Kompetenznetzwerk tauscht sich aus

|   Kreis Borken

Zahlreiche Einrichtungs- und Pflegedienstleitungen der insgesamt 46 vollstationären Altenheime im Kreis Borken haben jetzt an der Auftaktveranstaltung des Kompetenznetzwerks "Hospizkultur und Palliativversorgung in der stationären Altenhilfe" in Borken teilgenommen. Die Kreisverwaltung Borken hatte dazu gemeinsam mit "Alpha NRW" – Ansprechstellen im Land Nordrhein-Westfalen zur Palliativversorgung, Hospizarbeit und Angehörigenbegleitung – eingeladen.

Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster begrüßte die Anwesenden im Kreishaus in Borken. Er betonte, dass Altenheime als Sterbeorte immer mehr an Bedeutung gewinnen. "Pflegeeinrichtungen sind für viele Menschen letzter Wohnort, letztes Zuhause", konstatierte er. Zudem wies er darauf hin, dass Altenpflegeeinrichtungen derzeit mit vielen Herausforderungen konfrontiert seien, allen voran der Fachkräftemangel. "Sie alle leisten eine gesellschaftlich besonders wertvolle Arbeit", lobte Dr. Hörster die Vertreterinnen und Vertreter der vollstationären Pflegeeinrichtungen. Abschließend sprach er allen Pflegekräfte sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Heime seinen besonderen Dank aus. Irmgard Hewing von "Alpha NRW" in Westfalen-Lippe verdeutlichte die Aufgaben der Ansprechstellen. Diese wurden 1992 durch das Gesundheitsministerium eingerichtet und befassen sich mit der Hospiz- und Palliativversorgung in Nordrhein-Westfalen. Die Ansprechstellen unterstützen Institutionen und Akteure, die Sterbende begleiten und versorgen. Hewing erklärte, dass eine Hospiz- und Palliativkultur und vor allem eine positive Haltung zum Leben die Altenhilfe unterstützen.

Gudula Decking von der Kreisverwaltung Borken berichtete aus ihrer Tätigkeit in der Heimaufsicht und über den aktuellen Stand der stationären Palliativversorgung im Kreis Borken. Hauptsächliche Sterbeorte seien Krankenhäuser und Altenheime. Aus diesem Grund änderten sich seit einigen Jahren die Anforderungen an die Einrichtungen. Die Palliativpflege habe einen immer höheren Stellenwert. Hierfür benötigten Pflegekräfte besonderes Wissen über die Hospizidee und die Palliativversorgung. Ein gut funktionierendes Netzwerk – bestehend aus Palliativmedizin, -pflege und psychosozialer Betreuung – sei dabei unverzichtbar.

Drei Einrichtungsleitungen, Barbara Bollwerk vom AWO Jeanette-Wolff-Seniorenzentrum Bocholt, Jürgen Kaling  vom Haus Sankt Walburga in Ramsdorf und Melanie Märtens vom Seniorenzentrum Langenkamp in Borken, gaben anhand eines Fallbeispiels Einblicke in die Praxis. Im Anschluss betonte Andreas Gerdes vom ambulanten Hospizdienst der Caritas Borken, dass es besonders wichtig sei, dass alle Beteiligten miteinander sprechen. Nur durch klare Kommunikation könnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen wissen, wie sich die ihnen anvertrauten Menschen ihr Leben bis zum Tod vorstellen. Deshalb sei es beispielsweise sinnvoll zu fragen: Was macht das Leben für Sie lebenswert? Wie gerne leben Sie?

In kleinen Gruppen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. Dabei diskutierten sie unter anderem darüber, welche Akteure wichtige Partner des Kompetenznetzwerks sein können. Die Ergebnisse stellten sie am Ende der Veranstaltung vor. Die Organisatorinnen und Organisatoren sowie die Teilnehmenden waren sich einig, dass sich die Pflegeheime zum weiteren Austausch auch in Zukunft treffen wollen. So können sie voneinander lernen und ein Netzwerk aufbauen.

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