Rückkehr in den Normalbetrieb

|   Heek

Heinrich Nettels freut sich. Gleich geht es aufs Trainingsgerät – zuerst werden die Arme in Bewegung gebracht, anschließend sind die Beine dran. Annette Hinz hilft ihm bei den Einstellungen des Geräts und fragt: „Soll ich es etwas stärker einstellen?“ Die Leiterin der Tagespflege St. Anna in Heek-Nienborg beobachtet genau, ob ihr Schützling gut zurechtkommt und ob er seine Übungen therapeutisch korrekt ausführt. Anschließend kümmert sie sich mit einer Mitarbeiterin um eine Dame, die ihr auffällig müde erscheint. Gemeinsam beraten die beiden, was das Beste für ihren Gast ist in dieser Situation.

In der Tagespflege St. Anna folgt alles einem gut eingespielten Rhythmus. Nach einem gemeinsamen Frühstück folgen Gruppenangebote, während parallel in der eigenen Küche das Mittagessen vorbereitet wird. Auf das gemeinsame Mittagessen und die Mittagsruhe folgen Kaffeetrinken und Freizeitangebote. In Zeiten von Corona wurden diese zwar weitgehend eingeschränkt. Heinrich Nettels vermisst die Ausflüge bislang kaum, wie er sagt. „Am liebsten habe ich es hier, schön in der Gemeinschaft.“ Doch inzwischen sieht die Welt auch wieder besser aus. „Hier sind bereits alle geimpft worden“, erklärt Annette Hinz. „Das macht vieles leichter und bedeutet natürlich auch für neue Tagesgäste ein hohes Maß an Sicherheit.“

Doch auch für individuelle Bedürfnisse ist Raum – seien es die Übungen von Heinrich Nettels oder das Mittagsschläfchen, das andere Gäste gerne machen. Ein eigens dafür vorgesehener Ruheraum steht dafür zur Verfügung.

Vorhin saß Heinrich Nettels noch in trauter Runde am Tisch mit den anderen Gästen, wo eine der Mitarbeiterinnen die neuesten Nachrichten aus der Tageszeitung vorlas. Seit sieben Jahren kommt der frühere Industriekaufmann hierher, an drei Tagen in der Woche. „Es gefällt mir gut hier“, sagt er. Er sei gerne in der Gemeinschaft mit den anderen Tagesgästen. Und mit einem verschmitzten Seitenblick auf Beate Ratert fügt er hinzu: „Ich kann nicht klagen. Das Essen ist gut hier.“ Beate Ratert ist Präsenzkraft in der Tagespflege, oder „Mädchen für alles“, wie sie lachend erklärt. Sie kümmert sich vor allem um das leibliche Wohl der Gäste. Täglich ein frisch gekochtes Mittagessen und nachmittags frischer Kuchen gehören dazu. Wer von den Tagesgästen mithelfen mag, ist willkommen. Auch das gehört zum Konzept: Selbstständigkeit stärken.

Wie Heinrich Nettels kommt Beate Ratert aus Asbeck. So sind die beiden schnell bei einem Lieblingsthema: Asbecker Pflaumen. Vom heimischen Boden schwärmen sie, von den Obstgärten, vom Markt, von der Pflaumenkirmes und von den Früchten selbst. Beate Ratert: „Da kommen die gekauften von anderswo nicht mit.“ Leider ist es noch eine Weile hin bis zur nächsten Pflaumenzeit. Aber Kuchen gibt es natürlich trotzdem am Nachmittag.  Heinrich Nettels wird zuvor noch ein paar Kalorien loswerden. Und er hat Ziele: „Ich will versuchen, dass ich wenigstens wieder etwas gehen kann“, erklärt der 74-Jährige.

Annette Hinz ist froh, dass es langsam wieder in einen gewohnten Alltag geht. „Wir können auch wieder neue Tagesgäste aufnehmen.“

Informationen bei der St. Anna Tagespflege: Tel.: 02568 93393-42

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