Praktikum mit Blaulicht

|   Kreis Borken

Mit Blaulicht und hoher Geschwindigkeit fährt ein Polizeiauto durch Bocholt. Ein Verkehrsunfall mit einer Radfahrerin, die womöglich verletzt wurde, ist das Ziel. Neben Polizeioberkommissarin Iris Röckinghausen und Polizeikommissar Philipp Beckert, ist an diesem Tag noch eine dritte Person an Bord des Einsatzfahrzeuges: Johannes Tewiele, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Coesfeld. Er absolviert ein Praktikum bei der Polizei, um mehr über den Arbeitsalltag in diesem Beruf zu erfahren.

„Als Berufsberater helfen wir jungen Menschen bei der Berufswahl. Dazu sollten wir die verschiedenen Berufe natürlich kennen. Wichtig ist, dieses Wissen immer aktuell zu halten“, so Tewiele. Aus diesem Grund hat er sich für einen Schnuppertag bei der Polizei NRW entschieden, um ein praxisnahes Bild der dortigen Aufgaben zu erhalten. „Dieser Bitte sind wir gerne nachgekommen. Nachwuchs wird auch bei uns dringend gesucht. Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit ist dabei ein wichtiger Partner für uns. Sie über unsere Arbeit zu informieren, ist für uns da selbstverständlich“, so Frank Rentmeister, Pressesprecher der Kreispolizei Borken.

Inzwischen ist Tewiele mit den beiden Polizisten am Unfallort eingetroffen. Zur Erleichterung aller ist niemand wirklich verletzt. Der Unfall wird aufgenommen und ein Abschleppdienst gerufen. Für Tewiele war das die erste Blaulichtfahrt: „Mir ist direkt aufgefallen, dass sich viele Verkehrsteilnehmer trotz des Blaulichtes und Martinshorn nicht immer passend verhalten haben“, berichtet er.

Dass nicht nur Einsätze zum Alltag der Polizei gehören, erfährt er ebenfalls, denn zum Unfall muss ein Einsatzbericht erstellt werden, was später in der Dienststelle erfolgt. „Der Job ist eben nicht nur hundert Prozent Action, sondern eher eine Mischung aus Sachbearbeitung und Außendienst“, wie Tewiele feststellt. Auch der zweite Einsatz an diesem Tag bringt viel Papierkram mit sich. Ein Einbruch bei einer älteren Dame. Vor Ort haben die heutigen Kollegen des Praktikanten das Opfer beruhigt, Zeugenaussagen aufgenommen und Spuren gesichert. Zurück in der Dienststelle musste dann eben alles auch zu Papier gebracht werden.

Nächster Einsatz: Fahrerflucht. Der Unfallverursacher konnte vor Ort aber ermittelt werden. Es scheint jedoch als stünde er unter Drogen. Ein Schnelltest konnte nach Diskussion mit dem vermutlichen Täter durchgeführt werden. Er fiel positiv aus. Mit dem Mann ging es dann auf die Wache für einen ärztlichen Test. Immer wieder müssen die Polizisten auf den Mann einreden, ihn beruhigen und zur Mitarbeit bewegen. „Im Umgang mit solchen Personen ist Fingerspitzengefühl gefragt“, stellt Tewiele fest.

Am Ende des Tages hat der Berufsberater der Arbeitsagentur einiges erlebt: „Die Berufserkundung hat sich gelohnt, denn ich konnte viele Eindrücke mitnehmen. Die Arbeit eines Polizeikommissars ist vielseitig, spannend, erstaunlich umfangreich, aber auch anstrengend“, so Tewiele. Bei der Beratung Jugendlicher mit dem Wunsch Polizist werden zu wollen, kann er dann jetzt auf seine eigenen Erlebnisse zurückgreifen.

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