„Kein Abschluss ohne Anschluss"

|   Kreis Borken

Das landesweite Vorhaben "Kein Abschluss ohne Anschluss" (KAoA) verfolgt das Ziel, junge Menschen auf den Start in die berufliche Ausbildung oder das Studium vorzubereiten. Es beruht auf einem Beschluss im Rahmen des NRW-Ausbildungskonsenses von Ende 2011. Der Kreis Borken setzt die entsprechenden Vorgaben bereits seit 2012 gemeinsam mit den weiterführenden Schulen und weiteren Institutionen im Kreisgebiet um. Was wurde bis jetzt erreicht? Welche Themen sind derzeit aktuell? Was sind Herausforderungen in der Zukunft? Mit diesen Fragen haben sich 35 Fachkräfte, die an der Umsetzung des Landesvorhabens im Kreis Borken verantwortlich mitwirken, nun beschäftigt. Auf Einladung der Kommunalen Koordinierungsstelle "Kein Abschluss ohne Anschluss" des Kreises Borken kamen sie beim Deutschen Roten Kreuz in Borken zusammen.

An der Konferenz nahmen Vertreterinnen und Vertreter von  Arbeitsagenturen, Bildungsträgern, Hochschulen, Jobcentern, Unternehmensverbänden und Wirtschaftskammern sowie Schulaufsichten und Studien- und Berufsorientierungskoordinatorinnen und -koordinatoren aller Schulformen teil.

Mit Rückblick auf die siebte kreisweite Bildungskonferenz "Ausbildung ist Zukunft" betrachteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Kreis Borken. Sie waren sich einig: Eine Ausbildung sichert jungen Menschen gute Zukunftschancen, da der Kreis Borken eine starke Wirtschaftsregion mit einer der niedrigsten Jugendarbeitslosenquote in Nordrhein-Westfalen ist. Zudem ist eine Ausbildung für alle Jugendlichen attraktiv – unabhängig vom Schulabschluss.

Das strukturierte Vorhaben "Kein Abschluss ohne Anschluss" trage dazu bei, das hohe Niveau im Kreisgebiet zu erhalten, konstatierte Elisabeth Büning, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Schule, Kultur und Sport des Kreises Borken. "Es stellt die individuelle Förderung junger Menschen in den Mittelpunkt. Die Initiative hat dabei das Ziel, erfolgreiche Übergänge von der Schule in den Beruf zu schaffen", erklärte sie. Gemeinsame Anstrengungen der Politik, Wirtschaft, Schulen und Berufskollegs sowie weiterer Einrichtungen seien dabei auch in der Zukunft notwendig.

Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Kreis Borken verändere sich derzeit jedoch auch, stellten die Gäste fest – unter anderem durch den demographischen Wandel, den Trend zum Studium, Fachkräfteengpässe und unbesetzte Ausbildungsplätze. Um darauf reagieren zu können, entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz Handlungsempfehlungen für ihre Arbeit mit jungen Menschen: Die Gleichwertigkeit von der beruflichen Ausbildung und der Hochschulbildung soll noch stärker kommuniziert werden. Zudem wollen sie die unterschiedlichen Perspektiven nach der Ausbildung aufzeigen – beispielsweise die Möglichkeiten, sich weiter zu qualifizieren. Auch das Ausbildungsmarketing der Unternehmen ist wichtig, um neue Fachkräfte zu gewinnen.

Neben aktuellen Informationen zu KAoA im Kreis Borken ging es in der Konferenz um die Umsetzung des Landesvorhabens in den Schulen. Koordinatorinnen und Koordinatoren für die Berufs- und Studienorientierung der Sekundarstufe I gaben einen Einblick in ihre organisatorischen Aufgaben und Unterrichtsplanungen. Am Beispiel zweier Schulen – eines Gymnasiums und einer Gesamtschule – machten sie deutlich, dass Fragen zur Berufswahlorientierung oft klar in bestimmten Unterrichtsfächern angesprochen werden. Parallel dazu beziehen aber auch andere Fächer Fragen zur Berufs- und Arbeitswelt stärker mit ein. Zudem begleiten und beraten Lehrkräfte die Jugendlichen dabei immer mehr – es ist somit nicht mehr ausschließlich die Arbeit der Studien- und Berufswahlkoordinatorinnen und -koordinatoren.

Beate Schwingenheuer, Vertreterin der oberen Schulaufsicht in der Steuerungsgruppe KAoA des Kreises Borken, betonte, dass die Umsetzung des Landesvorhabens KAoA in der Schule inzwischen einen hohen Stellenwert habe. Dies wirke sich maßgeblich auf das Schulleben und die Schulabläufe aus.

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