In Teilzeit ausgebildet, voll qualifiziert

|   Kreis Borken

Arbeiten, Lernen und Familie miteinander vereinbaren: Diese Idee steckt hinter dem Teilzeitausbildungsprogramm TEP. In diesem Jahr wird das Programm zehn Jahre alt. Mehr als 220 Frauen und Männer haben in dieser Zeit mit Unterstützung von TEP ihren Ausbildungsabschluss geschafft.  In einer Jubiläumsveranstaltung blickten die Netzwerkpartner, die sich im Münsterland für das Thema Teilzeitberufsausbildung engagieren, auf das bislang Erreichte.

„Meine Kinder motivieren mich“, sagte Fabjana Ceca. Die 34-Jährige ist Mutter von zwei Kindern und hat gerade ihr erstes Ausbildungsjahr zur Einzelhandelskauffrau beim Münsteraner Betrieb Luftikus hinter sich. Ihre Ausbildung absolviert sie in Teilzeit: 30 Stunden pro Woche arbeitet sie im Unternehmen und lernt in der Berufsschule. Ihr Chef Friedrich Bachmair unterstützt das Modell: „Ich habe selbst in der Vergangenheit in Teilzeit gearbeitet. Deshalb weiß ich, dass es gut ist, den Mitarbeitern Arbeitszeiten anzubieten, mit denen sie Familie und Beruf vereinbaren können“, berichtet er. Wie gut eine Ausbildung in Teilzeit klappen kann, zeigen die guten Berufsschulnoten von Fabjana Ceca. Das Programm TEP ist dabei für Bachmair und seine Auszubildende sehr hilfreich, betonte der Arbeitgeber: „Es ist ein gutes Gefühl, wenn in Hintergrund Ansprechpartner sind, an die man sich wenden kann, beispielsweise, wenn Anträge auszufüllen oder organisatorische Fragen zu klären sind“.

Auch André Krome, Einrichtungsleiter des AZURIT Seniorenzentrums in Bocholt, hat gute Erfahrungen mit Teilzeitausbildung und TEP gemacht. Davon berichtete er während der Jubiläumsveranstaltung, zu der die Regionalagentur Münsterland gemeinsam mit den Partnern des Netzwerks Teilzeitberufsausbildung im Münsterland eingeladen hatte. Krome beschrieb, dass in seiner Pflegeeinrichtung in den vergangenen Jahren immer unterschiedlichere Arbeitszeitmodelle Einzug gehalten hätten: „Wir müssen uns als Arbeitgeber auf den Weg machen und kreativ werden, um Arbeitskräfte für uns zu gewinnen. Dazu gehört auch das Angebot, bei uns die Ausbildung auch in Teilzeit zu absolvieren“. Seine Bilanz dazu fällt durchweg positiv aus: „Auf diese Weise haben wir engagierte Auszubildende gefunden, die bereits Lebenserfahrung mitbringen und so unser Team bereichern“.

Dass diese Erfahrungen keine Einzelfälle sind, unterstrichen Nadine Osing aus dem Jobcenter Kreis Coesfeld und Gisela Oster aus der Handwerkskammer Münster während der Jubiläumsveranstaltung. Nach ihren Worten schließen fast alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von TEP ihre Teilzeitausbildung in der regulär vorgesehenen Zeit von drei beziehungsweise dreieinhalb Jahren ab. Zudem ist die Durchfallquote deutlich geringer als bei anderen Auszubildenden. Ein Grund dafür ist die intensive Begleitung vor und während der Ausbildung. So unterstützt TEP zum Beispiel bei der Berufsorientierung und der Bewerbung, zeigt auf, wie sich die Ausbildung finanzieren lässt und unterstützt bei Antragsstellungen. Außerdem akquiriert TEP Ausbildungsplätze, berät Ausbildungsbetriebe bei der Umsetzung und der Arbeitszeitgestaltung und begleitet sie und die Auszubildenden während der ersten Monate.

Für die Zukunft wünschten sich die beteiligten Netzwerkpartner, dass noch mehr Unternehmen Ausbildungsmöglichkeiten in Teilzeit anbieten. „Da ist noch Luft nach oben“, so das Fazit. Informationen für Ausbildungsinteressierte und Arbeitgeber gibt es bei der Regionalagentur Münsterland unter www.muensterland-arbeit.de.

 

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