Keine leichte, aber eine erfüllende Aufgabe

|   Kreis Borken

In Pflege- und Gesundheitsberufen wird dringend Nachwuchs gesucht, denn unsere Bevölkerung altert, sodass mehr Menschen auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind. Wenn Eignung und Interessen junger Menschen passen, berät die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Jugendliche über die beruflichen Perspektiven in dieser Branche. Um sich neben theoretischen Wissen auch einen persönlichen Eindruck von der Arbeit in der Altenpflege zu machen, absolvierte Berufsberaterin Claudia Emmerich ein Praktikum im Altenwohnheim Guter Hirte in Bocholt.

Um 6:30 Uhr stand Claudia Emmerich von der Agentur für Arbeit Coesfeld in einem Wohnbereich beim Guten Hirten. „Das ist gar nicht so ungewohnt früh, oft bin ich zu dieser Zeit auch schon auf dem Weg ins Büro“, erklärte sie. Sie begleitete an diesem Morgen das Pflegepersonal, ließ sich die Abläufe erklären und kam mit den älteren Damen und Herren ins Gespräch.

"Durch meinen Beruf wusste ich bereits eine Menge über die Arbeit eines Altenpflegers,“ erklärte die Berufsberaterin. „Ich bin begeistert, mit welchem Engagement, welcher Höflichkeit und mit wie viel Respekt die Menschen hier ihren Aufgaben nachgehen“, zeigte sich Emmerich beeindruckt. Sie merkte schnell, dass die Bewohner im Altenwohnheim im Mittelpunkt stehen und das auf ihre Wünsche eingegangen wird.

Das sei auch Ziel und Philosophie beim Guten Hirten, betonte Johannes Tepaße, Hausleiter der Einrichtung: „Wir möchten die Wünsche unserer Bewohner möglichst berücksichtigen, schließlich ist das hier nun ihr Zuhause.“ So legt die Einrichtung Wert auf ein Vertrauensverhältnis zwischen Pfleger und Bewohner: „Bevor jemand die Körperpflege bei einem Bewohner durchführt, muss man sich kennen und mögen“, erklärte Tepaße.

Für die Beraterin der Arbeitsagentur ist an diesem Tag eines sehr deutlich geworden: „Die Arbeit in der Altenpflege ist keine leichte, aber sehr erfüllende Aufgabe.“ Das bestätigte auch Renate Happel, Pflegedienstleiterin beim Guten Hirten: „Nach wie vor ist die Altenpflege mein Traumberuf.“ Sie bedauert aber, dass er nicht immer als so attraktiv wahrgenommen wird: „Wochenend- und Schichtdienste schrecken viele ab. In der Praxis zeigt sich, dass der Schichtdienst auch Vorteile hat, weil man tagsüber mehr Privates erledigen kann als in anderen Jobs.“

Hausleiter Tepaße sieht Handlungsbedarf bei der Belastung der Mitarbeiter: „Der Kostendruck in den Einrichtungen sorgt leider immer für eine gewisse Personalknappheit.“ Gleichzeitig machte er aber deutlich, dass die Bezahlung gut sei: „Wir zahlen voll nach dem Tarif unseres Wohlfahrtsverbandes.“

Renate Happel unterstrich, dass eine Tätigkeit in der Altenpflege viel Freude machen kann: „Es gibt wenige Menschen, die diesen Beruf verlassen, weil sie keine Lust mehr auf die Tätigkeit haben.“ Für Claudia Emmerich bestätigte sich dies während ihres Praktikumstages: „Ich habe durchaus auch kritisch nachgefragt, aber ich merkte einfach, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihren Beruf brennen.“ Jungen Menschen rät sie in der Beratung immer, sich im Rahmen eines Praktikums ein Bild vom Arbeitsalltag zu machen. „Die eigenen Eindrücke im Praktikum sind etwas ganz anderes, als die theoretischen Beschreibungen, die ich in meiner Beratung geben kann. Das ist mir während meines Arbeitstages beim Guten Hirten sehr deutlich geworden.“

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