Krisenstab befasste sich mit Afrikanischer Schweinepest

|   Kreis Borken

"Wir haben heute eine weitere Chance genutzt, den Ernstfall zu proben, bevor er plötzlich tatsächlich dann eintritt", konstatierte Landrat Dr. Kai Zwicker bei der Abschlussbesprechung einer Tierseuchenübung im Kreishaus in Borken. Szenario dabei: Ein im Kreis Borken aufgefundenes verendetes Wildschwein war mit dem Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert. Der Leiter des Fachbereichs Tiere und Lebensmittel der Kreisverwaltung Borken, Dr. Albert Groeneveld, hatte dazu gemeinsam mit Kreis-Ordnungsdezernentin Dr. Elisabeth Schwenzow und Kreis-Veterinär Dr. Manfred Ulrich das Übungsgeschehen entwickelt. Mit den daraus resümierenden behördlichen Maßnahmen setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Übung heute auseinander.

Neben Fachleuten aus verschiedenen Bereichen der Kreisverwaltung wirkten Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde Reken, der Kreispolizeibehörde, des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, der Landwirtschaftskammer Borken und der Kreisjägerschaft sowie Kreisbrandmeister Johannes Thesing im eigens gebildeten Krisenstab mit. Im Falle eines Ausbruchs dieser Tierseuche im Kreisgebiet ist der Kreis Borken als Ordnungsbehörde federführend für die Bekämpfung zuständig.

Ausgangslage der Übung war der Fund eines mit ASP infizierten Wildschweins in einem Waldgebiet in der Gemeinde Reken. So galt es, das Tier zu bergen. Zudem mussten weitergehende Maßnahmen vorbereitet, durchführt und koordiniert werden. Um die Situation zu bewältigen, musste ein "gefährdetes Gebiet" sowie eine "Pufferzone" ausgewiesen werden, in denen dann besondere Restriktionen vor allem für die Landwirtschaft gelten. "Dabei wurde deutlich, dass im Ernstfall viele Arbeitsschritte parallel und reibungslos ablaufen müssen, um ein Seuchengeschehen erfolgreich zu bearbeiten", resümierte Kreis-Veterinär Dr. Ulrich nach der Übung.

Bei der ASP handelt es sich um eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Schweine (Haus- und Wildschweine) betrifft und für diese meist tödlich ist. "Für den Menschen stellt sie keine Gefahr dar – weder durch den Verzehr von Schweinefleisch noch über direkten Tierkontakt", betont Dr. Manfred Ulrich. Der Nachweis des Virus bei Wildschweinen habe im Kreisgebiet jedoch gravierende Auswirkungen auf die heimischen landwirtschaftlichen Betriebe. Für sie würden dann erhebliche Transportbeschränkungen gelten. Zudem entstünden massive Vermarktungsprobleme.

Landrat Dr. Zwicker bedankte sich in der Abschlussbesprechung bei allen Mitwirkenden: "Jeder hat sich mit seinem Fachwissen und großem Engagement eingebracht", lobte er. Auch Dr. Elisabeth Schwenzow freute sich über die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten und fügte hinzu: "Nach wie vor hoffen wir aber, dass die Afrikanische Schweinepest nicht bei uns auftreten wird."

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