Legdener Mühlenbach und Dinkel werden naturnah umgestaltet

|   Legden

Die "Stiftung Kulturlandschaft Kreis Borken" gestaltet aktuell den Legdener Mühlenbach sowie die Dinkel im Gemeindegebiet Legden naturnah um. Seit gut vier Wochen werden diverse Einzelmaßnahmen durchgeführt, um die EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen sowie die ökologische Gewässerentwicklung und die Gewässerdurchgängigkeit zu verbessern. Nun stellte der Kreis Borken mit der Gemeinde Legden, dem Wasser- und Bodenverband Oberes Dinkelgebiet, dem Planungsbüro ISW Ingenieur Sozietät sowie der Firma Plate das Gemeinschaftsprojekt vor. "Wir wollen der Natur das zurückgeben, was ihr einst genommen wurde", betonte Hubert Grothues, Bau- und Umweltdezernent des Kreises Borken und gleichzeitig Vertreter der "Stiftung Kulturlandschaft Kreis Borken". Insgesamt sei eine deutliche Verbesserung der Flora und Fauna an Dinkel und Mühlenbach zu erwarten. Voraussichtlich Ende Juli sollen die Baumaßnahmen, deren Planung 2015 anlief, abgeschlossen sein.

Im Legdener Mühlenbach werden zwei künstliche Einbauten entfernt, die bislang ein Wanderhindernis für Fische und andere Wasserlebewesen darstellen. Anschließend wird die Gewässersohle in eine durch einen Anwohner zur Verfügung gestellte Fläche neben dem Legdener Mühlenbach umgelegt. Durch Gewässeraufweitungen und das Einbinden von Totholz in Form von Baumstümpfen und Wurzeln wird neuer Lebensraum geschaffen. "Diese müssen sehr gut befestigt werden, um bei Hochwasser nicht zu einem Hindernis zu werden", erklärte Alfons Büscher, Verbandsvorsitzender des "Wasser- und Bodenverband Oberes Dinkelgebiet". Die Ufer sollen zudem mit diversen Seggenarten bepflanzt werden und so die renaturierten Bereiche ökologisch optimieren.

In der Dinkel besteht momentan ein großer Sohlabsturz, der die natürlichen Wanderungsprozesse von Fischen und Kleinstlebewesen einschränkt. Ein flaches Gerinne mit 24 Einzelbecken, das durch einzelne Querriegel aus Naturstein unterteilt ist, soll dem entgegenwirken. So können Wasserlebewesen ungehindert in ihre natürlichen Lebensräume auf- und abwandern.

"Ich freue mich, dass die Natur hier wieder mehr Platz bekommt", sagte Dieter Berkemeier, Bürgermeister der Gemeinde Legden. Friedel Wielers, Abteilungsleiter Planung, Natur-, Arten- und Hochwasserschutz, Wasserbau des Kreises Borken, unterstrich die gute Zusammenarbeit mit den Anliegern, die ihre Flächen für die Bauzeit vorübergehend zur Verfügung gestellt haben. So können die genutzten Baumaschinen ohne Probleme an die Gewässer gelangen.

Die Gesamtkosten inklusive Planungsleistungen und Gutachten für beide Maßnahmen belaufen sich auf circa 385.000 Euro. Die Bezirksregierung Münster fördert diese Maßnahme zu 80 Prozent mit Landesmitteln. Die restlichen 20 Prozent werden durch Mittel des Kreises abgedeckt.

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