Mit BiZ-Besuch zum Karrierestart

|   Kreis Borken

Wenn Borand Hasanaj von seiner täglichen Arbeit berichtet, dann strahlen seine Augen. Der 20-jährige Albaner erlernt gerade seinen Traumberuf und absolviert eine Ausbildung zum Hotelfachmann. Um sich diesen Traum erfüllen zu können, hat er sich im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit auf die Suche nach einer Lehrstelle gemacht.

Die deutsche Frau seines Bruders brachte Borand auf die Idee, eine Ausbildung in Deutschland anzustreben: „Sie sagte, dass die Qualität der Ausbildung hier viel besser ist als in Albanien“, berichtet der zurzeit in Rosendahl-Osterwick Lebende. Mit einem Touristenvisum kam er nach Deutschland. „Mit meiner Schwägerin habe ich in dieser Zeit jeden Tag vier Stunden lang die deutsche Sprache gelernt, denn ich wusste, nur mit deutschen Sprachkenntnissen finde ich auch eine Ausbildung“, erklärt er.

Gemeinsam gingen sie auch zum BiZ in die Arbeitsagentur nach Coesfeld, um an dem dortigen Bewerbungs-PC passende Bewerbungsunterlagen zu erstellen. Der Zufall wollte es, dass an diesem Tag dort ein Informationsnachmittag rund um Berufe im Hotel- und Gaststättenbereich stattfand. „Wir haben die Gelegenheit sofort genutzt und Herrn Hasanaj mit den Ausstellern ins Gespräch gebracht“, erinnert sich Mechtild Thesing vom BiZ-Team der Arbeitsagentur. Sie stellte ihn auch Matthias Rulle, Geschäftsführer und Inhaber des Brauhauses Stephanus, vor, der sein Unternehmen während des Infotags mit einem Stand präsentierte. „Borand hat uns seinen Berufswunsch so begeisternd dargestellt. Er wirkte sehr motiviert, so dass wir ihm vom Fleck weg eine Ausbildung angeboten haben“, erzählt Rulle.

Seit vier Monaten ist Borand nun Auszubildender im Stephanus Brauhaus in Coesfeld. Derzeit ist er für das Frühstück im angeschlossenen Hotel verantwortlich: „Ich baue das Buffet auf, kümmere mich um die Versorgung der Gäste und schaue, dass alles reichlich vorhanden ist.“ Danach hilft er im Service im Restaurant und dem Housekeeping. „Seine Arbeit macht er hervorragend und mit großer Freude. Schwierigkeiten gibt es lediglich in der Schule aufgrund der Sprache“, verdeutlicht sein Chef. Mit sogenannten „ausbildungsbegleitenden Hilfen“ (abH) wird Borand durch die Agentur für Arbeit daher gefördert. Einmal die Woche erhält er Nachhilfe, um den Stoff der Schule zu vertiefen. „Sprachliche Hilfe und ein Stützunterricht ist extrem wichtig, aber eben auch eine schwierige Aufgabe, die im Betrieb nicht immer zusätzlich zu leisten ist“, weiß Matthias Rulle, der dankbar für diese Unterstützung ist.

Der junge Albaner versucht die Herausforderungen mit viel Einsatz zu bewältigen: „Ich konzentriere mich aktuell auf die Ausbildung, hier möchte ich gut sein. Den Beruf mache ich, weil ich Spaß daran habe und mich jeden Tag freue hier zu sein. Andere Dinge, wie ein Führerschein oder die Wohnungssuche müssen noch etwas warten.“ Momentan ist er bei seinem Bruder in Osterwick untergekommen. „Er fährt jeden Tag mit dem Fahrrad über 10 Kilometer zur Arbeit, das muss man sich mal überlegen“, lobt Rulle, der schon mehrfach versucht hat, eine Wohnung für Borand zu finden: „Das ist schwer, viele lehnen ihn ab.“ Trotzdem ist er weiter aktiv, um seinem Auszubildenden zu helfen: „Vielleicht meldet sich ja noch jemand mit einer kleinen Wohnung in Coesfeld“, hofft der Gastronom.

 

Ein „Zuhause“ hat Borand aber schon, denn er sagt, dass er sich im Brauhaus sehr wohl fühlt. Besonders freut sich darüber Mechtild Thesing: „Es ist sehr schön zu sehen, das unser Aufeinandertreffen im BiZ zu so einem tollen Ergebnis geführt hat. Man merkt Borand an, das er äußerst zufrieden ist!“

« Zurück zur Übersicht
Ein Angebot von