Nach Atommüll-Protest Sondersitzung des Stadtrates

|   Ahaus

Mit einer Kundgebung protestierten rund 150 bis 200 Personen am Sonntag vor dem Atommüll-Lager in Ahausgegen die jüngste Entscheidung der Bezirksregierung Münster zur längeren Lagerung von „schwach- und mittelradioaktivem Müll“ in Ahaus. Danach soll die ursprünglich für zehn Jahre erteilte und inzwischen ausgelaufene Lagerungs-Genehmigung bis zum Jahr 2057 verlängert werden.

In einer Pressemitteilung der Ahauser Bürgerinitiative vom 17. Juli heißt es dazu: „Nach den Leitlinien der Entsorgungskommission ist die Sicherheit der Zwischenlagerung solcher Abfälle nur für einen Zeitraum von 20 Jahren gewährleistet. Größere Zeiträume sind nicht überschaubar. Demnach hätte das 2010 in Betrieb genommene Lager maximal bis 2030 genehmigt werden dürfen.“

Die Ahauser Bürgerinitiative, die im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) organisiert ist, war über die gute Beteiligung an der Kundgebung erfreut und rief zum weiteren Widerstand gegen Atomkraftwerke, Atomanlagen und Atomtransporte auf. Udo Buchholz vom Vorstand des BBU wies bei der Kundgebung in seinem Redebeitrag auf die zahlreichen Atomanlagen im Nahbereich von Ahaus hin.

Dabei ging er besonders auf die Uranfabriken in Gronau und Almelo (NL) ein, sowie auf den Atomstandort Lingen im Emsland. Zudem informierte er über die gefährlichen Uranmüllexporte von Gronau nach Russland und über die drohende Laufzeitverlängerung des niederländischen Atomkraftwerkes in Borssele. Außerdem wies er auf das aktuell laufende Genehmigungsverfahren zur Verlegung der Amprion-Stromtrasse von Wietmarschen bis Schermbeck hin. Die Trasse verläuft zwischen Gronau und Ochtrup parallel zur A 31 in südliche Richtung, verlässt bei Gronau-Epe die A 31 und schwenkt nördlich von Ahaus in südwestliche Richtung. Bis zum 21. August können Einwendungen erhoben werden. Buchholz betonte, dass die Trasse naturschutzrelevante Bereiche betreffen kann und dass es sinnvoll ist, auch in Süddeutschland verstärkt Windkraftanlagen zu errichten.

Am Donnerstag, 30. Juli, findet in Ahaus eine Sondersitzung des Ahauser Stadtsrates statt. Hauptthema ist die Verlängerung der Einlagerungsgenehmigung für das Ahauser Zwischenlager durch die Bezirksregierung Münster vom 17. Juli. Eingeladen zur Ratssitzung sind auch Vertreter der Bezirksregierung sowie der Betreibergesellschaft des Zwischenlagers (BGZ). Sie haben ihre Teilnahme zugesagt. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus (Ratssaal) der Stadt.

In zwei Wochen wird am 9. August 20 Kilometer nördlich von Ahaus gegen die bundesweit einzige Urananreicherungsanllage in Gronau demonstriert. Auch hierzu rufen unter anderem die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus und der BBU zur Teilnahme auf. Veranstalter ist das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

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