Kreis lässt Rampen aus Naturschutzgebiet „Hohenhorster Berge“ entfernen

|   Kreis Borken

Zugegeben, für ambitionierte Mountainbiker ist das Terrain sehr verlockend: Das Naturschutzgebiet "Hohenhorster Berge" bietet ihnen viele sportive Herausforderungen. Daher ist es erklärlich, dass sich in dem Waldgelände offensichtlich Gruppen von Geländefahrern eigene Übungsstrecken herrichteten und dabei sogar massive Rampen aus Holz aufstellten. Doch das Ganze hat allerdings einen gewaltigen Haken, wie die Untere Naturschutzbehörde des Kreises kurz und knapp konstatiert: "Dieses Treiben ist illegal!". Der Kreis hat daher in Zusammenarbeit mit der Stadt Bocholt die Beseitigung der vorgefundenen Rampen veranlasst.

Nach den Feststellungen der Naturschutzbehörde haben Unbekannte innerhalb der Waldflächen Trassen angelegt und Sprungschanzen aus Paletten errichtet. "Gerade in der aktuell bestehenden Setz- und Brutzeit kann das nicht geduldet werden", betont Friedel Wielers vom Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken. Es sei wichtig, Flora und Fauna in dem Naturschutzgebiet zu schützen.

Knapp vier Prozent der Kreisfläche sind als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden – und das aus gutem Grund. Dies sind oftmals die letzten und einzigen Rückzugsräume von Tier- und Pflanzenarten in einer immer stärker belasteten Landschaft. Folgerichtig gilt dort das Verbot, sich abseits von Wegen aufzuhalten. Mit "Wegen" sind hier nur eigens angelegte Wege mit entsprechend ausgebauter Struktur gemeint. Hingegen gehören forstliche Rückewege oder Trampelpfade, die ansonsten beruhigte Gebiete durchschneiden, nicht dazu. Ein Verstoß gegen die in Naturschutzgebieten geltenden Verbote stellt eine Ordnungswidrigkeit dar kann mit einer Geldbuße geahndet werden.

"Wir freuen uns, wenn Erholungssuchende, Spaziergänger und Naturliebhaber die ‚Hohenhorster Berge‘ besuchen, die Natur erleben und dort – gerade in Corona-Zeiten – Abschalten können", konstatiert Friedel Wielers und ergänzt: "Jedoch ist es wichtig, dass sich alle Besucherinnen und Besucher zum einen natürlich an die geltenden Corona-Regeln halten, aber sich zum anderen auch rücksichtsvoll gegenüber der Natur und den Lebewesen verhalten." So soll dort zum Beispiel auch kein Müll, wie To-Go-Becher oder alte Mund-Nasen-Bedeckungen, weggeschmissen und Hunde an der Leine geführt werden. Auch die Stadt Bocholt und der NABU-Kreisverband appellieren, sich umsichtig zu verhalten und das Gebiet zu schützen.

Die betroffenen Mountainbiker, die sich eine Art Übungsgelände in dem Naturschutzgebiet eingerichtet haben, werden gebeten, mit den heimischen Radsportvereinen Kontakt aufzunehmen bzw. sich diesem anzuschließen. Die Vereine verfügen oftmals über geeignete Trainingsgelände. So verfügen im Kreisgebiet beispielsweise der Radsport-Club Bocholt 1977 e.V. oder der Trialclub Stadtlohn über Areale, die viele Herausforderungen bieten. In Haltern gibt es zudem einen "Bikepark", der auf Initiative eines Vereins in Zusammenarbeit mit der Stadt entstanden ist.

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