Neues Verfahren zur Erkennung von Prostatakrebs

|   Ahaus

Früherkennung ist bei einer Krebserkrankung besonders wichtig. Das gilt auch für Prostatakrebs. Denn, je früher die Erkrankung erkannt wird, die im Anfangsstadium keine Beschwerden verursacht, desto besser kann sie behandelt werden.  Die Urologischen Kliniken in Bocholt und Ahaus des Klinikums Westmünsterland zählen nun zu den wenigen Urologischen Kliniken in Deutschland, die über das neueste Verfahren zur Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata verfügen.

„Durch den medizin-technischen Fortschritt bieten sich neue Möglichkeiten, Prostatakrebs zu visualisieren und zu beurteilen und so Diagnose und Therapie für unsere Patienten auf dem höchsten wissenschaftlichen Niveau zu bieten“, erklärt PD Dr. Frank Oberpenning, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie im St. Agnes-Hospital. Gemeinsam mit seinem Team und dem Team um den Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie im St. Marien-Krankenhaus in Ahaus Dr. Björn Haben ist er in den vergangenen Wochen an dem neuen Medizintechnik-Gerät namens „Uronav“ geschult worden. Der Vorteil, der rund 250.000 Euro teuren medizinischen Innovation, liegt in seiner Feinheit und Genauigkeit. „Gerade bei unklaren Befunden bei Verdacht auf Prostatakrebs ist die Untersuchung mit dem Uronav eine sehr gute Ergänzung“, sagt Dr. Björn Haben.

Die gezielte MRT/Ultraschall-Biopsie, die nun im Klinikum Westmünsterland in Bocholt und Ahaus zum Einsatz kommt, fusioniert die MRT-Abbildungen der Voruntersuchung mit den ultraschallgesteuerten Biopsie-Aufnahmen in Echtzeit. Dadurch können die Prostata und suspekte Läsionen genau abgegrenzt und die Biopsie-Nadel klar visualisiert werden. Nach der Fusion der Magnetresonanztomographie mit den Ultraschall-Abbildungen wird durch zwei winzige Sensorspulen ein kleines, lokal definiertes elektromagnetisches Feld erzeugt. Ähnlich wie beim GPS-System im Auto erfolgt über dieses Feld eine elektromagnetische Navigation, durch welche die genaue Ausrichtung und Lage der Biopsie-Nadel ermittelt wird. Selbst wenn sich der Patient bewegt, wird die Verbindung zwischen den MRT- und Ultraschallabbildungen über einen ausgeklügelten Algorithmus aufrechterhalten.

Die gemeinsame Nutzung des Uronav spiegelt auch den starken Kooperationsgedanken der standortübergreifenden Zusammenarbeit im Klinikum Westmünsterland wider. „Unser Ziel ist, dass alle Patienten im Nord- und Südkreis von der bestmöglichen wohnortnahen medizinischen Versorgung profitieren“, so Dr. Haben.

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