Senioren erleben Kurzweil in der Stadthalle

|   Ahaus

Wie in jedem Jahr fand Mitte September auf Einladung des Pfarrbezirksrates St. Marien ein Nachmittag für 160 Gemeindemitglieder im Alter von über 80 Jahren statt. Um keiner Anmeldung wegen Platzmangel absagen zu müssen, wurde als Veranstaltungsort das Foyer der Stadthalle gewählt. Viele Helferinnen und Helfer bereiteten die Kaffeetafel vor, empfingen die Gäste und sorgten am Ende der Veranstaltung wieder für geordnete Bahnen.

Für die musikalischen Anteile des Nachmittags konnte die Musiktherapeutin Katrin Oenning gewonnen werden. Mit einem Sologesang aus dem Musical „Elisabeth“ startete sie in den Nachmittag. Die Moderatoren Peter Thiemann und Franz Josef Heyart eröffneten das Programm mit dem Kaffeetrinken. Den fleißigen Spenderinnen der leckeren Kuchen sei dafür ein herzliches „Danke“ gesagt.

Peter Thiemann begrüßte Pfarrer Plaßmann mit einem Blick auf dessen Abschied aus der Gemeinde. „Am Anfang hatten Sie es nicht leicht, in den großen Fußstapfen Ihrer Vorgänger Ihren eigenen Weg zu gehen“, so Thiemann. Und weiter: „Aber schon bald haben wir Sie als einen sehr guten Seelsorger kennengelernt, der in den verschiedenen Situationen stets die richtigen Worte gefunden hat.“ Hervorzuheben seien seine lebensnahen Predigten, sein Glaubenszeugnis und seine Bescheidenheit. Manchmal vermissten die Menschen einen kurzen persönlichen Kontakt mit ihm. Auf dem Rad und zu Fuß sei er immer schnell „vorbeigerauscht“. Thiemann brachte es auf einen Nenner: „Unser Pfarrer ist nicht unhöflich, sondern nur zu schnell!“

Pfarrer Plaßmann blickte auf seine Zeit in Ahaus zurück und machte Mut für die Zukunft. Der Rückzug vieler Menschen aus dem Gemeindeleben, messbar auch an der Zahl der Gottesdienstbesucher, mache ihm Sorgen. Die Gründe lägen sicherlich auch am Umgang der Amtskirche mit den derzeitigen großen Themen, insbesondere den Missbrauchsfällen und den ungelösten Fragen des Zugangs der Frauen zu den Weiheämtern. In jeder seiner bisherigen Gemeinden hätte er aber auch einen Zuwachs an Glauben erlebt - so auch in Ahaus. Als Beispiele nannte er neue Gestaltungen der Fronleichnamsprozessionen, das Angebot der Hausgottesdienste, die lebendigen Adventsfenster. Daran beteiligten sich junge Christen, junge Familien. „Der Umbau der St. Josef konnte leider nicht mehr in meiner Zeit begonnen werden“, so Pfarrer Plaßmann, „aber ich bin zuversichtlich, dass der Kirchenraum dort in seiner verkleinerten Form eine besondere Atmosphäre bieten wird - besonders für Anlässe, für die die St. Marien-Kirche zu groß ist.“ „Der Zeit der Gemeinde mit meinem Nachfolger Pfarrer Jürgens sehe ich sehr zuversichtlich entgegen, zumal er durchaus etwas zu sagen hat zum Glauben und zur Situation der Kirche.“ Und am Ende griff er die Aussage von P. Thiemann auf: „Bei meiner Einführung in St. Amandus in Datteln werde ich die Gemeinde vorbereiten und ihr sagen, dass ich nicht unhöflich, sondern nur zu schnell sei!“ Der große Beifall war ein Dank für seine Worte und sein Wirken in Ahaus.

Zur Erinnerung an die vergangenen 11 Jahre wurde eine Reihe von Bildern mit Pfarrer Plaßmann gezeigt, beginnend mit der Begrüßung in der Gemeinde bis hin zu Momenten aus den zurückliegenden Wochen. Mit dem Lied „Heute hier, morgen dort“ brachten die Anwesenden ihrem Pfarrer ein Ständchen zum Abschied.

Wie in den vergangenen Jahren war Herr Althoff, Erster Beigeordneter der Stadt Ahaus, eingeladen. „Ich komme immer wieder gern zu Ihnen“, so Herr Althoff, „weil ich mich bei Kaffee und Kuchen und in Ihrer Gesellschaft wohl fühle, um Aktuelles zu berichten.

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