Schüler schreiben Weihnachtspost für Senioren

|   Stadtlohn

Anstrengend sei es schon gewesen, meint Hermann. Dem Elfjährigen aus der 6b an der Losbergschule ging es wie vielen seiner Mitschüler: „Was schreibt man am besten, wenn man einem alten Menschen eine Freude machen will?“ Diese Frage habe fast alle Kinder umgetrieben, die bei der Aktion der Schülervertretung der Losbergschule mitgemacht haben, so Carolin Porsch vom SV-Lehrerteam. Die Schüler hätten den Bewohnern und Bewohnerinnen im St. Josef Senioren- und Pflegezentrum eine Freude machen wollen zu Weihnachten. Und weil viele eben nicht so feiern können wie sonst, habe man überlegt, dass es etwas Persönliches sein solle – ein Brief oder sonst etwas selbst Verfasstes von jeweils einem Schüler an jeweils einen Bewohner.

Nach anfänglichem Kopfzerbrechen kam dann aber doch eine große Vielfalt zusammen, die Vertreter der SV nun im St. Josef SPZ dem Bewohnerbeirat übergaben. „Wir möchten etwas zurückgeben“, erklärte Daniel Nietzold vom SV-Lehrerteam. Dankbarkeit und Respekt gegenüber der älteren Generation, aber auch die eigene Erfahrung innerhalb der Familie, dass etwa Oma oder Opa nicht getroffen oder gar umarmt werden können, sind Motivation für Lehrer wie Schüler, mit der bunten Postkiste nicht nur Freude zu bereiten, sondern auch ein Zeichen zu setzen. „Wenn nicht hier, wo dann?“, so Daniel Nietzold. Und Carolin Porsch fügte hinzu: „Man fühlt sich gut, wenn man Gutes tut.“

Neben Briefen finden sich Rätsel, Gedichte, Bilder und auch Gebasteltes in der Kiste. Pünktlich zu Weihnachten bekommt nun jeder Bewohner einen der Umschläge überreicht.

Agnes Wissing, Vorsitzende des Bewohnerbeirats, hätte die Kinder vermutlich am liebsten umarmt. „Wir freuen uns sehr“, so die 76-Jährige. Für sie sei es „immer wieder toll“, mit den Schülern Kontakt zu haben. „Meine Kinder waren auch alle auf der Losbergschule.“

Ludwig Wübbelt bedauerte nur, dass das Corona-Virus eine größere Zusammenkunft verhindert. „Normalerweise wären alle Bewohner hier“, sagte er zu den Kindern. „Dann könntet Ihr das persönlich übergeben.“ Die 12-Jährige Mona aus der 7c erzählte, wie sie für ihren Opa einen Adventskalender mit Gedichten und lieben Grüßen gebastelt habe. Danach fiel es ihr leichter, auch an einen unbekannten Großvater oder eine unbekannte Großmutter Grüße zu richten. Die Beschäftigung mit dem Thema hat die Schülerin offenbar sensibilisiert. Was auf ihrem Wunschzettel steht? „Gar nichts.“
 

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