Schulung zum Thema Kindeswohlgefährdung

|   Ahaus

Der gesetzlich festgeschriebene Kinderschutzauftrag (§ 8a SGB VIII) in Kitas stellt für  Fachkräfte eine äußerst anspruchs- und verantwortungsvolle fachliche Aufgabe dar. Zum einem gilt es, den Schutz von Kindern vor Gefahren möglichst schnell zu leisten, zum anderem braucht Kinderschutz aber Zeit für die professionellen Eischätzung der beobachtbaren Anhaltspunkte sowie besonnenes und ebenso verbindliches Handeln der  Fachkräfte. Der gesetzlich festgeschriebene Kinderschutzauftrag in Kitas lässt sich daher nicht nur in Form von Ablaufplänen und Dienstanweisungen umsetzen. Vielmehr erfordert er an unterschiedlichen Stellen sowohl konzeptionelle als auch fachliche Weiterentwicklungen. Neben Zeit und Raum für Gespräche mit Eltern müssen die Fachkräfte darin auch entsprechend fortgebildet und geschult werden.

Deshalb hat die Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern des Caritasverbandes Ahaus/Vreden in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Jugend der Stadt Ahaus eine Schulung zum Thema Handlungssicherheit im Kinderschutz in der Villa van Delden durchgeführt. Die Teilnehmerinnen wurden durch Frau Reindl und Frau Roling von der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern des Caritasverbandes über rechtliche Grundlagen, Verfahrensschritte bei gewichtigen Anhaltspunkten einer Kindeswohlgefährdung in Kindertageseinrichtungen, Aufgaben der Einrichtungen sowie das Erkennen, Beurteilen von Kindeswohlgefährdung und den daraus resultierenden Handlungsschritten informiert.

Der Schwerpunkt der Schulung lag hierbei insbesondere darauf,  Kinderschutz als Gesamtprozess zu erfassen , der mit der Sensibilität für gewichtige Anhaltspunkte beginnt, eine qualifizierte Gefährdungseinschätzung unter Hinzuziehung der Eltern, sowie das Hinwirken auf Hilfen vorsieht und schließlich unter Umständen bis zur Hinzuziehung des Jugendamtes geht. Hierzu wurden die Teilnehmerinnen im weiteren Verlauf durch die Mitarbeiter des Jugendamtes, Heiner van Weyck und Ralf Rehorst, über Hilfsmöglichkeiten und Verfahrensweisen bei Meldung ans Jugendamt informiert. Insgesamt nahmen an der Veranstaltung Ende September 16 Erzieherinnen aus Ahauser Einrichtungen teil. Im Februar 2019 folgt eine Vertiefungsveranstaltung zum Thema Einbeziehung der Eltern als zentrales Element zur Sicherung des Kinderschutzes. Diese Veranstaltung wird von Frau Roling und Frau Reimer als Nachfolgerin von Frau Reindl durchgeführt.

Ulla Reindl wird nach über 40 Jahren ihre Arbeit in der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern beenden und Anfang 2019 in den Ruhestand gehen. Einer der  wesentlichen Schwerpunkte ihrer Arbeit ist die professionelle Beratung und Schulung von Fachkräften zur Risikoeinschätzung bei gewichtigen Anhaltspunkten einer Kindeswohlgefährdung sowie den daraus resultierenden Handlungsschritten zur Sicherung des Kindeswohls.

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