Leben mit der Coronakrise in Ahaus

|   Ahaus

Das „normale“ Leben ist in Ahaus, genau wie fast überall anders auch, zum Erliegen gekommen. Die weitere, und vor allem schnelle Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verhindern, ist im Moment das Gebot der Stunde. Vor allem landesweit geltende Erlasse und Regelungen stecken den Rahmen dessen ab, was zurzeit möglich ist und auf was die Bürgerinnen und Bürger verzichten müssen.

In Ahaus kümmert sich der Fachbereich Sicherheit und Ordnung im Wesentlichen um die Umsetzung der Coronaschutz-Verordnung. Täglich erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Gesundheitsamt des Kreises Borken Mitteilung darüber, bei welchen Ahauserinnen und Ahauser die häusliche Quarantäne anzuordnen ist. Noch am gleichen Tag wird die Ordnungsverfügung den Betroffenen persönlich zugestellt. Danach meldet sich 14 Tage lang einmal täglich das Ordnungsamt bei diesen Personen telefonisch um den Gesundheitsstand zu erfragen, es geht u.a. um die Körpertemperatur und bestehende Symptome. Erst wenn mindestens zwei Tage lang keinerlei Symptome mehr vorhanden sind, kann die Quarantäne aufgehoben werden. In Ahaus wurden (Stand: 8. April) 252 häusliche Quarantänen angeordnet, 145 sind bereits wieder beendet worden und 55 wurden verlängert. Die Stadtverwaltung kontrolliert darüber hinaus, ob die Bestimmungen der Schutzverordnung, vor allem auch in Geschäften des Einzelhandels und den Gastronomiebetrieben, eingehalten werden.

 Das Einhalten von Hygienevorschriften ist für die Feuer- und Rettungswache immer, aber in Zeiten der Coronakrise eine besonders wichtige Aufgabe. Es ist für das dortige Personal oberste Priorität, nicht infiziert zu werden, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Daher herrscht an der Wache am Adenauerring auch ein Zutrittsverbot. An Schutzausrüstung fehlt es derzeit nicht. Die ehrenamtlichen Feuerwehrleute sind ebenfalls frühzeitig mit Schutzmasken ausgestattet worden. Das Servicetelefon, dass die Stadt Ahaus als erste Kommune im Kreisgebiet, für Fragen rund um die Covid19-Infektion, seit dem 16. März eingerichtet hat, wird noch immer gut angenommen. Je nach Informationslage in den Medien, kommen vermehrt Fragen auf die Hotline zu. Bei vielen Anrufern, so die Erfahrung der letzten Wochen, ist das Bedürfnis, auf konkrete Fragen eine klare Antwort zu bekommen, groß.

 Seit dem 16. März sind die Schulen und Kitas nur noch für die Notbetreuung geöffnet. Nicht an allen Schulen werden Betreuungsangebote in Anspruch genommen, hier auch nur von relativ wenigen Kindern. Das  schwankt allerdings von Tag zu Tag. Dagegen werden aktuell in 13 Kindertageseinrichtungen insgesamt 37 Kinder im Rahmen der Notbetreuung versorgt. Zehn Kinder werden zudem in der Tagespflege betreut.

Ein besonderes Augenmerk liegt momentan auf die sozialen und familienunterstützenden Dienste. Es ist wichtig, durch die Sozialarbeiter einen engen Kontakt zu den Familien zu behalten, gerade weil sich die Tagesstruktur so immens verändert hat und ganze Familien zu Hause, in manchmal kleinen Wohnungen, die Zeit verbringen müssten. Es gibt in Ahaus derzeit aber keine besonderen Vorkommnisse.

Wie in Kitas und Schulen ab dem 20. April verfahren wird, ist aktuell noch unklar. Nach der Abstimmung zwischen der Bundeskanzlerin und den 16 Ministerpräsidenten wird es am 15. April weitere Informationen geben. Nichts destotrotz laufen die Planungen schon für eine Wiederaufnahme des Betriebs in Kitas und Schulen, unabhängig davon, wann es wieder los geht und in welchem Umfang

Gleiches gilt für das Rathaus. Seit dem 17. März sind die Türen für Bürgerinnen und Bürger, genau wie in den anderen Städten und Gemeinden im Kreis Borken, geschlossen. Anliegen werden natürlich weiterhin per Telefon, E-Mail oder digital über die Homepage der Stadt entgegengenommen. In besonders dringenden Angelegenheiten können auch persönliche Termine z.B. mit dem Bürgerservice vereinbart werden. Die Arbeit im Rathaus läuft momentan im Schichtbetrieb, um im Falle einer Infektion eines Beschäftigten nur auf wenige Kolleginnen und Kollegen verzichten zu müssen. In nur wenigen Wochen konnten zudem bis heute 100 Homeoffice-Arbeitsplätze eingerichtet werden, um die Aufgaben auch von zu Hause aus bearbeiten zu können. Bürgermeisterin Karola Voß wünscht sich, das Rathaus für die Bürgerinne und Bürger möglichst bald wieder öffnen zu können. Aber auch hier wird es voraussichtlich, wie es sich bei zahlreichen Fragestellungen bewährt habe, mit den anderen Kommunen im Kreis eine einheitliche Vorgehensweise geben.

Neben dem Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern soll auch die politische Beratung und Beschlussfassung wieder aufgenommen werden. In den vergangenen Wochen wurden einzelne Entscheidungen im Wege der Dringlichkeit durch Unterschrift der Bürgermeisterin und der sechs Fraktionsvorsitzenden beschlossen. Der Rat hat diese dann in seiner nächsten Sitzung zu genehmigen. Wichtig sind aber darüber hinaus, die politische Diskussion und die Beschlussfassung im kompletten Gremium. So haben sich auch die Fraktionsvorsitzenden dafür ausgesprochen, unter Einhaltung von Abstands- und Hygienevorschriften, die geplante Ratssitzung am 29. April stattfinden zu lassen.

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