Landwirte bringen Farbe in Feld und Hof

|   Kreis Borken

Die Landschaft im Münsterland wird seit Jahrhunderten in erheblichem Maß von der Landwirtschaft geprägt – die Gestaltung und die Pflege dieser Kulturlandschaft trägt seit jeher zum Erhalt und zur Erhöhung der Biodiversität bei. Gleichzeitig bieten die Höfe im Kreis Coesfeld vielfältigen Lebensraum für die unterschiedlichsten Pflanzen, Tiere und Insekten. „Hecken, Staudenbeete, Totholzhecken oder Trockenmauern beherbergen eine Vielzahl an Kleintieren. Bäume, Scheunen, Tennen und Nistkästen bieten den unterschiedlichsten Vogelarten Unterschlupf und Nistmöglichkeiten – unter ihnen auch die in jedem Jahr wiederkehrenden Schwalben“, so Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld und erklärt weiter: „Außerdem finden die Tiere auch in den trockenen Sommertagen auf den Höfen die lebensnötigen Wasserquellen. Schwalben beispielsweise benötigen für einen stabilen Nestbau Schlamm, den sie nicht auf versiegelten Flächen finden.“

Zudem tragen die Landwirte im Kreis auch durch eine Vielzahl unterschiedlicher ergänzender Maßnahmen zur Biodiversität bei. So werden beispielsweise Feldvogelinseln, Lerchenfenster oder Uferrandstreifen angelegt oder Flächen extensiv bewirtschaftet. „Viele Landwirte nehmen an freiwilligen Agrarumweltmaßnahmen teil. Dies sind insbesondere Uferrandstreifen oder Brachen, die nicht mehr der landwirtschaftlichen Erzeugung dienen, sondern der Förderung der Artenvielfalt und dem Gewässerschutz zugutekommen“, berichtet Marianne Lammers, Geschäftsführerin der Kreisstellen Coesfeld und Recklinghausen der Landwirtschaftskammer NRW, und fasst zusammen: „Mit 1.250 ha Fläche gehört der Kreis Coesfeld zu den Führenden in ganz NRW!“ Gleichzeitig sind außerdem etwa 50 Prozent der Ackerflächen im Winter begrünt, da die Landwirte über die, von der EU geforderten Greening-Maßnahmen hinaus, in erheblichem Maß und freiwillig Zwischenfrüchte anbauen. Das verbessert die Bodenstruktur und vermeidet Auswaschungen.

Unabhängig von der EU-Förderung legten die Landwirte, inzwischen bereits im vierten Jahr in Folge, wieder die Blütenpracht am Wegesrand an. Unter dem Motto: „Wir bleiben zuhause und machen die Landschaft für alle bunter!“ säten die Landwirte im Kreis Coesfeld in diesem Frühjahr ihre Blühmischungen an den Feldrändern aus. Die Motivation bei den Beteiligten ist nach wie vor ungebrochen und wird bestärkt durch die vielen positiven Rückmeldungen. „Das Schöne an der Aktion ist ja, dass so viele positives daraus ziehen. Die Landschaft wird für Mensch, Tier- und Insektenwelt bunter“, erklärt Christiane Tücking aus dem Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld. Die Blütenpracht am Wegesrand bietet für Feldhase, Fasan, Kiebitz und Rebhuhn einen wichtigen Zufluchts- und Aufzuchtort. Gleichzeitig bietet sie eine wesentliche Nahrungsquelle und Lebensraum für Honigbienen, Hummeln, Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten.

„Viele Insekten leisten durch ihre Bestäubungsarbeit einen bedeutsamen Beitrag für gute Erträge in Obstbau und Landwirtschaft“, erklärt Michael Uckelmann. „Die Menge Saatgut die in diesem Jahr von den Landwirten bestellt wurde, reicht rechnerisch für die Aussaat auf einer Fläche von etwa 140 Fußballfeldern. Das ist wirklich enorm und übersteigt die Menge vom letzten Jahr noch einmal.“ Tobias Großerichter, Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit ergänzt: „An dieser Aktion möchten wir auch im nächsten Jahr festhalten. Die Streifen blühen mit etwas Glück und dem passenden Wetter vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein und das freut alle gleichermaßen. Zusätzlich möchten wir 2021 mit einer Aktion rund um die „Blütenpracht am Wegesrand“ an die Kindergärten im Kreis herantreten und einen Wettbewerb ausloben. Dies musste leider in diesem Jahr corona-bedingt ausfallen und verschoben werden, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.“

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