Mit „Blinkie durchs Berkeltal geistern“

|   Vreden

Schaurige Geschichten erzählten sich die Menschen einst in Vreden. Von schwarzen Hunden mit rot funkelnden Augen war die Rede, von „witten Wiefkes“, vom „Heemänneken“, einem Teufel in Holzketten und vielem mehr. Die meisten dieser Sagen sind in Vergessenheit geraten. Sie schlummern zwischen alten Buchdeckeln - unter anderem im „kult“. Dort hat ein junges Autorenteam sie jetzt, unterstützt von Dr. Volker Tschuschke, für eine Hörspielreihe wieder hervorgeholt.


Mit „Blinkie durchs Berkeltal geistern“ lautet das Motto eines Hörspielprojektes, zu dem die Bürgerstiftung Westmünsterland im Rahmen des NRW Kulturrucksack-Programms Mädchen und Jungen in Vreden, Stadtlohn und Gescher in diesem Sommer eingeladen hat. In drei Episoden erwecken die Zehn- bis 14-Jährigen die Sagengestalten entlang der Berkel wieder zu Leben. „Sie erzählen ihre Geschichten jedoch nicht nach“, unterstreicht Projektkoordinatorin Marita Rinke. Vielmehr seien die von Generation zu Generation überlieferten Legenden Teil dreier fantasievoller Geschichten, die die Mädchen und Jungen mit dem Steinfurter Autor Klaus Uhlenbrock entwickeln.


Die Vredener Episode trägt den Titel „Blinkie und der feurige Schatz“ - und ist inzwischen fast fertig. Nach den Recherchen im „kult“ und der Entwicklung der Rahmenhandlung, haben die Jugendlichen die Dialoge, die Uhlenbrock ihnen geschrieben hat, am vergangenen Freitag eingelesen. Einen Bereich der Stadtbücherei verwandelten sie dazu in ein Aufnahmestudio. Uhlenbrock packte dort die Aufnahmetechnik aus, stellte die Mikrofone auf – dann ging’s zur Sache.

Auf dem mittelalterlichen Markt in Vreden beginnt die Vredener Episode. Dort preisen Artur alias Moritz Eßeling und sein Vetter Wim aus Winterswijk (gesprochen von Johannes Decker) ihre handgewebten Stoffe an, als die junge Hildegard am Diek (Lena Bennink) sie dort entdeckt. Sie ist begeistert, ganz im Gegensatz zu ihren Brüdern Johann und Jan (Johann und Justus Jaschke), die um jeden Taler feilschen. Kein Wunder: Soll doch „der alte Rudolf am Diek um sein Heim und den Schatz der Familie Karten gespielt – und alles verloren“ haben. In Ellewick , so wird berichtet, soll dieser Schatz vergraben sein, „wo er in manchen Nächten mit feurigem Glanz auf sich aufmerksam macht“. Doch werden ihn Artur und Wim dort finden? Und welche Rolle spielt dabei das Heemänneken (Kati Roßkamp), das sich im dunklen Wald auf die Schulter von Swantje (Imke Schönebeck) setzt?

In Kürze werden es die Spaziergänger entlang der Berkel erfahren. Denn die Bürgerstiftung Westmünsterland plant die drei Hörspiel-Episoden entlang des Flusses und in den drei Städten über OR-Codes zu veröffentlichen. Allerdings muss die Vredener Episode jetzt zunächst im Studio geschnitten und bearbeitet werden. Außerdem sind die Autorenteams in Stadtlohn und Gescher noch dabei, ihre spannenden Geschichten zu entwickeln. Weitere Informationen zur Bürgerstiftung Westmünsterland und zum Hörspiel-Projekt gibt es unter www.buergerstiftung-westmuensterland.de

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