Mit „grünem“ Kalk zur klimaneutralen Trinkwasseraufbereitung

|   Ahaus

Für die Trinkwasseraufbereitung setzen die Stadtwerke Ahaus seit Ende April 2021 auf klimaneutralen Kalk und sparen damit eine Menge CO² ein. Im Wasserwerk Ortwick und im Wasserwerk Heek wird für die Aufbereitung und Enthärtung des Trinkwassers Kalkmilch, ein Gemisch aus Kalk und Wasser benötigt. Was zunächst paradox klingt, macht durchaus Sinn: Die Kalkmilch wird dem Wasser beigemischt und führt dazu, dass sich die Härte aus dem Trinkwasser löst, mit den ebenfalls hinzugefügten Quarzsandkörnchen verbindet und zu kleinen Kugeln kristallisiert. In dieser Form kann ein großer Teil der Härte dann einfach aus dem Wasser gefiltert werden. So kommt das Wasser bereits deutlich weicher bei den Ahauser und Heeker Haushalten an.

Pro Jahr benötigen die Stadtwerke Ahaus zum Enthärten des Trinkwassers ca. 550 Tonnen Kalk. Bis zur Umstellung belief sich der gesamte CO² Ausstoß für die Herstellung einer Tonne Kalk auf 884,85 kg. Doch den Kalk, der für diesen Prozess beigemischt werden muss, beziehen die Stadtwerke nun klimaneutral. Dabei handelt es sich um Level BLUE® Kalk von Lhoist. Bereits bei der Herstellung des Kalks wurden bei dem Lieferanten Prozesse und Maschinen so weit optimiert, dass ein Teil CO² im Vergleich zur konventionellen Herstellung eingespart wird. Um den Ausgangsstoff Kalkstein nutzen zu können, wird er bei großer Hitze gebrannt. Betrieben werden die Maschinen und Öfen dafür mit Ökostrom, in Zukunft soll hierbei auch grüner Wasserstoff zum Einsatz kommen. Die restlichen, unvermeidbaren Emissionen werden durch Förderungen von verschiedenen Umweltprojekten, wie Aufforstung oder Energiegewinnung aus Wasserkraft ausgeglichen. Nicht nur die Herstellung, auch der Transport des Kalks bis zu den Wasserwerken wird ausgeglichen und ist somit ebenfalls klimaneutral. 

Innerhalb des ersten Quartals konnten so schon über 270 Tonnen CO² eingespart werden. Ralf Haveresch, Abteilungsleiter der Netze und Werke bei den Stadtwerken Ahaus sieht eine große Chance in der Reduzierung der CO²-Emmissionen bei der Trinkwasseraufbereitung: „Trinkwasser ist ein wertvolles Lebensmittel. Mit der Umstellung auf klimaneutralen Kalk können wir bei der Aufbereitung des Wassers einen nicht unerheblichen Teil der Emissionen einsparen, ohne Abstriche bei der Qualität machen zu müssen. So können wir auch bei der Versorgung unserer Region mit Trinkwasser unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten.“ Die Stadtwerke Ahaus versorgen mit den beiden Wasserwerken Ortwick und Heek ca. 12.500 Haushalte mit Trinkwasser.

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