„Krummer Leewer Häär“ am neuen Standort

|   Vreden

Es ist schon eine Vredener Besonderheit, dass sich seit Jahrhunderten an den vier Straßen, die aus der Innenstadt führen, vor jedem früheren Stadttor ein religiöses Standbild befindet. Vor dem Wassermühlentor steht die Statue des St. Johannes von Nepomuk aus dem Jahr 1748 an der Berkel, am Lüntener Tor das sogenannte Franzosenbild mit der Pieta von 1795 und vor dem Wüllener Tor die Mariensäule, die anlässlich der Neugestaltung der Straße 1987 gestiftet wurde und einen historischen Vorgänger hatte.

Das vierte Standbild ist der "Krumme Leewe Häär" (= der krumme liebe Herr) vor dem früheren Windmühlentor. Es stellt den kreuztragenden, unter dem Kreuz gefallenen Christus dar.

Dieses Standbild aus Kalkstein wurde 1984 auf Anregung des Heimat- und Altertumsvereins der Vredener Lande e.V. und mit Hilfe der Nachbarn durch den in Vreden geborenen Bildhauer Bernhard Gewers aus Natrup-Hagen geschaffen. Es ist eine Nachbildung des Originals, das in der Mitte des 18. Jahrhunderts vor dem Windmühlentor aufgestellt wurde und noch bis Anfang der 1960er Jahre an der Straßenecke Windmühlentor/Pferdemarkt stand. Damals musste es dort einer Straßenerweiterung weichen und war wegen der fortgeschrittenen Verwitterung des Sandsteins nicht mehr zu restaurieren.

Wegen der jüngst von der Stadt Vreden durchgeführten Umgestaltung der Königstraße und der Windmühlenstraße musste der "Krumme Leewe Häär", der am Parkplatz des Ärztehauses eingerahmt von einer Buchenhecke stand, erneut für eine Parkplatzerweiterung weichen.

Auch wenn das Standbild seinen Standort jetzt nur wenige Meter verändert hat, ergibt sich für den Betrachter dennoch ein ganz anderes Bild. Der "Krumme Leewe Häär" steht seit kurzem an der Straßenecke Butenwall/Windmühlentor und blickt nun in Richtung Innenstadt. Das gereinigte Standbild und der neue Mauersockel mit dem Inschriftstein wurden, wie schon vorher, auf ein gepflastertes Podest gestellt. Der dreieckige mit Blaubasalt gestaltete kleine Vorplatz bildet zusammen mit den zukünftigen Grünanlagen im Hintergrund einen würdigen  Ort für dieses Zeichen des Glaubens, das – wie schon seine Vorgänger – wieder als Segensstation bei der Großen Prozession dienen wird.

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