„Nein zu Gewalt an Frauen und Kindern in Vreden“

|   Vreden

Rund 100 Kinder der Vredener Grundschulen kamen zusammen, sangen und tanzten mit viel Power und Freude, um ein deutliches Zeichen zu setzen für "frei Leben – ohne Gewalt". Viele Eltern waren dabei, um die Aktion des Arbeitskreises "Keine Gewalt an Frauen und Kinder in Vreden" zu unterstützen. In den Grundschulen wurde in dieser Woche das Thema Gewalt thematisiert. Für Jürgen Banken, Leiter der OGS, ist es eine Herzens Angelegenheit. "Und wenn wir nur einem Menschen mit unserer Aktion helfen, dann ist es das wert!" "Es ist wichtig, die Kinder zu bestärken, auf ihr Gefühl zu hören und "nein" zu sagen, wenn ihre persönlichen Grenzen überschritten werden", berichtet er weiter.

Immer wieder blieben Passanten stehen und betrachteten die bunte Menge. "Toll, dass ihr auf dieses schwierige Thema hinweist, es wird oft verharmlost und man denkt immer, hier in Vreden gibt es das nicht. Aber leider findet es überall statt!" So eine Besucherin des angrenzenden Cafés. Die Mitglieder des Arbeitskreises wollen die Sensibilität für häusliche Gewalt weiter stärken und Betroffene unterstützen. Unterstützung erhielten sie auch durch den "Weißen Ring" " mit vielen Infomaterialien zum Thema.

Die Zahlen machen deutlich, wie wichtig diese Arbeit ist. So gab es nach Auskunft der Kreispolizeibehörde allein im vergangenen Jahr 708 Strafanzeigen wegen häuslicher Gewalt im Kreis Borken. In 302 Fällen wurden Personen von der Polizei ihrer Wohnung verwiesen und erhielten ein Rückkehrverbot. Laut Statistik liegt die Dunkelziffer bei 90% - erschreckend hoch.

"Gewalt gegen Frauen hat viele Facetten und betrifft Frauen in allen sozialen Schichten und allen Altersgruppen, mit und ohne Migrationshintergrund, mit und ohne Behinderung. Gewalt ist nie in Ordnung. In der Beratungsarbeit wird Frauen daher in jeder Situation vermittelt, dass es ist nicht ihr Fehler oder ihre Schuld ist, wenn sie Opfer von Gewalt werden. Und dass es Auswege aus der Gewalt gibt", teilt Christine Ameling, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Vreden, mit. Jeden Tag erleben Millionen Frauen Gewalt – körperlich und psychisch. Doch gerade einmal 20 Prozent der Betroffenen wenden sich an Beratungs- oder Unterstützungseinrichtungen. Weil sie kein Vertrauen haben, dass ihnen jemand glaubt, weil sie Angst haben oder weil sie sich schämen. Viele wissen einfach nicht, welche Anlaufstelle für sie die richtige ist.

Flyer des Arbeitskreises wurden verteilt, der die Kontaktdaten aller Ansprechpartner hier in Vreden beinhaltet. Zusätzlich wurde auf das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" hingewiesen. Dies ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 und via Online-Beratung werden Betroffene aller Nationalitäten unterstützt, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte werden dort anonym und kostenfrei beraten.

Fragen zum Thema beantwortet Christine Ameling, Gleichstellungsbüro der Stadt Vreden, Tel. 02564/303 207.

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