Mit Begeisterung Fachhochschulluft geschnuppert

|   Kreis Borken

Isabell Mösler vom Werner von Siemens Gymnasium in Gronau schwankt noch zwischen Humanmedizin und Informatik als zukünftiges Studienfach. Ismail Ahmad, ebenfalls von Werner von Siemens Gymnasium, ist sich bereits relativ sicher, dass er Mechatronik studieren möchte. Franz Kunze vom Gymnasium Georgianum in Vreden wiederum strebt ein Studium im IT-Bereich an. Sie sind drei von insgesamt zehn Schülerinnen und Schüler regionaler Gymnasien, die in den vergangenen Wochen an dem „Dualen Orientierungspraktikum“ teilgenommen haben. In diesem schnupperten sie zunächst einmal Studentenluft, in dem sie ein speziell auf ihr Alter zugeschnittenes Vorlesungsprogramm am Campus Bocholt der Westfälischen Hochschule besuchten. Im zweiten Teil konnten sich die Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines fünftägigen betrieblichen Praktikums ein praxisnahes Bild von verschiedenen technisch-orientierten Berufen machen.

So richtete sich das zum siebten Mal im Nordkreis durchgeführte Praktikum an Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe, die sich für Technik und IT begeistern, aber noch nicht genau wissen, welche Möglichkeiten ihnen eine Fachhochschulausbildung bietet bzw. wie der Ingenieurinnen- und Ingenieursberuf im Unternehmensalltag aussehen kann. Im hochschulpraktischen Teil haben die Schülerinnen und Schüler u.a. eine Mathematik-Vorlesung gehört und konnten in weiteren angebotenen Vorlesungen echte „Hochschulluft“ schnuppern. Die Praktikantengruppe führte ebenfalls in den Laboren der Fachbereiche am Standort der Westfälischen Hochschule in Bocholt während eines Löt- und Schraubkurses oder im Motorenprüfstand verschiedene praktische Übungen durch. Daneben wurden die Studiengänge „Informatik-Softwaresysteme“ und „Angewandte Elektrotechnik“ – ebenso mit jeweils anschließenden Praxisübungen vorgestellt.

Dass das Duale Orientierungspraktikum auch in diesem Jahr durchgeführt werden konnte, ist der Kooperation verschiedener Partner zu verdanken. So hat das unter dem Dach der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mbH (WFG) angesiedelte zdi-Zentrum Kreis Borken über sogenannte „MINT-BSO-Mittel“ der Agentur für Arbeit die Finanzierung sichergestellt und koordinierend die Ansprache der Schulen übernommen. Der Verband Münsterländischer Metallindustrieller (VMM) konnte auch in diesem Jahr Unternehmen verschiedener Branchen für den betriebspraktischen Teil gewinnen. Praktikumsplätze stellten u.a. die Firmen AXA Entwicklungs- und Maschinenbau GmbH aus Schöppingen, BETEBE GmbH, Laudert GmbH & Co.KG, Beuting Metalltechnik GmbH (alle aus Vreden), d.velop AG aus Gescher, Tobit Software aus Ahaus, Interdomo GmbH aus Emsdetten und KTR Systems GmbH aus Rheine und zur Verfügung.

Bei der Abschlussveranstaltung am Standort Ahaus der Westfälischen Hochschule wurde von allen Beteiligten ein positives Fazit gezogen. „Das duale Orientierungspraktikum ist ein idealer Weg für junge Menschen, um das eigene Potenzial in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern und Berufsbildern zu prüfen“, erläuterte Prof. Dr. Christian Heßing, der das Angebot am Hochschulstandort Ahaus leitet. Bernd Kemper, Geschäftsführer vom Verband VMM und Philipp Terhart von der Agentur für Arbeit in Coesfeld, stellten mit aktuellen Zahlen und Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt die sehr guten Chancen gerade in den technischen Berufen dar. In einer lockeren Talkrunde mit zwei Studenten der Westfälischen Hochschule, geleitet von Kirsten Vennemann, Projektleiterin des zdi-Zentrums Kreis Borken, erfuhren die Praktikantin und Praktikanten dann noch viel Wissenswertes über die Vorteile des Studienstandortes Ahaus und Bocholt und das duale Studium.

Der große Nutzen ist für alle Beteiligten Motivator, das Konzept des Dualen Orientierungspraktikums auch in den kommenden Jahren fortzuführen: Der Fachkräftemangel in Ingenieurberufen und anderen technisch-naturwissenschaftlichen Berufen gilt als eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Gleichzeitig bieten diese Berufe gute Karriere- und Zukunftschancen für junge Menschen. Das Duale Orientierungspraktikum ist ein ideales Angebot, um bei Schülerinnen und Schüler durch Information und Praxiseinblicke Impulse für eine Berufswahl auf diesem Gebiet zu setzen. Durch Einblick in Hochschulinhalte wird Transparenz zu verschiedenen Studiengängen geschaffen. Die beteiligten Unternehmen haben die Möglichkeit, ihr Berufsspektrum in der Anwendung zu präsentieren und unter Umständen sogar potentielle Fachkräfte zu einem sehr frühen Zeitpunkt kennen zu lernen.

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