RWN sucht nach Lösungen für Sportplatzproblematik

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„Derartiges Verhalten unserer Zuschauer akzeptieren wir auf gar keinen Fall. Das sind nicht die Werte, die Rot-Weiß Nienborg vertritt.“ Der erste Vorsitzende des Vereins, Martin Mensing, wurde beim Informationsabend des Vereins sehr deutlich. Rassistische und diskriminierende Äußerungen einiger Zuschauer beim Spiel der ersten Mannschaft gegen SG Gronau gegen gegnerische Spieler und die Beleidigungen gegen den Schiedsrichter durch einige Zuschauer hatten ein Verfahren vor dem Verbandsschiedsgericht des Fußball- und Leichtatletikverbandes Westfalen (FLVW) zur Folge. Im schriftlichen Verfahren wurde der Verein zu einer Geldstrafe von 1.250 Euro (davon 250 Euro zur Bewährung ausgesetzt) verurteilt.

Da der Verein die Vorwürfe einräumt, an der Aufklärung mitwirkt und sich mit mehreren Maßnahmen für die Zukunft wappnet, fiel die Strafe nicht höher aus. Vor allem ist der Verein froh, dass das Gericht von einem Punktabzug absah. „Ich bin total enttäuscht. Ich frage mich, was geht in den Köpfen dieser Menschen vor, die derartige Dinge denken und aussprechen“, kann Mensing derartiges Verhalten nicht nachvollziehen. „Die Zuschauer sollen ihren Energie lieber in die Unterstützung unserer eigenen Mannschaften einsetzen und diese anfeuern“, appellierte er an die Mitglieder, sich gegenüber den Gegnern und Schiedsrichtern respektvoll zu benehmen. „Wir möchten auf gegnerischen Sportplätzen genauso behandelt werden“, sagte Mensing. Enttäuscht zeigte sich der Vorsitzende, dass in dem Urteil das Fehlverhalten der Gronauer Spieler nicht berücksichtigt wurde. In seiner Stellungnahme hatte der Verein berichtet, dass Nienborger Spieler in dem Spiel durch gegnerische Spieler geschlagen, getreten und als „Nazis“ beleidigt wurden. Diese Aktionen geschahen allesamt im Rücken des Schiedsrichters. Zudem wurden Nienborger Zuschauer durch Spieler des Gegners beleidigt. „Diese Vorfälle sind keine Entschuldigung für das Verhalten unserer Zuschauer“, macht Mensing deutlich. In einem Telefonat sicherte das Verbandsschiedsgericht dem Vorsitzenden zu, diese Angelegenheit zuständigkeitshalber zur weiteren Bearbeitung an das Kreisschiedsgericht zu geben. Gegenüber den Verantwortlichen der SG Gronau haben die Rot-Weißen ihr Fehlverhalten eingeräumt und sich dafür entschuldigt. Die Gronauer nahmen diese Entschuldigung an. Mit dem Schiedsrichter des Spiels steht der Verein in Kontakt, hier wird es alsbald ein klärendes Gespräch geben.

„Platz 2 ist das Unwort des Jahres.“ Mit diesen Worten beabsichtigte Martin Mensing auf das nächste brennende Thema des SC Rot-Weiß Nienborg überzuleiten. Von den zahlreichen Gästen wurde er unterbrochen, als sie äußerten, dass Platz 2 das „Unwort der vergangene Jahre in Nienborg“ sei. Seit mehr als vier Wochen ist das zweite Spielfeld nun schon wieder gesperrt. Der aktuell Regen lässt dort auch keine Besserung der Situation erwarten. Die derzeitigen Verhältnisse im Eichenstadion sind für den Verein verheerend. „An einen normalen Training- und Spielbetrieb ist bei uns seit Anfang Oktober nicht zu denken“, gibt Mensing die unhaltbaren Zustände auf dem Sportgelände wieder. Durch witterungsbedingte Spielausfälle an Wochenenden im Oktober werden die Nachholspiele in der Woche angesetzt. Dies hat zur Folge, dass nur noch diese Spiele ausgetragen werden, jedoch zu diesen Zeiten kein Trainingsbetrieb für die 19 Mannschaften stattfinden kann. „Der Unmut im Verein nimmt zu“, gibt der Vorsitzende die Gemütslage der Trainer, Betreuer und Mannschaften wieder.

Zukünftig werden wieder mehr Spiele auf dem Hauptplatz angesetzt, den der Verein Anfang September für 2.000 Euro (aus der Vereinskasse) renoviert hat. Der Platz war überspielt. Gleichgelagerte Schäden erwartet der Verein zeitnah für Platz 3. Martin Mensing hob hervor, dass die Mitarbeiter der Verwaltung, die politischen Verantwortlichen und die bauausführende Firma den Verein vielfältig unterstützen und alles daran setzen, eine Lösung herbeizuführen. So gibt es aktuell Gespräche der Verwaltung mit dem Verein und der Firma in dieser Sache zu angedachten Sanierungsarbeiten auf Platz 2 im kommenden Frühjahr. „Wenn alles reibungslos läuft, ist die Flutlichtanlage auf Platz 4 Ende November fertig“, verkündete Martin Mensing eine frohe Kunde. Er warb dafür, dass sich die Mitglieder auch in dieser Sache engagieren und bei den zahlreichen Arbeiten mit anpacken. Rat und Verwaltung der Gemeinde Heek hatten für diese Baumaßnahme außerplanmäßig finanzielle Mittel bereitgestellt. „Mit einer Flutlichtanlage auf Platz 4 wird sich die Situation auf jeden Fall entspannen“, hofft Martin Mensing auf ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.

Bis zum Jahresende möchte der Verein sein Vereinskonzept fertigstellen, dass er in Zusammenarbeit mit dem FLVW erarbeitet. Hierbei machen sich Vereinsmitglieder Gedanken über die Zukunft des Vereins. Im Jahr 2023 feiert der Verein sein 100-jähriges Jubiläum. Bis dahin sollen die Kabinen 3 und 4 sowie die Heizung im Umkleidegebäude saniert werden. Den entsprechenden Antrag hat der Verein in dieser Woche auf den Weg gebracht. Der Glasfaseranschluss auf der Sportgelände soll in naher Zukunft installiert werden. Auch hofft der Verein, dass es zeitnah Lösungen beim Engpass der mangelnden Kapazitäten in den Sporthallen gibt. Zudem macht sich der Verein aktuell Gedanken über Maßnahmen im Zuge des Landesprojektes „Moderne Sportstätte 2022“. Für all diese Vorhaben setzte der Verein auf vielfältige Ideen und Unterstützung der Mitglieder.

„Wir sind bei Rot-Weiß Nienborg insgesamt sehr gut aufgestellt“, lobte Martin Mensing die Mitglieder und unzähligen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer für ihr vorbildliches Engagement. Das spiegelt sich auch in den guten Tabellenständen der Senioren- und Jugendmannschaften wieder. „Dank einer tollen Gemeinschaft, die wir hier in der RWN-Familie haben, mache ich mir um die Zukunft des Vereins keine Angst“, schaut Martin Mensing hoffnungsvoll nach vorne.

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