Spannende Biographien kennengelernt

|   Ahaus

Die Arbeit mit Lebensbiographien junger Männer, die in unserer Region aufgewachsen sind, und jenen, die auf ihrer Flucht nun im Westmünsterland leben, brachten spannende Erkenntnisse zutage. Der Fachdienst Integration und Migration des Caritasverbandes für die Dekanate Ahaus und Vreden e.V. hatte die Zielgruppe der jungen Männer aus Ahaus in den Blick genommen und erstmals zu einem gemeinsamen Wochenendseminar eingeladen.

Als die Jugendlichen und jungen Erwachsenen beim abendlichen Lagerfeuer über ihren bisherigen Lebensweg, über Fluchtursachen und Fluchtwege, aber auch über berufliche und familiäre Sozialisation ins Gespräch kamen, waren Betroffenheit ebenso wie Erstaunen Anlass für eine tiefergehende Auseinandersetzung mit den Lebensgeschichten. Christoph Muckelmann vom Projekt „Welcome: Fremde werden Freunde“ der Caritas, der die Veranstaltung gemeinsam mit Boris Wintjens und Dieter Homann leitete, freute sich über die Offenheit in den Gesprächen, in denen sehr deutlich wurde, dass nicht nur in den Lebensbiographien der „neuen Mitbürger“ manche Brüche benannt wurden.

Am Vormittag war die Gruppe in den Kletterwald Ibbenbüren gestartet, wo die jungen Menschen bei Kooperationsübungen in schwindelerregender Höhe auf ganz besondere Weise miteinander in Kontakt kamen. Eigene Grenzen erspüren und auf die innere Stimme zu hören waren weitere wichtige Erfahrungen beim Klettern. „Respekt, Wertschätzung und Toleranz unterschiedlicher Kulturen“, so Boris Wintjens von der Caritas, hätten dabei ebenso im Vordergrund gestanden, wie Begegnung und Kennenlernen, Abbau von Berührungsängsten und beginnende Freundschaften.

Am Sonntag konnten sich die Teilnehmer im bei einem Rennen auf der Kartbahn „Knatterdrom“ miteinander messen. Dort wurde schnell deutlich, dass neben dem Spaß an dem Rennen das Einhalten von Regeln und Grenzen eine wichtige Voraussetzung ist, um ein Ziel zu erreichen.

Gemeinsam mit seinen Kollegen und den Teilnehmern zog Dieter Homann von der Caritas ein sehr positives Fazit dieses neuen Angebotes: Es sei ein sehr intensives Wochenende mit vielfältigen neuen Erfahrungen und Erkenntnissen gewesen, die jungen Männer aus aller Welt hätten viel mit- und voneinander gelernt und erfahren. Es werde, so Christoph Muckelmann, schon jetzt darüber nachgedacht, das Angebot im nächsten Jahr zu wiederholen oder als Angebot für junge Frauen zu konzipieren. Franzis Bußhaus von youngcaritas zeigte sich begeistert über das Engagement und die Beteiligung der jungen Männer und freute sich, das der Caritas-Jahresschwerpunkt des vergangenen Jahres „Zusammen sind wir Heimat“ nicht nur ein Motto sei, sondern konkret gelebt werde.

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Geschichte am Lagerfeuer brachten spannende Erkenntnisse unter den Teilnehmern.
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