Menschenfreundlichkeit und große Vielfalt am bklm

|   Ahaus

Rote Herzen, ein Mann und eine Frau, die voller Erwartung zum weltbekannten Hit der Beatles „All you need ist love“ auf einander zulaufen - so begann die allgemeine Abschlussfeier 2019 des Berufskollegs Lise Meitner (bklm) vor gut 650 Gästen. Gibt es jetzt einen Heiratsantrag, fragte sich mancher der 650 Gäste. Nein, das Moderatoren-Lehrerteam Ilka Löhring und Raphael Medding wollte den Zuschauern noch weitere Aspekte der Liebe vermitteln.

In einem Festakt werden die knapp 300 erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen aus acht verschiedenen Bildungsgängen für ihre schulischen und beruflichen Abschlüsse in der feierlich geschmückten Stadthalle Ahaus geehrt. Einige von Ihnen kamen ohne deutsche (oder gar englische) Sprachkenntnisse und haben in der Internationalen Klasse ihren ersten deutschen Schulabschluss erworben. Andere haben einen zum Teil langen Werdegang am bklm und konnten nach sechs Jahren Ihren Abschluss in der Fachschule für Sozialwesen erlangen.

 „Was hat Liebe denn mit Schule zu tun?“, so die Frage der Moderatorin Löhring an ihren Kollegen. „Ganz einfach – Nächstenliebe und die haben wir und Sie erlebt am bklm! Denken wir nur an die Synonyme Wohltätigkeit, Güte und Menschenfreundlichkeit“, so Medding. In ihrer letzten Rede als Schulleiterin hob Frau Grote die große Emotionalität auch in ihrer Begleitung mit der Schülerschaft hervor. „Es gab viel Freud, aber auch Leid bzw. erforderliche Anstrengung auf dem Bildungsweg bei uns am bklm“, so die Schulleiterin.

„Es erinnert mich an Georg Christoph Lichtenberg, der in seinem Aphorismus die grundsätzliche Alternative unseres Lebens in - Lernen oder Leiden – formulierte“, so Grote. „Mit Lernen meint Lichtenberg das Wollen, das aktive, engagierte Herangehen, das Umgehen und sich Auseinandersetzen des Menschen mit Herausforderungen. Tun wir dies nicht, versuchen wir herumzugehen und zu umgehen, werden wir über kurz oder lang das Leben erleiden“, so die Worte der Schulleiterin. Sie appelliert: „Nicht das Lernen ist Leiden, sondern Nichtlernen führt zum Leiden. Sie haben grundsätzlich die Möglichkeit sich zu entscheiden zwischen Lerne ich, oder leide ich. Lernen wir nicht, so bleiben wir im Alten verhaftet und damit verbleiben wir in einer eingeschränkten Handlungsfähigkeit.“ „Ich wünsche Ihnen“, so Grote, „dass Sie Freude an neuen Lernherausforderungen haben und Lernerfolge oft erleben und genießen können!“

In Ihrer persönlichen Rede an die erfolgreichen Absolventen spricht die Bürgermeisterin Karola Voß die drei Punkte Veränderung, Verantwortung und Verständnis an. „Seien Sie sich sicher, Ihr Leben wird sich noch einmal unglaublich verändern und die Digitalisierung hilft Ihnen dabei, die Dinge zu tun, die Ihnen wirklich wichtig sind! Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Leben und für unsere Umwelt, und an alle Älteren wie mich hier, zeigen Sie Verständnis für die Bedürfnisse der jungen Menschen“, so Voß. „Ich wünsche Ihnen alles Gute und ein glückliches Leben. Haben Sie keine Sorgen, wenn Sie mal den falschen Weg eingeschlagen haben, Sie können immer wieder neue Wege gehen!“ so die ansprechenden Worte der Bürgermeisterin.

Der Festakt wurde durch zwei musikalische Beiträge der SHR 11 unter der Leitung von Thomas Renkhoff unterstrichen. Mit dem Beitrag „Lichterkette“ von Sascha wurde stimmungsvoll eingeführt und aus dem bekannten Rhythmus von Opus „Live is Life“ wurde eine eigene Feier-Hymne „Ihr seid frei“, die zum Ende hin den Saal mitriss. Die Schülervertreterin des bklm Joana Gebker brachte die Abhandlung von Aristoteles über die Tugend der Mitte mit. Sie erörterte den Zuhörern die Probleme des Übermaßes, also dem zu viel an Arbeit und dem Mangel, dem zu wenig an Arbeit. „Lebt die Mitte aus und findet eine gute Balance zwischen Mangel und Übermaß. Ich wünsche euch eine gute Balance in eurem weiteren Leben“, so die Schülersprecherin. Die Klasse FOS 11D der Fachoberschule nahm sich das Thema Selbstbildungsprozess vor und berichtete herrlich authentisch über die stressige Zeit in der Schule und im Berufsfeld. Die Schülerinnen Ilayda Coban und Milani Celoeva, begleitet durch ihre Lehrerin Jeanette Kaiser, wagten sich an die echten Schulthemen heran und machten deutlich wie stressig das Lernen mit all den doofen SLs und Klausuren ist.

Im Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt nahm die FOS die Festgäste auf eine Reise mit. „Auf Kurs bleiben, das war nicht immer leicht. Die letzten Jahre waren davon geprägt uns auf unser zukünftiges Leben vorzubereiten. Es gab in Mengen Klausuren, Sonstige Leistungen und Abschlussprüfungen und nicht zuletzt Dinge, die uns gerne mal vom Kurs abgebracht haben, wie unsere drei bis vier Nebenjobs, Partys und nicht zuletzt Netflix“, so die Worte der Schülerschaft. Die Dialogpredigt von Katharina Boonk und Uwe Weber machte deutlich, wie wichtig es ist, Kurs zu halten und damit Orientierung und Halt in schwierigen Phasen zu finden. „Wir wünschen Ihnen für ihren weiteren Ausbildungs- und Lebensweg Leuchttürme, die Sie auf Kurs halten und Vertrauen“, so Weber und Boonk.

Zur feierlichen Zeugnisübergabe an die knapp 300 Absolventen wurde mit dem Abschlusszeugnis eine tolle bklm Mappe sowie die Festschrift zum 50jährigen Schuljubiläum überreicht.

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