Im Reittherapiezentrum greift Noteinsatzplan

|   Stadtlohn

Die Corona-Krise ist auch am Reittherapiezentrum Stadtlohn für den Kreis Borken nicht vorbeigegangen. Kein Reitbetrieb in der Johannes-Reithalle mehr, keine Pferde auf dem Außenreitplatz, kein Ausritt durch den Losbergpark, Jalousien am Johannes-Café heruntergefahren, kein Schleppergeräusch mehr beim Planieren der Reithalle und des Außenreitplatzes, kein öffentliches Ponyreiten mehr an Sonntagen und Feiertagen für Kinder aus dem Kreis Borken, Kiosk geschlossen. Der Parkplatz an der Johannes-Reithalle ist leer.

Das Reittherapiezentrum Stadtlohn ist für die Angebote in der Reittherapie und für das Reiten bis auf Weiteres auf Grund der Gesetzeslage während der Corona-Krise geschlossen. Zweihundert Kinder, Jugendliche und Erwachsene können nicht mehr an den Kursen und Angeboten in der Reittherapie und am Reiten teilnehmen. „Man merkt schon den Ausfall der Hippotherapie, der pferdegestützten Reittherapie, bei unserem förderbedürftigen Sohn“, so ein Vater in der letzten Woche sehr besorgt.

Über zwanzig Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können im Reittherapiezentrum Stadtlohn nicht mehr ihren täglichen beruflichen reiterlichen und reittherapeutischen und physiotherapeutischen Tätigkeiten nachgehen. Freya Mels, Leiterin der Einrichtung, hat einen Noteinsatzplan für die Johannes-Reithalle eingesetzt. Das Reittherapiezentrum ist mit den 10 Pferden auch systemrelevant.  

Nach einem Noteinsatzplan werden morgens ab 7 Uhr bereits die zehn Pferde versorgt. Zuerst steht die Fütterung der Pferde auf dem Plan. Danach werden die Pferde im Innenhof und in der Stallgasse geputzt und gestriegelt. Es wird nicht vergessen, den Pferden die Hufe auszukratzen.  Danach werden zurzeit die Pferde alle auf die Wiesen gebracht. Die Johannes-Reithalle verfügt über ca. drei Hektar Wiesen im Umfeld an der Reithalle für den Weidegang der zehn Pferde. Wegen der Corona-Krise haben die Pferde „Stehtage“. Sie werden im Reittherapiebetrieb leider nicht mehr eingesetzt. Die Pferde stehen aber nicht in den Boxen. Sie weiden sehr zufrieden auf den Wiesen mit dem frischen Gras. Man kann es den Pferden ansehen, dass sie sehr gesund und zufrieden sind und nicht im Dauereinsatz. Sie haben sozusagen „Zwangsurlaub“. Wie lange noch, weiß zurzeit keiner.

Stefanie Schöttler, Reitlehrerin und Reittherapeutin im Reittherapiezentrum Stadtlohn, holte gestern Abend die Pferde von der Wiese.  Sie kam aus dem Staunen nicht heraus. Sie zückte sofort ihr Handy und drückte ab. Auf dem Rücken vom Pferd Pacco saß eine Dohle und zupfte aus dem Rückenfell die langen Haare vom Winterfell für den Nestbau. „Toll! Das habe ich noch nie gesehen“, meinte sie. „Doch noch etwas Schönes und Erfreuliches in der Corona-Zeit.“

Alfred Kramer, erster Vorsitzender vom Reitverein Fortuna im Reittherapiezentrum Stadtlohn, sieht zusammen mit Monika Hasenkamp und Franz Marpert in der Verwaltung hoffnungsvoll in die Zukunft. Alle hoffen, dass der Reitbetrieb bald wieder voll aufgenommen werden kann.

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