Soundseeing-Klangkunstfestival startet in Bocholt

|   Kreis Borken

Mit ihren ortsbezogenen Klanginstallationen belebt die Künstlerin Frauke Eckhardt ab dem 1. Mai das Außengelände des kubaai und die Weberei des LWL-Industriemuseums TextilWerk in Bocholt. Die Ausstellung in der Weberei ist bis zum 30. Juni unter den aktuellen Bedingungen der Coronaschutzverordnung des Landes NRW dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr für den Besuch nach Anmeldung geöffnet. Aktuelle Informationen gibt es unter www.textilwerk-bocholt.lwl.org. Die Ausstellung im Park des kubaai ist ohne Anmeldung jederzeit frei zugänglich!

Mit drei Containern bespielt die Arbeit global drifting den Park des kubaai-Quartiers entlang des Verlaufs der Aa. Die lose aufgereihten Container wecken Assoziationen von Schwemmgut und sind erst auf den zweiten Blick als künstlerische Intervention erkennbar. Lösen Passantinnen oder Passanten die an den Containern installierten Sensoren aus, geben sie die mitgebrachten, inneren Klänge über die jeweiligen Außenwände preis.

Die Klänge basieren auf Soundscapes, also den Klanglandschaften verschiedener Orte der globalen Textilproduktion. Frauke Eckhardt erklärt ihre Entstehung: „Aus den diversen Bereichen der Produktion und Anwendung werden akustische Atmosphären generiert, ebenso aus unwirtlichen Orten, die erst der Mensch mit der Entwicklung textiler Schutzschichten erschlossen hat.“ Die Künstlerin verdichtet all diese Klänge in global drifting und transponiert sie in den urbanen Raum. Es entsteht ein akustisches Gewebe von Raum und Zeit.

Die interaktive Klanginstallation lost waves in der Weberei erinnert an die besondere Geschichte der Weber. Nicht wenige von ihnen erlitten im Verlauf ihres Berufslebens eine ausgeprägte Schwerhörigkeit und damit zunehmende Isolation. In der Weberei des Textilmuseums werden den Besucherinnen und Besuchern regelmäßig die alten Webmaschinen in Funktion vorgeführt. Mit ihren ohrenbetäubenden Klängen füllen sie den Saal und lassen den akustischen Arbeitsalltag der Weber lebendig werden.

Die acht-kanalige Komposition von lost waves bespielt den hölzernen Dachstuhl des Webereisaals mit leisen hohen Klängen. „Die Installation bezieht sich auf die stillen Phasen zwischen den tosenden Präsentationen der alten Maschinen“, beschreibt Frauke Eckhardt ihre Gedanken zu lost waves. „Neben einzelnen Klangereignissen inszenieren klangliche Wanderungen, Verwebungen und vielschichtige Klangflächen ein Nachklingen durch das lichte Weiß des Dachstuhls.“ Mittels sensorbetriebener, verborgener Steuerung werden die Besucherinnen und Besucher Teil dieser Installation. Beide Klanginstallationen sind mit Distanzsensoren und Bewegungsmeldern ausgestattet und können somit auch unter coronabedingten Einschränkungen interaktiv ausgelöst werden.

SOUNDSEEING lädt noch bis Ende September Klangbegeisterte auf viele spannende Konzerte, Workshops und Ausstellungen ein. Kurator des Festivals ist Prof. Stephan Froleyks (Musikhochschule Münster), Trägerin die Landesmusikakademie NRW, Partner sind das DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst, cuba-cultur (Münster), Stadt Bocholt und LWL-Industriemuseum TextilWerk, Kunstverein Münsterland (Coesfeld), rock’n’popmuseum (Gronau), Kloster Bentlage (Rheine), Burg Vischering (Lüdinghausen), Kulturgut Haus Nottbeck (Oelde), Musikschule Ibbenbüren und Heimathaus Altenberge.

Das münsterlandweite Klangkunstfestival Soundseeing wird ermöglicht durch die Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft, der Kunststiftung NRW, der LWL-Kulturstiftung und der Gelsenwasser Stiftung. Kultur und Medienpartner sind Kultur West und WDR3.

Mehr sehen und hören? www.soundseeing.net
www.facebook.com/LandesmusikakademieNRW
www.instagram.com/klangkunstfestival_soundseeing/

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