Nienborger Schützen feiern wieder nicht

|   Heek

„Wir werden in diesem Jahr das machen, was erlaubt ist. Ein großes Jubiläumsfest wird es leider nicht werden“, verkündet Präsident Markus Callenbeck den aktuellen Stand der Planungen des Allgemeinen Bürgerschützenvereins Nienborg 1520 e.V. für das Jubiläum „500 +1“. Fest steht, dass es Anfang August kein großes Schützenfest mit Kaiser- und Königschießen, Festball und Sternmarsch mit auswärtigen Schützenvereinen geben wird. Der Verein hofft, im Sommer eine interne Feier durchzuführen. Der neue Vereinskaiser soll im nächsten Jahr ermittelt werden.

In der ersten online-Vorstandversammlung der 1520-jährigen Vereinsgeschichte waren sich die Vorstandsmitglieder am vergangenen Wochenende einig, dass es die gegenwärtige Situation nicht erlaubt, im Sommer an fünf Tagen ein großes Jubiläum mit mehreren tausend Gästen zu feiern. „Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Nicht nur der Verein, das ganze Dorf und die benachbarten Vereine hatten sich auf das Fest gefreut, das bereits im vergangenen Jahr der Corona-Krise zum Opfer fiel. Wir wollen am ersten Wochenende im August auf jeden Fall feiern und etwas für die Nienborger Bevölkerung machen“, sagt Präsident Markus Callenbeck.

Was am 31. Juli/1. August konkret erlaubt sein wird, steht derzeit in den Sternen. Der Vorstand hat die Hoffnung, ein Fest in abgespeckter Form mit den Schützenbrüdern und der Nienborger Bevölkerung feiern zu dürfen. Dabei soll auch die traditionelle Sommerkirmes gefeiert werden. Geplant ist auch die Weihe der neuen Schützenfahne, die zum Jubiläum angeschafft wurde. „Unser Festwirt Marc Köllmann steht mit seinem Team für ein Fest, das wir kurzfristig organisieren können, Gewehr bei Fuß“, freut sich Callenbeck auf die vielfältige Unterstützung.

Das 500-jährige Jubiläum wird der Verein natürlich nicht einfach zur Seite legen. Die Festschrift wird bis zum Sommer dieses Jahres fertiggestellt. Dafür werden am Samstag, 8. Mai 2021,  die Gruppenfotos mit dem Vorstand, den Offizieren und den Majestätinnen und Majestäten gefertigt. Danach erhält das Jubiläumsbuch seinen Feinschliff und geht in den Druck. Der Torbogen auf dem Festplatz in der Niestadt wird im Frühjahr in Eigenleistung durch die Bürgerschützen errichtet.

Durch diese Entscheidung werden die Amtszeiten von Kaiser Wilhelm Mensing und König Jörg Rosery um ein weiteres Jahr verlängert. „Mit einem erweiterten Schützenfest wollen wir das Jubiläum im nächsten Jahr intern feiern und dem neuen Kaiserthron einen würdigen Rahmen geben“, schaut Markus Callenbeck optimistisch nach vorne, dass das Leben im kommenden Jahr wieder in normalen Bahnen läuft. Dann werden die Majestäten aus ihren Reihen einen neuen Vereinskaiser ermitteln.

Die Festbögen werden die Bürgerschützen für ein weiteres Jahr einlagern. Denn im Jahr 2023 stehen in der Dinkelgemeinde die nächsten Jubiläen auf der Tagesordnung. Nienborg wird 825 Jahre alt. Hierbei werden der Allgemeine Bürgerschützenverein Nienborg 1520 e.V. und der Schützenverein Wext-Ammert-Wichum-Callenbeck 1531 e.V. gemeinsam ein zünftiges Schützenfest feiern und den dritten Ortskaiser küren. Seit 1998 regiert Ortskaiser Bernfried Voss mit seiner Kaiserin Elisabeth Voss als Ortskaiserin die gesamte Schützenfamilie in Nienborg. Der SC Rot-Weiß Nienborg feiert im Jahr 2023 sein 100-jähriges Bestehen.

„Ob das Osterfeuer in diesem Jahr abgebrannt werden darf und wann wir unsere Schützenversammlung durchführen werden, das kann ich zurzeit nicht sagen“, sagt Markus Callenbeck. Die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen sind nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung bis auf weiteres nicht erlaubt.

Kaiser Wilhelm Mensing ist mit der Entscheidung und Planung einverstanden. „Ich bin um eine Erfahrung reicher geworden. Eine Versammlung am Computer habe ich bisher nicht erlebt. Ich bedanke mich für den harmonischen Abend. Ich wusste nicht, dass die Technik in Nienborg schon so weit ist - Bleibt gesund!“ sprach der 81-jährige am Ende der harmonischen Vorstandsversammlung das Schlusswort, ehe er das Laptop zuklappte.

„Ich habe Erfahrung von wenigstens 50 Schützenfesten und war auch schon Schützenkönig. Da brauche ich keine Wissenschaftler, um zu sagen, dass wir in diesem Jahr noch nicht feiern können“, hatte auch Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann in dieser Woche klar Stellung bezogen und den Festivals und Schützenfesten für dieses Jahr eine klare Absage erteilt.

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Einen großen Schützenumzug mit zünftiger Blasmusik wird es in diesem Jahr nicht geben.
Im Jahr 2007 jubelte Kaiser Wilhelm Mensing nach dem erfolgten Kaiserschuss. Nun ist geplant, dass die Majestäten der Bürgerschützen im Jahr 2022 seinen Nachfolge ermitteln.
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