Nienborger Musikverein spielt hochklassig

|   Heek

„Das Orchester hat die Qualität, um derartige Musikstücke zu meistern. Das haben die Musikerinnen und Musiker heute eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“ Achim Pradel war nach dem Frühjahrskonzert vollkommen angetan von der Leistung vom Nienborger Musikverein und sehr stolz auf seine Schützlinge. Das Blasorchester wurde den hohen Anforderungen seines versierten Dirigenten vollauf gerecht. Erstmalig in der 95-jährigen Vereinsgeschichte spielten sie mit „Die große Seefahrt 1492“ von Pavel Stanék ein Stück mit dem Schwierigkeitsgrad 6. Erstklassig ließ das Orchester ein bedeutendes historisches Ereignis Klang werden. Ein Wechselspiel der Tonarten, der Bewegung und Tempi, der Klangfarben und der innermusikalischen Spannungskurve. Außergewöhnlich die Dramaturgie, bevor die Entdeckung der Neuen Welt im Hymnus des Finales gefeiert wurde. „Hier hat man gehört, welch großes Potential in dem Orchester steckt“, die Zuhörer waren völlig begeistert.

Den Auftakt des unterhaltsamen Abends im ausverkauften Konzertsaal der Landesmusikakademie bildete die „Nordic Fanfare and Hymn“ von Jacob de Haan. Mit „Lord Tullamore“ und „The Irish washerwomen“ brachte das Blasorchester irisches Flair in den Konzertsaal. In der Polka „Als der Herrgott durch Böhmen ging“ vom legendären Musiker Ernst Mosch glänzten die Tenorhörner und die Baritone.

Eine besondere Herausforderung hatte der Kirchenchor St. Cäcilia bei der Vorbereitung auf das Konzert zu meistern. Dirigent Norbert Rehring erkrankte und konnte mit den Sängerinnen und Sänger nicht mehr proben. „Gott sei Dank sind Musiker und Chorleiter gut vernetzt“, sagte Klaus Lammers, der mit einer harmonischen Moderation durch das vielschichten Programm führte. Andrea und Norbert van der Linde sprangen kurzfristig ein und übernahmen die Leitung und die musikalische Begleitung am Piano. Perfekt eingespielt führte das Ehepaar den Chor durch das Konzert. Mit dem Potpourri mehrerer Wanderlieder „Wer recht in Freuden wandern will“ glänzte der Chor mit traditioneller Volksmusik und ließ das Medley aus dem Musical „Das Phantom der Oper“ folgen. Junge Musik präsentierte das Ensemble mit „Never Enough“ aus dem Musikfilm „The Greatest Showman“. Mit einem Beifallssturm wurde der Chor für seinen wundervollen Gesang durch das Publikum gefeiert, die nochmalige Darbietung von „Never Enough“ war die logische Konsequenz.

Ein Inbegriff bester deutscher Marschkunst ist der „Graf Zeppelin Marsch“, mit dem der Musikverein den zweiten Teil des Konzertes eröffnete. Besonders gefordert war an diesem Abend das Klarinetten-Register. In wirbelndem Tempo stellten die Musikerinnen bei der attraktiven Komposition „Clarinet Cocktail“ ihr technisches Können dar. Das Blasorchester machte mit schillernden Harmonien das musikalische Ereignis perfekt. Die vor Energie, Fröhlichkeit und Enthusiasmus strotzende „Seagate Overtüre“ begeisterte die Zuhörer ebenso wie die Schnellpolka „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß Sohn. Das Publikum feierte die Darsteller mit frenetischem Beifall und erhielt als Zugabe die Polka „Von Freund zu Freund“.

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