Neue Chance erhalten

|   Kreis Borken

Als Vitali Bensch aus Gronau seinen Arbeitsplatz in der Verwaltung eines Altenheimes verlor, hoffte er darauf schnell wieder eine neue Stelle zu finden. Allerdings musste er feststellen, dass es nicht ganz so einfach war. Viele Bewerbungen liefen ins leere. Mit Unterstützung der Agentur für Arbeit ist es ihm jedoch gelungen beruflich wieder Fuß zu fassen.

Der 33-jährige ist schwerbehindert, kann die linke Körperhälfte nicht vollständig benutzen. „Das hat die Suche nach einem neuen Job sicherlich nicht leichter gemacht“, erklärt Petra Dingbaum, seine Arbeitsvermittlerin bei der Agentur für Arbeit in Gronau, und ergänzt: „Viele Arbeitgeber haben immer noch Vorbehalte, wenn es um die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen geht.“ Den gelernten Bürokaufmann wollte sie, trotz vieler erfolgloser Bewerbungen nicht aufgeben und förderte ihm eine Qualifizierung im Bereich der Buchhaltung. „Kaufleute mit diesen Kenntnissen sind gefragt, das sollte die Chancen für Herrn Bensch deutlich steigern“, erklärt Dingbaum.

„Für mich war die Weiterbildung eine neue Möglichkeit, doch noch einen Arbeitsplatz zu finden“, sagt Bensch, der sich mit neuer Motivation nach der erfolgreichen Teilnahme wieder intensiv auf die Jobsuche machte. Über die Jobbörse der Arbeitsagentur fand er schließlich ein Stellenangebot in Schüttorf. Dort hielten die Expertin für Unternehmensübertragungen Bärbel Schnee-Gronauer und ihr Ehe­mann, der auf Wirtschaftsrecht spezialisierte Rechtsanwalt Dr. Andreas Schnee-Gronauer, Ausschau nach einem neuen Mitarbeiter. „Wir suchten jemanden, der uns viele Arbeiten im Büro abnehmen kann. Vor allem aber jemanden, der auch persönlich zu uns passt“, erklärt Bärbel Schnee-Gronauer.

Zahlreiche Bewerbungen haben die beiden gesichtet und einige Vorstellungs­gespräche geführt. Am Ende setzte sich Vitali Bensch durch. „Wir haben das Gefühl gehabt, das es mit ihm passen könnte“, erklärt Bärbel Schnee-Gronauer die Entscheidung für Vitali Bensch. Gemeinsam mit Bernd Krug, Arbeitsvermittler für Schwerbehinderte und Rehabilitanden bei der Agentur für Arbeit Coesfeld und Petra Dingbaum wurde dann zunächst ein Probearbeiten geplant. „So haben Arbeitgeber und Bewerber die Chance, sich in der Praxis kennen zu lernen“, betont Krug und ergänzt: „Gerade wenn körperliche Einschränkungen vorliegen, gibt es beiden Seiten Sicherheit zu wissen, welche Auswirkungen diese im Job haben, oder noch wichtiger, welche sie nicht haben.“

Seit August 2018 hat Bensch einen befristeten Arbeitsvertrag und damit endlich wieder einen Job. „Er ist schon jetzt eine große Hilfe und entlastet uns im Büro“, erklärt Andreas Schnee-Gronauer. So bearbeitet Bensch die Wiedervorlage, kümmert sich um die Aktenorganisation, erledigt Teile der Buchhaltung und einiges mehr. „Allerdings haben wir auch festgestellt, dass aufgrund seiner Behinderung das Arbeiten mit Maus und Tastatur nicht immer ideal ist“, berichtet Andreas Schnee-Gronauer und fügt hinzu: „Ich war der Überzeugung, dass es da sicherlich Hilfsmittel gibt, die das Arbeiten erleichtern.“ Mit dieser Fragestellung wandte er sich erneut an die Agentur für Arbeit.

Dort wurde der technische Beratungsdienst eingeschaltet. Dieser schaute sich die Gegebenheiten am Arbeitsplatz an und schlug verschiedene Hilfsmittel vor. „Wir können hier die Anschaffung besonderer technischer Geräte übernehmen, damit Herr Bensch seine Arbeit ohne größere Einschränkungen erledigen kann“, erklärt Krug. Eine besondere Tastatur und Maus werden nun ebenso angeschafft wie eine Software, die das Diktieren per Sprachbefehl ermöglicht, sodass Vitali Bensch seine Chefs noch weiter entlasten kann.

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