Impfkampagne in den siebten Schuljahren

|   Kreis Borken

Impfungen gehören zu den wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen in der Medizin. Dabei "wirkt" die Impfung gleich doppelt: Die geimpfte Person ist selbst vor einer bestimmten Infektionskrankheit geschützt und gleichzeitig werden auch die Mitmenschen vor einer Übertragung geschützt. Je mehr Menschen geimpft sind, desto geringer ist die Gefahr einer Ausbreitung der Krankheit. Eine solche "Seuchenbarriere" funktioniert zuverlässig aber nur bei einem hohen Durchimpfungsgrad der Bevölkerung von mindestens 95 Prozent. Genau an dieser Stelle setzen die jährlichen Impfkampagnen des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes (KJGD) des Kreises Borken in den siebten Schuljahren an. 139 Klassen beteiligten sich 2018 im Kreisgebiet – insgesamt 33 von ihnen haben jetzt zum Schuljahresende ein Preisgeld für die Klassenkasse überreicht bekommen: Alle Schülerinnen und Schüler dieser Klassen hatten ihre Impfausweise abgegeben.

Schon im Rahmen der Einschulungsuntersuchungen werden die Impfbücher der angehenden Erstklässler vom KJGD durchgesehen, doch da die Kinder in diesem Alter noch relativ häufig beim Haus- oder Kinderarzt sind, finden sich bei den Erstklässlerinnen und Erstklässlern erfreulicherweise kaum Impflücken. Dagegen sind die Siebtklässler in der Regel seit einigen Jahren nicht mehr beim Haus- oder Kinderarzt gewesen, berichtet Bettina Rahn, Leiterin des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes. "Hier sind häufiger Impflücken festzustellen oder Erinnerungen an Auffrischungsimpfungen notwendig ", sagt die Ärztin. Seit vielen Jahren bietet der KJGD deshalb in den siebten Klassen die Durchsicht der Impfbücher mit dem Hinweis auf Impflücken an.

Für die Siebstklässlerinnen und Siebstklässler gab es einen Impfkalender und ggf. Hinweise auf die fehlenden Impfungen. Dabei orientiert sich der KJGD an den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut. "Ein besonderes Anliegen ist es uns in diesem Jahr unter anderem auch gewesen, auf die Impfung gegen HPV (Humane Papillomviren) hinzuweisen", sagt Bettina Rahn. Zwar ist diese in der Altersgruppe noch nicht unbedingt abgeschlossen, aber sowohl für Mädchen als auch – seit Juni 2018 – für Jungen empfiehlt die STIKO diese Impfung im Alter von 9 bis 14 Jahren. "Humane Papillomviren können Krebs verursachen – vor allem am Gebärmutterhals, aber auch am After, Penis sowie im Mund und Rachen", erläutert die Ärztin. "Die Erfahrungen der letzten Jahre haben aber gezeigt, dass die Impfung gegen HPV sehr wirksam ist und das Risiko für diese Krebserkrankungen deutlich senkt."

An der Impfkampagne, die im Mai und Juni durchgeführt wurde, haben sich insgesamt 139 siebte Klassen aus 42 Schulen mit insgesamt 3.803 Schülerinnen und Schülern beteiligt. 2.822 Impfausweise wurden eingereicht und von den Sozialmedizinischen Assistentinnen durchgesehen – das entspricht einer Beteiligung von fast 75 Prozent – eine erfreulich hohe Beteiligungsquote, wie Susanne Carroga vom KJGD hervorhob.  Bei 1.587 (56 Prozent) Schülerinnen und Schülern war der Impfschutz vollständig, die übrigen 1.235 erhielten eine Impfempfehlung. In 33 Klassen haben alle Schülerinnen und Schüler ihre Impfausweise abgegeben und durchsehen lassen.

Ärztin Bettina Rahn appelliert in diesem Zusammenhang an alle Bürgerinnen und Bürger: "Jeder von uns ist aufgerufen, im eigenen Interesse seinen Impfschutz, und gegebenenfalls auch den Impfschutz seiner Kinder, im Auge zu behalten und regelmäßig überprüfen zu lassen", sagt Rahn. "Moderne Impfstoffe sind gut verträglich, gravierende Nebenwirkungen gibt es nur sehr selten und im Vergleich zu den Risiken der Infektionskrankheiten sind sie verschwindend gering."

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