Jens Spahn zu Besuch in der Canisiusschule

|   Ahaus

Anlässlich des EU-Projekttages der Canisiusschule stattete der direkt gewählte Bundestagsabgeordnte Jens Spahn seiner alten Schule nun einen Besuch ab. Dabei brachte er den Schülern die Bedeutung der Gemeinschaft nah. „Europa bedeutet nicht nur alltägliche Erleichterung durch eine gemeinsame Währung und offene Grenzen. Europa ist das größte Friedensprojekt der Geschichte“, so Spahn. Noch in den neunziger Jahren seien Autos mit deutschen Kennzeichen in den Niederlanden oft Vandalismus ausgesetzt gewesen. „Heute stehen alle niederländischen Panzer im Rahmen des deutsch-niederländischen Korps unter deutschem Kommando“, verdeutlicht Spahn das Zusammenrücken der Mitgliedsstaaten. 

Die EU sei außerdem notwendig, um sich in der Welt zu behaupten. So sei jeder Mitgliedsstaat im Vergleich zu den USA oder China nur ein Leichtgewicht, gemeinsam aber spiele man eine Rolle und werde viel ernster genommen. „Als Antwort auf Boeing aus den USA haben die Europäer beispielsweise Airbus gegründet. So etwas brauchen wir heute übrigens im Bereich der Künstlichen Intelligenz, von Algorithmen oder Serverkapazitäten, damit uns niemand den Rang abläuft“, erklärte der Abgeordnete. 

Europa bedeute aber auch die Verteidigung gemeinsamer Werte. Dabei wurde Spahn deutlich: „Für Putin, Erdogan oder den IS sind wir eine verweichlichte, schwache Gesellschaft. Die lehnen unsere Art zu leben ab und bekämpfen sie.“ Hinzukomme, dass die USA nicht mehr bereit seien, für Europas Sicherheit zu sorgen. „Ob es allen passt oder nicht, besonders wir Deutschen werden auch deutlich mehr in Verteidigung investieren müssen. Ein Putin lässt sich allein durch Entwicklungshilfe nicht beeindrucken und Lettland oder andere werden das nicht schultern können“, zeigte Spahn aktuelle Herausforderungen bei der Verteidigung von Werten, Stabilität und Sicherheit auf. 

Aber wie soll das alles gelingen, wo doch in fast allen westlichen Ländern rechtspopulistische Parteien erstarken, die eine Abkehr von Europa hin zu mehr Nationalstaatlichkeit fordern? „Wir müssen den Mehrwert zeigen, müssen zeigen, dass es sich lohnt. Und das geht am besten durch das Lösen von konkreten Problemen“, zeigte Spahn einen Weg auf und wurde konkret. So sollte sich die EU auf eine gemeinsame Entwicklungshilfe verständigen und die Verteidigung und den Grenzschutz zusammen angehen. „Auch das Interrail-Programm ist ein guter Ansatz, um bei jungen Menschen ein Bewusstsein für den Wert der EU zu schaffen“, so Spahn zum Abschluss seines Besuches.

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