauer Star eingetrübt haben oder wenn sich die Patienten aufgrund anderer altersbedingter Sehbeeinträchtigungen für den Linsenersatz entscheiden. „Die Auswahl der Linsen hängt von den Maßen des Auges ab, aber ebenso von den Sehgewohnheiten des jeweiligen Patienten“, erläutert Unternehmensleiter Dr. med. Florian Kretz (FEBO) die Aufgabe der Software. Für Hartog sind einfühlsame Patienten-Gespräche wichtig. Als sie das erste Mal vom Software-Projekt „Linsenberater“ hörte, war sie skeptisch. Eine App kann sich schließlich nicht in den Patienten hineinversetzen.

Weil sie dies wussten, versuchten Davin Hertz und seine Studienkollegen zunächst Melanie Hartog zu überzeugen. Sie begleiteten die Linsenberaterin bei einem Patientengespräch, lasen sich in die Augenheilkunde ein, hörten einen Vortrag dazu von Unternehmensleiter dr. med. (Univ. Bud.) Matthias Gerl und programmierten fleißig. Offenbar ist ihnen das Einfühlen in die Linsenberaterin gut gelungen. Das Ergebnis überzeugte Hartog wesentlich mehr als die Software eines bekannten deutschen Anbieters. Sie weiß, dass es sie noch einige Arbeit kosten wird, das Programm anzupassen, letztlich könne es sie aber erfolgreich bei den Beratungsgesprächen begleiten.

Matthias Müller, Diplom-Ingenieur für Medizinphysik, freut sich aus einem anderen Grund. Die Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Professor der Hochschule Bocholt, Dr. Bernhard Convent, mit Hans-Peter Huster und den Studenten erlebte er als gutes Beispiel für eine technische wissenschaftliche Arbeit bei den Augenärzten Gerl, Kretz & Kollegen. Er bietet sich gern als Betreuer für weitere solche Arbeiten an, von der Bachelor-Arbeit bis zur Doktor-Arbeit.
Neben solchen wissenschaftlichen Arbeiten im technischen bieten die Augenärzte Gerl, Kretz & Kollegen die Möglichkeit, sich zur Fachärztin oder zum Facharzt auszubilden und arbeiten mit der praxisHochschule Rheine im Dualen Ausbildungsgang Physician Assistant zusammen. Auch hier sind Bewerber immer willkommen.

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